Test: Sechs Scheibenreiniger im Vergleich

Sommerscheibenreiniger sollen nicht nur den normalen Schmutz,
sondern auch hartnäckigen Insektendreck entfernen. promobil hat
sechs Fertigmischungen im Labor getestet.
Bild 1 von 20

Sommerscheibenreiniger sollen nicht nur den normalen Schmutz, sondern auch hartnäckigen Insektendreck entfernen. promobil hat sechs Fertigmischungen im Labor getestet.

© Jacek Bilski
29.08.2018 - 14:43 Uhr von Jasmin Krause

Sommerscheibenreiniger sollen nicht nur den normalen Schmutz, sondern auch hartnäckigen Insektendreck entfernen. promobil hat sechs Fertigmischungen im Labor getestet.

  • 6 Scheibenreiniger im Test
  • Insektendreck
  • Materialverträglichkeit
  • Etikettencheck
  • So testet promobil
  • Fazit

Egal wie gut das Wetter im Sommer auch ist, auf längeren Reisen braucht man früher oder später immer den Scheibenwischer. Denn zwangsläufig landen Pollen, Blütenstaub und auch das ein oder andere Insekt auf der Winschutzscheibe. Schwerstarbeit für die Scheibenwischanlage. Nur mit Wasser oder gar Winterscheibenreiniger sind diese Rückstände nicht so leicht zu beseitigen.

Spezielle Sommerscheibenreiniger sollen nicht nur gegen den üblichen Straßenschmutz helfen, sondern eben auch diesen hartnäckigen Fliegendreck restlos beseitigen. Ob diese Versprechen auch wirklich zutreffen, will promobil herausfinden. Um die sechs Reiniger richtig bewerten zu können, prüfen wir die Reinigungsprodukte unter reproduzierbaren Bedingungen im Labor.

6 Scheibenreiniger im Test

Shell Sommerklarsicht

Preis: 5,99 Euro Preis pro Liter: 1,20 Euro Gesamtwertung: 88 von 100 Fazit: Der Sommerscheibenreiniger von Shell überzeugt vor allem mit seiner Reinigungskraft. Beim standardisierten Wischtest dominierte er das Testfeld, und auch beim Materialverträglichkeitstest schnitt das kleine Kraftpaket gut ab.Das stimmige Gesamtpaket beschert ihm den Gesamtsieg.

Den Testsieger Shell Sommerklarsicht gibt es hier bei eBay

Kaufland Dynamik Scheibenklar Kirsche

Preis: 2,45 Euro Preis pro Liter: 0,49 Euro Gesamtwertung: 87 von 100 Fazit: Das Discounter-Produkt von Kaufland überrascht vor allem in den Prüfpunkten Reinigungsleistung und Materialverträglichkeit. Auch der Inhaltsstoff Bitrex und das faire Preis-Leistungs-Verhältnis fallen im Vergleich mit der deutlich teureren Konkurrenz positiv auf. Ein verdienter promobil-Kauftipp.

Sonax Scheibenreiniger Red Summer

Preis: 8,19 Euro Preis pro Liter: 1,64 Euro Gesamtwertung: 85 von 100 Fazit: Der Reiniger von Sonax ist der Platzhirsch unter den Testteilnehmern. Das Produkt aus dem Fachhandel schneidet beim standardisierten Wischtest gut ab, der hartnäckige Insektenschmutz ist dagegen problematisch. In der Kategorie Materialverträglichkeit schneidet er wiederum gut ab.

Den Sonax Scheibenreiniger Red Summer gibt es hier bei Amazon

Dr. Wack CW 1:100 Super-Scheibenreiniger

Preis: 8,99 Euro Preis pro Liter: 2,99 Euro Gesamtwertung: 85 von 100 Fazit: Trotz einer guten Reinigungsleistung ist der Sommerscheibenreiniger von Dr. O.K. Wack in der Mitte des Testfeldes. Grund dafür ist der verhältnismäßig hohe Preis. Das teuerste Produkt in unserem Vergleich schneidet in den anderen Kategorien aber eher durchschnittlich ab.

