Ton-in-Ton und Tonanlage: Schwarzer Innenraum zu schwarzem Lack.
Dazu ein aufbereitetes 15-Zoll-Motolita "LeCarra"-Sportlenkrad mit
dickem Kranz. Im Fußraum erkennbar: Angepasste GFK-Module mit
16-er-Lautsprechern und Hochtönern.
Sitzt man auf dem Fahrersitz, fällt der Blick auf den zentralen
Tacho mit integrierter Tankuhr. Die Skala des
Geschwindigkeitsmessers reicht bis 200. Darunter sind 3 Uhren für
Öldruck- und Temperatur sowie Drehzahl angeordnet.
Vater und Sohn : Georg Memminger (rechts) und Schorsch Memminger
vor einem kleinen Teil ihrer Käfer-Sammlung. Kunden können aus rund
200 Fahrzeugen auswählen - nach Wunsch-Baujahr und
Karosserieform.
Mit Drehzahl und gefühlvollem Einkuppeln geht es vorwärts.
Zunächst verlangt die servolose Lenkung etwas Kraft, doch rollt der
Käfer, lässt er sich leicht dirigieren.
Alleine die Werkzeuge kosteten rund 1,5 Millionen Euro. Die von
Memminger nachgefertigten Blechteile sind deutlich stabiler als
Originalteile und andere Nachfertigungen. Die Blechstärke wurde
erhöht.
Moderne Technik: Memminger-Käfer werden nach Kundenwunsch
aufgebaut. ABS und Servolenkung kann man auch ordern. Die Domstrebe
sorgt für noch direkteres Fahrverhalten.
Unter der Motorhaube sitzt in diesem fall ein 2,7-Liter-Boxer,
der mit Kohlefaser-Anbauteilen wie Lüftergehäuse, Luftsammler etc.
erleichtert wurde. DIe Leistung liegt bei 170 PS - mit scharfer
Nockenwelle sind 210 PS möglich.
Eine Klimaanlage kann man auch bestellen, doch dieser Käfer hier
hat nur die mechanische Version mit den ausstellbaren vorderen
Dreiecksfenstern an Bord.
Innen (und außen) ist möglich , was gefällt: Memminger hat ein
riesiges Arsenal an Leder-, Teppich- und Stoffmustern - auch
Mahag-Instrumente sind möglich.
Die Fertigung der Ledertürverkleidungen ist schwierig: "Unter
der Hitze beim Pressen, wird das Leder oft spröde und reißt ein -
von 5 Versuchen geht oft nur einer gut."
Memminger hat auch das Getriebe verstärkt - und die
Endübersetzung von 8,31 auf 9,31 verlängert. "Das ist eigentlich
ein Fünfganggetriebe ohne ersten Gang", lacht er.
Eine Memminger-Tür besteht aus 28 Einzelteilen - alle Teile
lässt der Käfer-Experte fertigen. Mit zahlreichen Verbesserungen
wie Seitenaufprallschutz oder auch einem Türscharnier mit
Teflonstift.
Alt und neu: Bei Memminger entstehen Neufahrzeuge - "die
Substanz ist bei fast allen Käfern zu schlecht für einen sinnvollen
Neuaufbau", meint Memminger.
Wer sich einen Memminger-Käfer kaufen möchte muss bei einem
komplett nach Kundenwunsch aufgebauten Exemplar mit einem Preis ab
rund 83.500 Euro rechnen.
"Alleine die Lackierung kostet rund 12.000 Euro. Wir verwenden
keinen Spachtel - bei uns wird alles verzinnt und von Hand
geschliffen", erklärt Georg Memminger.