
Mit dem BYD Seal U zielt der seit kurzem größte E-Auto-Hersteller der Welt direkt auf Tesla Model Y und VW ID.4.
Mit dem BYD Seal U zielt der seit kurzem größte E-Auto-Hersteller der Welt direkt auf Tesla Model Y und VW ID.4.
Mit 4,79 Metern ist er länger als seine direkten Konkurrenten. Zwei Varianten der Blade-Batterie mit 71,8 oder 87 kWh stehen zur Wahl.
Auch bei der Fahrassistenz wirkt der Seal etwas ungeschliffen. Die adaptive Spurführung und der Spurhalteassistent arbeiten mit ruppigen Lenkeingriffen.
Immerhin sorgt das weiche Fahrwerk für einen guten Federungskomfort innerorts bei niedrigem Tempo. Die Übersichtlichkeit ist passabel, die serienmäßige 360-Grad-Kamera hilft beim Parken.
Mit 160 kW/218 PS gehört er nicht zu den stärksten Vertretern, bietet aber ausreichend Kraft. Viel mehr missfallen das bei schlechter Straße schaukelige Fahrverhalten und die unpräzise, gefühllose Lenkung.
Das Interieur gefällt mit seiner ordentlichen Material- und Verarbeitungsgüte und der guten Dämmung gegen Fahrgeräusche.
Die Sitze sehen sportlich aus, sind aber eher seitenhaltarm und mit einer zu tiefen Kopfstütze ausgestattet, die größeren Fahrern unangenehm im Nacken sitzt. Dafür: bequeme Polsterung, weiches Kunstleder.
Geräumige Rückbank mit angenehm weicher Oberfläche und viel Platz an Knien und Kopf trotz serienmäßigem Glasdach.
LED-Scheinwerfer gibt es serienmäßig, Matrix-Licht auch nicht gegen Aufpreis.
Der Seal U wird traditionell via Startknopf gestartet. Die Rekuperationseinstellung über den kleinen Schalter links des gläsernen Fahrstufenwählhebels beeinflusst das Fahrverhalten genauso wenig wie die Fahrmoduswahl über den Schalter rechts.
Für die bunte Ambientebeleuchtung muss die größere Linie Design für 44.990 Euro bestellt werden. Sie bringt auch die größere Batterie und etwas mehr Ausstattung mit.
Die 19-Zoll-Räder gibt es serienmäßig. Es gibt nur ein verfügbares Felgendesign.
Das U steht für Utility. Der Seal U hat mit seinem Limousinen-Namensvetter jedoch fast nichts gemein. Der SUV steht auf einer Mischplattform, die auch Verbrenner-Antriebe unterstützt. Die PHEV-Variante soll auch bald nach Deutschland kommen.
Der Kofferraum fasst 554 Liter und lässt sich mit der zweigeteilt klappbaren Rückbank auf 1.440 Liter erweitern. Der Boden ist zweistufig. Leider fehlt es an praktischen Extras wie Zusatzfächern, Netzen, eine 12V-Dose oder einem Frunk für die Ladekabel.
Android Auto und Apple Carplay laufen kabellos. Apps wie Spotify dienen der Unterhaltung.
Der 15,6-Zoll-Touchscreen reagiert sehr schnell und stellt flüssig dar. Leider bietet das Navi keine Laderoutenplanung, nicht mal einen projizierten SOC-Wert bei Ankunft am Ziel.
Am Lenkrad gibt es einfach zu bedienende Tasten und das Tachodisplay lässt sich individualisieren, jedoch nicht sonderlich gut ablesen aufgrund der teils kleinen, teils großen Schrift.
Mit 115 bzw. 140 kW laden die beiden Batterievarianten ihre Zellen von 10 auf 80 Prozent SOC in eher gemütlichen 42 bzw. 43 Minuten.
Der Seal U setzt kaum Highlights, bietet aber viel Platz zu einem vertretbaren Preis. Ob das für den Durchbruch im derzeit beliebtesten E-Segment reicht, bleibt abzuwarten.