Den Dr. Wack CW 1:100 Scheibenreiniger gibt es hier bei Amazon

Robbyrob Klarblick Sommer-Scheibenreiniger

Preis: 1,99 Euro Preis pro Liter: 0,40 Euro Gesamtwertung: 83 von 100 Fazit: Der Testkandidat aus dem Baumarkt ist das preiswerteste Produkt in unserem Vergleich. Der Scheibenreiniger von Robbyrob schneidet in der Kategorie Reinigungsleistung eher mäßig ab. Trotzdem bekommt er drei von fünf Wohnmobilen für ein stimmiges Gesamtpaket.

Den Robbyrob Klarblick Sommer-Scheibenreiniger gibt es hier bei Amazon

Nature Line Sommer-Scheibenreiniger

Preis: 2,99 Euro Preis pro Liter: 0,60 Euro Gesamtwertung: 82 von 100 Fazit: Das Schlusslicht in unserem Sommerscheibenreinigertest bildet das Produkt von Nature Line. Mit der schwächsten Reinigungsleistung im Testfeld und einer guten Materialverträglichkeit kann der Reiniger aus dem Fachhandel aber trotzdem ohne Bedenken gekauft werden.

Den Nature Line Sommer-Scheibenreiniger gibt es hier bei A.T.U

Hartnäckiger Insektendreck

Die Reinigungsspezialisten der Firma Kärcher kennen sich durch die Entwicklung von Reinigungssystemen und -produkten mit den verschiedensten Schmutzarten aus. Dazu gehört natürlich auch der typische Schmutz auf der Frontscheibe. Für unseren Test mischte Laborchef Frank Ritscher einen Normschmutz aus Ruß und Öl an. „Im Straßenverkehr kommt dieser Schmutz am häufigsten vor“, so der Putzprofi. Dass sich alle Scheibenreiniger mit dieser Schmutzart gut auskennen, zeigt die erste Prüfkategorie. Im standardisierten Wischtest konnten alle Kandidaten überzeugen und lieferten eine passable Leistung ab.

Auch im Praxistest ist der Normschmutz kein Problem. Schon nach einem Wischintervall wird er von allen Testteilnehmern zuverlässig entfernt. Die zweite Schmutzart macht es ihnen allerdings deutlich schwerer. Ein Gemisch auf der Basis von Eierlikör simuliert den äußerst hartnäckigen Insektendreck auf der Frontscheibe. Keiner der Probanden schaffte es mit einem Wisch, den Schmutz rückstandslos zu entfernen. Schade, in dieser Kategorie werden die meisten Punkte vergeben. Denn ein Reiniger sollte vor allem eines tun: rückstandslos reinigen.

Der Sommerscheibenreiniger von Dr. O.K. Wack schnitt mit drei Wischintervallen beim hartgesottenen Testschmutz noch am besten ab. Das günstigste Produkt vom Discounter brauchte sogar fünf Intervalle, bis die Scheibe richtig sauber war. Den Normschmutz entfernte der Billigheimer dagegen sehr gut, und auch in den Prüfkategorien Materialverträglichkeit und Handhabung sammelte das preiswerte Produkt von Kauflandfleißig Punkte. Es verfehlt zwar den Gesamtsieg, doch wegen seiner Reinigungskraft und des sehr fairen Preis-Leistungs-Verhältnisses können wir es als promobil-Kauftipp weiterempfehlen.

Gute Materialverträglichkeit

Neben der Reinigungsleistung ist natürlich auch die Materialverträglichkeit entscheidend. Denn der beste Reiniger nützt nichts, wenn er langfristig die verschiedenen Werkstoffe angreift. Deshalb testen wir diese nicht nur auf Lack, sondern auch auf Wischergummis und Polycarbonat, aus dem häufig Scheinwerfer und Blinker bestehen. Das Ergebnis überrascht: Volle Punktzahl für jeden Testteilnehmer. Kein Reinigungsmittel greift irgendeines der Materialien an. Eine Erklärung hierfür liefert ein Blick auf die Inhaltsstoffe. „Knapp 90 Prozent der Bestandteile sind nur Wasser“, bestätigt Reinigungsexperte Ritscher. Da im Gegensatz zu Winterscheibenreinigern kein Alkohol als Frostschutz verwendet wird, sind unsere Testkandidaten besonders materialfreundlich.

