DTM-Start 2020: Alle neuen Autos und Piloten

Die DTM-Saison 2020 startet wegen der Corona-Pause erst im
August. Wir zeigen Ihnen schon einmal die neuen Auto-Designs und
die aktuellen Fahrer-Porträts in der Galerie...
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Die DTM-Saison 2020 startet wegen der Corona-Pause erst im August. Wir zeigen Ihnen schon einmal die neuen Auto-Designs und die aktuellen Fahrer-Porträts in der Galerie...

© Hochzwei

Am Wochenende startet die DTM in Spa in die wohl letzte Saison mit den aktuellen Fahrzeugen. Trotzdem dürfen sich die Fans freuen. Die Verantwortlichen versprechen viel Action. Wir zeigen die neuen Autos und die Piloten in der Galerie.

Mit etwas Wehmut startet die DTM in die Saison 2020. Auf absehbare Zeit wird es wohl um die letzten "echten" DTM-Titel gehen, also in einer Serie mit eigenständiger Fahrzeug-DNA, ehe ab 2021 das sich abzeichnende GT3-Szenario Einzug hält. Der Wechsel auf die GT-Sportwagen dürfte mit deutlich langsameren Rundenzeiten einhergehen.

Der Ritt auf der fast 600 PS starken Kanonenkugel wird in diesem Jahr von einigen Änderungen im Reglement begleitet. Die Motorleistung fällt durch die Begrenzung der Kraftstoff-Durchflussmenge von 95 auf 90 kg/h um rund 30 PS. Da im Push-to-Pass-Betrieb aber weiter maximal 100 kg/h anliegen, beträgt das Delta zwischen Normalbetrieb und P2P-Aktivierung rund 60 statt 30 PS. Auch 2020 leisten die Autos also bis zu 640 PS, wenn der entsprechende Knopf am Lenkrad gedrückt wird.

Eine weitere Änderung für 2020: Durften Push-to-pass und der "Klappflügel" (DRS) bisher nur im Rennen eingesetzt werden, sind die eigentlich als Überholhilfen gedachten Werkzeuge jetzt auch in der Qualifikation erlaubt. Das dürfte noch einmal für neue Rekordzeiten sorgen. In den Rennen darf Push-to-Pass nun in 24 statt bisher zwölf Runden genutzt werden, auch die DRS-Aktivierungen werden je nach Strecke erhöht.

Große Finnen am Heckflügel

Die restlichen wichtigen Neuerungen betreffen allesamt die technische Seite. Am auffälligsten ist der sogenannte HYLO Device. Dieses Akronym steht für "High Yaw Lift-Off" und bezeichnet das Phänomen, dass abtriebsstarke Autos leicht abheben, sobald sie bei einem Highspeed-Dreher einen gewissen Gierwinkel (Yaw) erreichen.

Die neuen Finnen, die sich an der Heckflügelaufhängung befinden, sorgen dafür, dass solche großen Gierwinkel gar nicht erst entstehen, indem sie für ein größeres Rückstellmoment am Heck sorgen. Vereinfacht gesagt: Die Finnen fangen ein sich drehendes Heck bei Highspeed regelrecht ein.

Die sogenannte "Shoebox", die sich seitlich unten am Heck befindet, besteht seit diesem Jahr aus einem Naturfaserverbundstoff statt aus Kohlefaser. Das neue Teil, das im Zweikampf schnell zum Verschleißteil wird, ist stabiler und hinterlässt in der Herstellung einen deutlich kleineren CO2-Fußabdruck.

Die weniger offensichtlichen Änderungen betreffen vor allem die "echten" Verschleißteile. So dürfen in diesem Jahr nur noch maximal 15 Unterbodenplatten pro Fahrzeug eingesetzt werden, bisher gab es hier keine Begrenzung. Auch die Anzahl der Kupplungen, Bremsscheiben und Bremsbeläge an der Hinterachse wird weiter begrenzt. Auch das, um Kosten zu sparen.

Angesichts des neuen Verbots einer zusätzlichen Bremsenkühlung dürften einige Beteiligte fast froh sein, dass der Norisring diesmal nicht befahren wurde. Und auch aufgewärmt werden darf weniger: So darf das Getriebeöl nicht mehr wie bislang extern vorgeheizt werden, um vom Start weg einen besseren Wirkungsgrad zu erreichen.

Fahrerfeld mit Routiniers und Rookies

Bleibt der Ausblick auf das sportliche Geschehen. Die Favoriten auf den Titel sind schnell gefunden, wenn man sich vor Augen hält, dass sich am grundlegenden technischen Reglement fast nichts geändert hat. Die große Frage wird sein: Hat BMW die Lücke zu Audi geschlossen oder zeigte der ITR-Test am Nürburgring, als die Ingolstädter doch deutlich die Nase vorn hatten, schon ein realistisches Bild?

Sicher ist, dass Titelverteidiger René Rast (Audi) im Meisterkampf wieder die Messlatte darstellen wird. Rast bringt nicht nur den Speed, sondern auch die Akribie und den Arbeitswillen mit, die in der so engen DTM den kleinen, großen Unterschied ausmachen. Nico Müller (Audi) will als Vizemeister den nächsten Schritt machen, und Marco Wittmann (BMW) nicht "nur" die Münchner Speerspitze sein, sondern seinen dritten Titel nach 2014 und 2016 holen.

Die größten Überraschungsmomente dürften die Neulinge bereithalten. Da wäre zum einen DTM-Rückkehrer Lucas Auer, der als gestandener Laufsieger bei BMW zum Titelaspiranten aufsteigen könnte. Auch Teamkollege Jonathan Aberdein, der vom Audi-Privatteam WRT kommt, hat 2019 bereits Potenzial für ganz vorne gezeigt.

Apropos WRT: Deren Neuzugang Ferdinand von Habsburg legte beim Nürburgring-Test die Bestzeit hin und machte auch in der Vergangenheit keinen Hehl daraus, dass er keine Angst vor den großen Namen hat. Ist er vielleicht der Geheimtipp auf den Titel? Oder spuckt noch ein ganz anderer in die Suppe?

DTM-Debütant Robert Kubica (BMW) überzeugte beim Test noch nicht mit Bestzeiten, sein Talent ist dennoch unbestritten. Fest steht, dass der Auftakt in Spa-Francorchamps der Start in eine denkwürdige Saison wird. Wenn nicht sportlich, dann zumindest im Hinblick auf eine zu Ende gehende Ära.

In der Galerie zeigen wir Ihnen alle neuen Autos und die Piloten im Überblick.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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