Ready.Set.Van aus den USA (2021): Autarker Kastenwagen dank Tesla-Akku

Dieser Bus verspricht viel Autarkie: Dank Tesla-Batterie und
Solaranlage soll man mit diesem Ram-Promaster-Ausbau tagelang frei
stehen können.
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Dieser Bus verspricht viel Autarkie: Dank Tesla-Batterie und Solaranlage soll man mit diesem Ram-Promaster-Ausbau tagelang frei stehen können.

© Ready.Set.Van

Der Bus auf Ram-Promaster-Basis verspricht Abenteuer in der Wildnis. Die Tesla-Batterien sind bis zu 1260 AH stark und ermöglichen Unabhängigkeit.

Beim Camping in der Natur geht's früher oder später wieder zurück in die Zivilisation – weil man Strom, Wasser, Gas oder Benzin tanken muss oder schlicht und einfach wieder Wäsche waschen muss. Um diesem Zeitpunkt so weit wie möglich herauszuzögern, hat sich der US-Amerikaner Ben Fraser etwas einfallen lassen. Dank einer besonders starken Batteriekapazität sorgt er dafür, dass Camper in seinem Ready.Set.Van länger autark, sprich von Infrastruktur unabhängig unterwegs sein können.

Seinen ersten Bus hat Fraser 2017 ausgebaut – damals wollte er den Camper für das Festival Burning Man nutzen. Um an diesem Festival in der Mojave-Wüste teilnzunehmen, benötigt man nicht nur ein Ticket, sondern auch ein Fahrzeug, das komplett autark ist. Schließlich gibt es am Veranstaltungsort weder Wasser noch Strom und die Philosophie der Veranstaltung ist, die Natur wieder komplett so zu hinterlassen, wie man sie vorgefunden hat. Die Herausforderung des Ausbaus gefiel ihm so gut, dass Fraser 2019 das Hobby zu seinem Beruf machte und den ersten Bus für einen Kunden baute.

Tesla-Batterie betreibt die Klimaanlage

Normale Campervans in den USA besitzen eine 100 bis 200-AH-starke Batterie. Da die Ready.Set.Vans Tesla-Batterien nutzen, sind hier Ladekapazitäten von 420, 840 oder in der sogenannten "Maniac-Version" (zu Deutsch: "Wahnsinnigen-Version") sogar 1.260 Amperestunden Power an Bord. Solarzellen und ein 3.000-Watt-Wechselrichter ergänzen das Energieangebot.

Ein Vorteil liegt auf der Hand: Während der Corona-Pandemie kann man – zumindest in den USA – so im Hinterland einsam wildcampen, weit weg von anderen Menschen. In Europa ist das "freie Stehen" leider in vielen Ländern verboten.

Doch es gibt noch einen weiteren Grund, für so viel Power an Bord: "Viele unserer Kunden leben an der Ostküste, wo es im Sommer extrem heiß ist. Oder sie haben Hunde und wollen sie im Fahrzeug lassen, während sie tagsüber unterwegs sind," sagt Fraser. "Daher ist vor allem die Kapazität für mehrere Stunden Klimaanlagen-Betrieb spielentscheidend." Die Klimaanlage an Bord könne je nach Akkuversion zwischen vier bis 12 Stunden lang laufen.

Neben der Klimaanlage kann man mit der Batterie auch Heißwasser für die Außendusche aufbereiten oder den Induktionsherd und den 80-Liter-Kühlschrank betreiben. Der Ausbau eines Fahrzeugs kostet 33.750 US-Dollar (ca. 28.700 Euro). Der Preis fürs Basisfahrzeug liegt nochmals bei 35.000 weiteren US-Dollar (29.800 Euro).

Modernes Design und drei Grundriss-Varianten

Für die umgerechnet knapp 60.000 Euro bekommt man nicht nur einen rollendes Elektrizitätswerk, sondern einen schicken modernen Kastenwagen-Ausbau. Im Inneren des außen recht schlicht gehaltenen Bus, dominieren weiße Oberflächen, schicke Holzfarben und ein schnörkelloser Möbelbau.

Kunden können zwischen drei verschiedenen Grundrissen wählen. Der erste davon hat ein Querbett für zwei Personen im Heck, das so hoch eingebaut ist, dass hier problemlos ein Fahrrad darunter transportiert werden kann. Davor ist mit zwei gegenüberliegenden Längsbänken eine Dinette als Sitzgruppe untergebracht, entlang der Fahrerseite die Küchenzeile. Stauraum findet sich hier sowohl in Dachschränken als auch in tiefen Schubladen unterhalb des Betts. Ein Campingklo kommt in der Sitzbank versteckt unter.

Der zweite Grundriss nutzt auch ein Heckbett und entspricht am ehesten dem klassischen Campingbus. Die Küchenzeile ist hier auf der Beifahrerseite an der Schiebetür untergebracht. Eine Sitzbank hinter dem Fahrersitz und eine Nasszelle zwischen Sitzbank und Bett stellen hier Wohn- und Sanitärbereich.

Der dritte Grundriss sieht eine Längsbank-Sitzgruppe im Heck vor mit zwei großen Längsbänken. Vorne liegen auf der Fahrerseite Schrank und Nasszelle und gegenüber auf der Beifahrerseite die Küchenzeile. Die Sitzgruppe eignet sich für bis zu sechs Personen und kann zum Bett umgebaut werden. Auf einen Stauraum für Sperriges verzichtet diese Version.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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