Im Fall von Aston Martin und Lotus hilft ausländisches Kapital, ein solides Fundament zu zementieren, auf dem mittel- bis langfristig komplett neue Modelle entstehen.
Wer schneller und präziser schaltet als sein Schatten, scheucht den knapp 1,7 Tonnen schweren Vantage in 4,2 Sekunden von 0 auf 100&f;km/h, das Asphaltband hinter ihm liegt dann in Trümmern.
Allein der Einstieg in den Vierrad-Spaß-Drops Elise potenziert trotz aller gelenkverschleißenden Umständlichkeit die Vorfreude, du ahnst, was kommt, obwohl der 3,82 Meter kurze Lotus schon lange nicht mehr hier war.
Das winzige Lenkrad passt ziemlich genau zwischen die Knie, Zündschlüssel mit der Rechten drehen, Mist, die Wegfahrsperre ist bereits wieder aktiv, Taste am Schlüssel drücken, dann den Startknopf links, und das Vierzylinder-Triebwerk brummt.
Ein Toyota-Motor bleibt ein Toyota-Motor, sogar wenn Lotus ihm einen Kompressor draufsteckt, die Elektronik selbst programmiert und dabei 246 PS herauskommen.
Natürlich reißt einen das Ambiente mit in jede Faser der üppigen Alcantara-Auslegeware, lovely, verleitet zur genauen Betrachtung jeder Kontrastnaht – nur um festzustellen, dass sie nicht immer zu einhundert Prozent sitzt.
Aber die Idee, dass nicht nur ein mächtiges, 576 PS starkes V12-Tier in einer mit 4,39 Metern Länge recht überschaubaren Karosserie steckt, ja dir beinahe schon auf dem Schoß hockt, nein, zudem noch ein manuelles Getriebe die Kraft versucht zu portionieren, zündet dich sofort an.
Überraschung über die sehr homogene Leistungsentfaltung schwappt durchs Cockpit, den sanften, aber bestimmten Schub selbst aus niedrigem Tempo – krachende Schulterklopfer seitens des Mittelmotorsportlers bleiben aus.
Stattdessen schubst der japanische Vierzylinder sein britisches Alu-Kunststoff-Häuschen tapfer in 4,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, vollgetankt und mit zwei Personen besetzt, wie wir das bei auto motor und sport eben so machen.
Dabei bereiten die Gangwechsel bei der Elise beinahe mehr Freude als die Beschleunigung selbst, denn der Alu-Schaltstock hechtet auf extrakurzen Wegen und präzise geführt durch die sechs Gassen, leichtes, metallisches Schaben untermalt das Klick-Klack.
Du musst dich also auf alles konzentrieren, darauf, den richtigen Gang zu treffen, darauf, die angetriebenen Hinterräder davon zu überzeugen, zumindest in etwa den vorderen zu folgen, darauf, die Nachbarn nicht zu we... – ach, vergessen Sie Letzteres.
Der Motorklang verharrt unterdessen in teils dröhniger Banalität, doch die erlebte Geschwindigkeit steigt diametral entgegengesetzt zu den Kurvenradien.
Je mehr sich die Landstraßen winden, desto ungestümer wischt der Lotus durch die Kehren hindurch, visiert sie an, beißt sich fest, nagt sie bis auf den Knochen ab, wirft sie in hohem Bogen hinter sich.