Aktuelle NAS-Systeme unter der Lupe

Aktuelle NAS-Systeme unter der Lupe: Wir haben die besten Netzwerkspeicher getestet und verraten Ihnen, wie Sie zuhause Ihre private Cloud erstellen!
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Aktuelle NAS-Systeme unter der Lupe: Wir haben die besten Netzwerkspeicher getestet und verraten Ihnen, wie Sie zuhause Ihre private Cloud erstellen!

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13.03.2019 - 12:12 Uhr

Netzwerkspeicher sind auch im privaten Bereich eine gute Idee, um Daten im Haushalt zu verwalten. Wir vergleichen aktuelle Geräte und helfen Ihnen bei der Auswahl!

Das NAS: Was ist das überhaupt?

Externe Festplatten sind im Prinzip ein ordentliches Speichermedium: Sie bieten recht viel Speicherplatz, sind günstig in der Anschaffung, sehr mobil und dank USB-Eingang finden sie an den meisten Geräten einen Platz. Gleichzeitig sind sie jedoch auch recht unflexibel: Tablets und Smartphones etwa können mit externen Festplatten nicht viel anfangen, außerdem kann immer nur ein einziges Gerät gleichzeitig darauf zugreifen - denn an mehrere Geräte zur selben Zeit anschließen können Sie diese Festplatten nicht. Falls Sie unter diesen Einschränkungen leiden, gibt es zum Glück eine Lösung mit drei Buchstaben: NAS.

Dieses Network Attached Storage, oder auch Netzwerkspeicher im deutschen Sprachgebrauch, ist im Prinzip ein kleiner Server, den Sie sich zu Hause hinstellen und der permanent eingeschaltet ist. Er verbraucht wenig Strom und ist vielleicht so groß wie ein Schuhkarton. Auf den darin befindlichen Festplatten können Sie Daten jeglicher Art speichern und dann über das heimische Netzwerk darauf zugreifen - und das klappt dann wirklich von jedem Gerät aus und auch mit zahlreichen Geräten simultan. Transportieren lassen sich NAS-Systeme zwar weniger gut, aber dank Anbindung an das Internet können Sie auch von unterwegs darauf zugreifen.

Tipps und Tricks rund um Netzwerkspeicher

  1. Der Aufbau von NAS-Systemen

    Normalerweise werden NAS-Systeme "leer" verkauft. Darin befindet sich also die notwendige Technik für den Betrieb, die Festplatten müssen Sie jedoch noch zusätzlich kaufen und installieren. Das ist in der Realität recht praktisch, da jeder Nutzer selbst entscheiden kann, wie viel Kapazität er braucht. Nehme ich zwei Festplatten mit jeweils 2 TB Kapazität oder 10 TB Kapazität?

    Auch bei den leeren NAS-Systeme werden Sie über deutliche Unterschiede im Preis stolpern. Einige Modelle kosten nur 140 Euro, andere wiederum verlangen nach fast 500 Euro. Die deutliche Differenz kommt durch die Technik zustande: Einige NAS-Systeme sind im Prinzip nichts weiter als Datenarchive, andere wiederum beherrschen etwa die Umwandlung von 4K-Videos in Echtzeit.

    Vor dem Kauf ist es daher wichtig, dass Sie feststellen, was Sie überhaupt brauchen. Einfach zum teuersten Modell zu greifen, wird Sie bestimmt zufriedenstellen - aber vielleicht hätten Sie alle notwendigen Features auch für 300 Euro weniger bekommen. Daher gilt: Erstellen Sie zuerst eine Liste an notwendigen Features und sehen Sie sich dann nach einem passenden Modell um.

  2. Prozessor und Arbeitsspeicher: Wie wichtig ist die Technik?

    Ein NAS-Server ist in seinem Kern aufgebaut wie ein beliebiger Computer. Es gibt also CPU, Arbeitsspeicher, Netzwerkkomponenten, Festplatten, Stromversorgung und so weiter. Zentral für die Leistung des Systems sind bei einem NAS-System vor allem jedoch CPU und RAM - also schauen wir uns die einmal genauer an.

    Nehmen wir etwa das Drobo 5N2 und das Thecus N2350 als Vergleich: Ersteres NAS-System besitzt eine Quad-Core-CPU mit 1,6 GHz Taktfrequenz von Intel, die Variante von Thecus liefert eine Dual-Core-CPU mit 1,0 GHz auf ARM-Basis. Das 5N2 kommt zudem mit gleich 8 GB RAM, während das schwächere NAS nur auf 1 GB kommt. Wenn Sie sich diesen Vergleich anschauen, wissen sie auch sofort, woher die teilweise eklatanten Preisunterschiede stammen.

    Ob Sie jene Leistung wirklich brauchen, hängt von mehreren Fragen ab. Nutzen mehrere Nutzer das NAS regelmäßig gleichzeitig? Laufen permanent viele Anwendungen parallel? Streamen Sie Filme und Serien an mehrere Geräte in unterschiedlichen Auflösungen? Nicht jeder Anwender braucht massive Leistung im NAS.