Alkohol lässt zum Beispiel die Wischergummis aufquellen oder kann Spannungsrisse im Kunststoff hinterlassen. Doch Alkohol hat auch eine desinfizierende Eigenschaft. Wenn dieser Inhaltsstoff fehlt, kann es zu einer möglichen Keimbildung kommen. Denn nicht bei jedem Reiniger muss die Hartwasserstabilität gegeben sein. Das bedeutet, dass ein chemisches oder biologisches Ungleichgewicht der Produkte zu Sedimenten führen kann. Und diese Ablagerungen können einen Nährboden für Keime bieten. Diese wiederum können die Leitungen oder auch die Scheibenwaschdüsen verstopfen.

Daher unser Tipp: Lassen Sie Reisemobile mit den anfälligen Reinigern nicht zu lange unbenutzt stehen. Bevor Sie das Fahrzeug über den Winter stilllegen, sollten Sie unbedingt die Waschanlage leeren. Außerdem sollten – um eine chemische Reaktion zu vermeiden – keine Reiniger miteinander vermischt werden.

Etikettencheck

Auch wichtig – ein Blick auf die Etiketten. Denn hier müssen alle Inhaltsstoffe korrekt angegeben sein. Außerdem muss auf mögliche Gefahren hingewiesen werden. Hier fällt besonders das Produkt aus dem Discounter positiv auf. Denn in diesem Scheibenreiniger wurde zusätzlich Bitrex beigemischt. Das Brechmittel soll Kinder vom Trinken abhalten und im Notfall Erbrechen auslösen. Das Produkt von Nature Line wirkt auf den ersten Blick zwar sehr umweltfreundlich, doch das täuscht. „Das ist nur die Aufmachung“, erklärt uns Reinigungsprofi Ritscher. „Von den Inhaltsstoffen und der Beschreibung lässt es sich nicht als bio identifizieren.“ Ein biologisch abbaubares Produkt muss auch als solches gekennzeichnet werden. Der Verbraucher sollte beim Kauf also lieber zweimal hinschauen, ob der Inhalt auch hält, was die Verpackung verspricht. Vor dem prallgefüllten Regal im Fachhandel stellt sich zudem die Frage, ob man eher zu den Konzentraten oder den Fertigmischungen greifen soll.

Bei Konzentraten muss der Reiniger noch vom Konsumenten im richtigen Verhältnis mit Wasser gemischt werden. Die Fertigmischungen sind gebrauchsfertig und können dagegen sofort eingefüllt werden. Angebrochene Gebinde sollten bei dieser Produktsorte allerdings nicht zu lange lagern, da sonst die Reinigungskraft beeinträchtigt werden kann oder sich sogar Keime bilden. In unserem Labortest nehmen wir dieses Mal nur die gebrauchsfertigen Sommerscheibenreiniger genau unter die Lupe. Beim verdeckten Testeinkauf werden daher nur Produkte im Drei- bis Fünf-Liter-Kanister berücksichtigt. Das Preislimit von zehn Euro darf hierbei aber nicht überschritten werden. Für ein repräsentatives Testfeld kaufen wir im Fachhandel, Baumarkt, Discounter und natürlich auch an der Tankstelle ein. Alle Produkte sind als Spezialreiniger für den Sommer gekennzeichnet und einfach im Geschäft zu finden. Vor allem das Produkt vom Marktführer Sonax ist sehr prominent platziert und an fast jedem Verkaufsstand erhältlich.

Gut und Günstig?

Das Gute vorweg: Alle getesteten Sommerscheibenreiniger kann man bedenkenlos kaufen. Doch bei der Reinigungskraft entpuppen sich die Produkte als mehr oder weniger gelungener Kompromiss. Zwar entfernen sie den normalen Straßenschmutz zuverlässig, doch keiner kann auch den hartnäckigen Insektendreck schon beim ersten Wischvorgangrückstandslos entfernen.

Am besten gelingt das dem „Easy Cleaning“-Produkt von Shell. Es braucht für eine saubere Scheibe nur drei Wischintervalle. Das Schlusslicht bildet der Reiniger von Nature Line. Dieser braucht fünf Intervalle beim Insektenschmutz und zeigt auch beim Straßendreck die schwächste Leistung.

Trotzdem bleibt das Testfeld in diesem Prüfpunkt nah beieinander. Alle Testteilnehmer präsentieren sich außerdem als sehr material- und anwenderfreundlich. In der Rubrik Materialverträglichkeit gibt es für alle Scheibenreiniger die volle Punktzahl.

