Ford patentiert Pick-up-Kabinen-Hecktür
Ford patentiert eine Hecktür für die Kabine seiner Pick-ups – damit die Konkurrenz keinen Vorsprung hat. Dazu gibt es dann gleich noch ein Zelt-Patent für das ganze Auto. Und die Tür kann auch eine Werkbank sein.
Ford denkt nicht im Traum daran, seinen seit Jahrzehnten gehaltenen Spitzenplatz bei den meistverkauften Autos in den USA aufzugeben – der F-150 sichert dem amerikanischen Hersteller zuverlässig Gewinne. Deshalb hat sich Ford auch bei der elektrischen Variante des Pick-ups richtig reingekniet: Der F-150 Lightning scheint ein gelungener Großserien-Elektro-Pickup zu einem günstigen Einstiegspreis in Höhe von 39.974 Dollar (aktuell umgerechnet zirka 38.130 Euro) zu sein. Die Auslieferungen haben bereits begonnen. Chevrolet liegt mit seinem Konkurrenzmodell Silverado EV um mindestens ein Jahr hinten – aber Ford beäugt sämtliche Entwicklungen beim F-150-Lightning-Gegener argwöhnisch. Insbesondere die Kabinen-Hecktür des Silverado EV scheint die Ford-Entwickler alarmiert zu haben – jetzt sind Ford-Patente zu eben so einer Tür aufgetaucht.
Zelt-Camping-Mobil mit drehbaren Sitzen
Braucht ein Pick-up überhaupt eine Hecktür? Die Ladefläche eines solchen Pritschenwagens ist doch, je nach Kabinengröße, recht lang und zum anderen durch Umklappen der hinteren Ladeflächen-Tür erweiterbar. In einer Kabinen-Hecktür, ähnlich wie bei SUVs und Kombis, scheinen die Hersteller aber Vorteile zu sehen. Dass das transportierte Ladegut im besten Fall nicht hinten aus dem Auto herausschaut, sorgt für einen sichereren und auch praktischeren Transport. Und Ford denkt die Idee weiter: Unter den Patentzeichnungen befinden sich auch Bilder von einem großen Zelt, das sowohl die Kabine als auch die Ladefläche des Pick-ups abdeckt. Die Entwickler freuen sich in der Patentschrift: "Der Fahrgastraum, die Ladefläche oder beide könnten dann von Benutzern zum Schlafen und Entspannen genutzt werden, während sie vom Zelt geschützt sind." Außerdem sollen sich die Sitze nach hinten drehen lassen, damit die darauf Sitzenden dann Richtung Zelt-Innenraum schauen. Damit wäre der F-150 ein Camping-Mobil, bei dem die Ladefläche auch direkt von der Kabine aus betretbar ist. Und für den Einsatzzweck der Tür an sich hat Ford noch eine Idee.
Werkbank mit Steckdosen
"Pivotable Cab Back Assembly for a Vehicle and Cab Back Assembly Pivoting Method" nennt Ford seine Entwicklung in der Patentschrift – sinngemäß übersetzt heißt das "Schwenkbare rückwärtige Fahrerhaus-Baugruppe und Schwenkverfahren dieser Baugruppe für ein Fahrzeug." Fahrerhaus-Baugruppe deshalb, weil das schwenkbare Bauteil nicht nur eine simple Tür ist. Anscheinend besteht es aus zwei Segmenten, von denen sich das untere separat nach außen klappen lässt. Durch das Hervorklappen des unteren Türsegments entsteht eine Art Tisch. Die Konstruktion scheint sehr robust zu sein – Ford schlägt hier den Einsatz als Werkbank vor. Auf den Patentbildern ist eine auf der Schwenk-Werkbank angebrachte Kappsäge zu sehen. Steckdosen zum Anschließen der Säge oder eben von Camping-Zubehör sind in der Tür ebenfalls enthalten. Dabei hat Ford dem F-150 Lightning ohnehin schon im Front-Kofferraum, in der Kabine und im Ladeabteil jede Menge Steckdosen spendiert – skurriler Weise kann sich das Auto damit sogar selber laden.
Serienfertigung immer ungewiss
Dass Ford die Patente für elektrische Pick-ups eingereicht hat, ist nur eine Vermutung – wenn auch eine naheliegende. Schließlich hat Chevrolet als Erster diese Konstruktion mit dem Silverado EV gezeigt. Theoretisch funktioniert die Steckdosen-Doppelklapp-Tür auch bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Ob Ford die Kabinen-Hecktür jemals in einem Serienmodell anbietet, ist offen – erfahrungsgemäß schützen Autohersteller viel mehr Ideen per Patent, als sie dann später wirklich in der Produktion umsetzen.
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