Subaru SVX (1991-1997): Klassiker der Zukunft?

Subaru SVX (1991-1997)
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Subaru SVX (1991-1997)

© Motor1

Der spacige Japan-Sportwagen wird 30 Jahre alt

Unsere geschätzten Leser haben bestimmt schon einmal die Rubrik "Kennen Sie den noch?" studiert. Dort stellen wir Autos von früher vor, die inzwischen fast vergessen sind. Doch was ist mit den Modellen, die durchaus noch zahlreich im Straßenverkehr umherfahren? Jene Typen, die jeder kennt, die schon deutlich über 20 Jahre, teilweise aber auch viel weniger auf dem Buckel haben.

Werden sie einmal Oldtimer? Das birgt Zündstoff für kontroverse Diskussionen. Einige dieser Modelle wollen wir in unserer Reihe "Klassiker der Zukunft?" vorstellen.

Er war der erste Subaru im extravaganten Design eines futuristischen Gran Turismo. Vor allem aber war der im Juli 1991 in Produktion gegangene Subaru SVX eine revolutionäre Hightech-Fahrmaschine mit starkem Sechszylinder-Boxermotor und permanentem Allradantrieb und damit einer der ersten Japaner, der nach Meinung von Fachmedien sogar europäische Supercars deklassierte.

Ein Erfolg, der auf das vollkommen neue Konzept dieses visionären Subaru Vehicle X (SVX) zurückzuführen war: Weg vom reinrassigen Supersportler, hin zum schnellen, effizienten und komfortablen Gran Turismo für vier Passagiere und große Distanzen.

Schon als Concept Car auf der Tokio Motor Show 1989 sorgte der Subaru SVX für staunende Gesichter und zugleich Begeisterung, präsentierte sich der designierte Nachfolger des keilförmig gezeichneten Subaru XT doch in einer atemberaubenden Formensprache, die eher an einen spacigen Raumgleiter oder Jetfighter erinnerte als an ein Sportcoupé.

Besonders der im Stil eines gewölbten Glasdomes ausgelegte Dachaufbau erinnerte an eine Flugzeug-Kanzel, betont wurde dieser Eindruck durch in die großen Seitenfenster integrierte schmale Scheiben, die versenkt werden konnten. Im Interieur griffen übrigens Details wie ein Handbremshebel in Steuerknüppelform das Thema Aeronautik auf. Entwickelt wurden die avantgardistischen Linien des ersten Traumautos von Subaru im Studio von Giugiaro, zur Serienreife gebracht wurde der Gran Turismo aber durch die Subaru Designer Tetsuya Hayashi und Hiroshi Sarukawa.

So verfügte die Serienversion (ähnlich wie der Opel Calibra von 1989) über neuartige, strahlend helle Projektionsscheinwerfer, die die modisch überlebten Klappscheinwerfer der Studie ersetzten. Als technisches Kunstwerk gefeiert wurde zudem der neu entwickelte, 169 kW/230 PS starke 3,3-Liter Sechszylinder-Boxer-Benziner mit 24-Ventil-Technik und vier oben liegenden Nockenwellen.

Das Triebwerk stellte 309 Newtonmeter Drehmoment bereit, die Höchstgeschwindigkeit betrug 235 km/h, womit der SVX sogar auf dem Niveau einiger europäischer Zwölfzylinder-Sportler lag. Diese Eckdaten qualifizierten den in Japan Alcyone genannten Subaru für die automobile Hauptrolle in vielen frühen Computer- und Konsolenspielen. Maßstäbe setzte der Subaru SVX aber auch in der Effizienz, davon kündete der vergleichsweise überaus niedrige Verbrauch von nur 7,4 Liter Super bei 90 km/h nach der damals gültigen Norm RREG 80/1268.

Damit nicht genug an Hightech: Der markentypische symmetrische Allradantrieb wurde beim Subaru SVX ergänzt um eine neue Variable Torque Distribution (VTD), die das Drehmoment variabel auf die vier Antriebsräder verteilte. Neuster Stand war damals auch das elektronisch gesteuerte Automatikgetriebe ACT4 mit mehreren Schaltprogrammen. Nicht zu vergessen die auf einigen Märkten verfügbare Allradlenkung, die bei den meisten westlichen Premiummarken erst 20 Jahre später eingeführt wurde.

Zu den Luxusattributen, mit denen der Subaru SVX die Kunst des schnellen, aber stilvollen Reisens in einem Gran Turismo zelebrierte, zählten serienmäßige Komfortausstattungen wie die Klimatisierungsautomatik, elektrisches Schiebedach und eine elektrische Verstellung der wahlweise mit feinstem Leder bezogenen Sportsitze.

Mit seiner flachen Silhouette und Glaskanzel im Jetfighter-Look gilt der schnelle Subaru SVX noch heute als Designikone, die bis Dezember 1996 in beachtlichen, rund 25.000 Einheiten produziert wurde. Allerdings wurden nur 854 Exemplare des Pulsbeschleunigers an deutsche Sportcoupé-Connaisseurs verkauft, die 73.530 DM übrig hatten. Entsprechend gesucht ist dieses erste Premium-Flaggschiff von Subaru inzwischen. 

Insgesamt verkaufte Subaru vom SVX in den Vereinigten Staaten 14.257 Exemplare, weltweit etwa 25.000. 2.478 Stück gingen nach Europa, davon 854 nach Deutschland. Gut 7.000 SVX besaßen Rechtslenkung

Chancen auf das amtliche H-Kennzeichen, das mindestens 30 Jahre alte, originale sowie gut erhaltene Klassiker als historisches Kulturgut würdigt, haben dennoch nicht wenige Subaru SVX: Die Subaru typische Langzeitqualität hat sie bis heute einsatzfähig gehalten.

Quelle: Motor1.com
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