Bei der Produktsicherheit trennt sich schließlich die Spreu vom Weizen. Hier fällt das preiswerte Discounter-Produkt „Kaufland Dynamik Scheibenklar“ durch seine verbraucherfreundliche Kennzeichnung und den Einsatz des Bitterstoffes Bitrex positiv auf.

Was sagen die Profis?

„Beim Normschmutz unterscheiden sich die Reiniger kaum voneinander, der Insektendreck ist schon schwieriger.“ Frank Ritscher, Kärcher-Laborchef

„Verbraucherfreundliches Produktdesign und ein faires Preis-Leistungs- Verhältnis – das sind wichtige Kaufargumente.“ Susanne Huthmacher, Praktikantin bei Kärcher

So testet promobil

Der beste Scheibenreiniger nützt im Alltag nichts, wenn er den Schmutz nicht zuverlässig entfernt. Um die Reinigungswirkung unter reproduzierbaren Bedingungen überprüfen zu können, testen wir die Produkte im standardisierten Wischtest. Im Labor wurde hierfür ein genormter Testschmutz angerührt. Mit einem Weißgradmessgerät wird das angeschmutzte Testmaterial vor und nach dem maschinellen Wischvorgang gemessen. Um mögliche Fehlmessungen durch Schmierstreifen auszuschließen, verwenden wir eine genormte Schablone. So kann der individuelle Weißgrad genau gemessen werden, und die Leistung der Reinigungsprodukte wird genau getestet. Außerdem wurden die Sommerscheibenreiniger auf ihre Anwenderfreundlichkeit (Anleitung und Handhabung) genau inspiziert. Hier spielt auch ein verbraucherfreundliches Produktdesign eine wichtige Rolle.

Die vollständige Angabe der Inhaltsstoffe und die korrekte Kennzeichnung auf den Etiketten sind ebenso ein wichtiger Prüfpunkt. Dabei ist nicht nur die Produktstabilität entscheidend, sondern auch die mögliche gesundheitliche Beeinträchtigung durch allergieauslösende Stoffe. Besonders achten wir auf Celemene, die häufig als Duftstoffe eingesetzt werden. Dieser Inhaltsstoff wurde allerdings bei keinem der getesteten Produkte gefunden.

Ein weiterer Bewertungspunkt ist der Geruch. Dabei entscheidet das Urteil einer vierköpfigen Jury. Diese besteht zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen. Denn beide Geschlechter nehmen verschiedene Düfte unterschiedlich wahr. Das bestätigt auch eine Studie des Geruchsforschers Hanns Hatt von der Ruhr-Universität in Bochum. Frauen bevorzugen demnach die süßen und blumigen Düfte, wohingegen Männer eher bei fruchtigen Noten wie zum Beispiel Zitrone zugreifen.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
Top-Themen
Mercedes legt in den nächsten Monaten jede Menge Neuheiten auf Kiel. Hier die wichtigsten neuen Mercedes-Modelle im ...mehr
VW zeigt einmal mehr, was aus dem MQB herauszuholen ist. Auf Basis des südamerikanischen Polo haben die Entwickler ...mehr
Das vorletzte Rennen der 2018er Saison war ein Hit. Lewis Hamilton siegte vor Max Verstappen, der eigentlich hätte ...mehr
Ähnliche Artikel
Anzeige
Auto Motor und Sport
Anzeige
Video
Tankstellen-Suche
Hier finden Sie günstige Tankstellen in Ihrer Nähe
Anzeige
Highlights
Motorenöl-Spezialist „Liqui Moly“ legt auch für das kommende Jahr seinen Girls- und Motorsport-Kalender auf. Ab November wird es beide Kalender im Handel geben. Bildershow:mehr
Wer seinen Führerschein genauer anschaut, sieht dort viele kryptische Buchstaben-Kombinationen. Wir erklären, was hinter der Abkürzungen der Fahrerlaubnis-Klassen steckt.mehr
E-Mobilität
Batterieproduktion: Altmaier mit ehrgeizigem Ziel
Wer die europäische Batterieproduktion stemmen wird, ist noch nicht klar. Deutschland will den Aufbau mit 1 Milliarde fördern.mehr