  3. Ein Blick auf die Schnittstellen

    Ebenfalls nicht unwichtig sind die Schnittstellen. Das fängt an bei der Netzwerkverbindung: NAS-Systeme werden via Kabel mit dem Router im Haushalt verbunden, von dort aus werden die Daten dann wahlweise durch WLAN oder ein weiteres Kabel an andere Geräte verteilt. Gigabit-Ethernet ist inzwischen der Standard, den alle NAS-Systeme bieten - also die Übertragung von Daten zum Router mit einer Geschwindigkeit von 1 Gbit/s.

    Einige Modelle, wie etwa das TS-251A oder TS-328 von QNAP oder das Thecus N2810Pro bieten jedoch gleich zwei dieser Schnittstellen, die sich dann bündeln lassen. Dieses Feature nennt man Link Aggregation, der Datendurchsatz kann sich dadurch theoretisch verdoppeln. Dafür müssen aber alle angeschlossenen Geräte auch mit der Technik umgehen können, was im Privatgebrauch eher seltener der Fall ist - daher können Sie das Feature meistens ignorieren.

    Die Hersteller gehen allesamt auch eher recht konservativ mit neuer Technik um. USB-C beispielsweise spielt noch keine Rolle bei den Verbindungen, auch an aktuellen NAS-Systemen finden Sie nur USB 2.0 oder USB 3.0. eSATA war für einige Jahre auf dem Vormarsch, inzwischen hat sich jedoch auch dieser Standard wieder verabschiedet (mit Ausnahme der DiskStation 218+ von Synology).

  4. Die Anzahl der Festplatten

    Sehr wichtig sind die verfügbaren Schächte für Festplatten und die Frage danach, mit welchen Größenordnungen die NAS-Systeme umgehen können. Beispielsweise bietet das TS-251B-2G von QNAP Platz für zwei Festplatten mit maximal 14 TB Kapazität pro Stück - was insgesamt schon sehr üppige 28 TB sind. 24 TB bieten etwa die DS218 und DS218+ von Synology. Auch Modelle mit vier oder mehr Schächten existieren, dort sind dann auch Kapazitäten von mehr als 50 TB denkbar.

    Unser Tipp ist in jedem Fall, lieber zu viel als zu wenig zu kaufen. Sie haben berechnet, dass Sie aktuell etwa 4 TB Daten haben, die Sie gerne auf das NAS auslagern würden? Dann kaufen Sie nicht einfach 4 TB Kapazität, sondern investieren Sie lieber in 6 oder 8 TB. Mehr Daten fallen in Zukunft auf jeden Fall an - und jedes Jahr neue Festplatten nachkaufen erzeugt Aufwand und ist teuer. Halten Sie sich also einfach an das gute, alte Motto: Viel hilft viel.

  5. Die Installation

    NAS-Systeme werden "fertig" ausgeliefert, Sie müssen also normalerweise nichts machen - mit Ausnahme der Bestückung der Festplatten natürlich. Wie das genau funktioniert, unterscheidet sich von System zu System. Kompliziert ist der Prozess aber nicht. Wenn Sie ein IKEA-Regal zusammensetzen können, werden Sie auch kein Problem haben, eine Festplatte in einen Schacht zu setzen. Komfortabel sind vor allem die Systeme ohne Werkzeug, wie etwa beim Drobo 5N2.

    Nach dem Einschalten installiert der NAS-Server dann die notwendige Firmware automatisch. Über einen beliebigen Computer, der mit dem Netzwerk verbunden ist, können Sie den Server dann aufrufen und erste Einstellungen treffen. Wie genau Sie das NAS-System erreichen, erklärt Ihnen der Hersteller in der mitgelieferten Anleitung. Nach Abschluss dieser Maßnahmen können Sie das NAS-System dann auch schon so nutzen, wie Sie es für richtig halten.

  6. Wie wichtig ist die Leistung?

    NAS-Server sind Systeme, die fast ausschließlich dazu dienen, Daten zu verteilen. Entsprechend wird die Leistung am besten daran gemessen, wie viele Megabyte pro Sekunde das Gerät durch das Netzwerk schaufeln kann. Hier limitiert zwar oft die Geschwindigkeit der Netzwerkverbindung - aber eben nicht immer. Viele Geräte zeigen zu Beginn eines Transfers eine hohe Geschwindigkeit, danach brechen sie aber ein.

    Sehr gute Werte zeigt beispielsweise die DiskStation DS218+ von Synology, die es auf 116,3 Mbyte/s beim Schreiben und 117,5 Mbyte/s beim Lesen bringt. Einen Unterschied machen auch eventuell genutzte RAID-Modi aus. Das QNAP TS-328 beispielsweise bietet drei Schächte für Festplatten und ermöglicht dadurch RAID 5. Dauerhaft sind damit 116 Mbyte/s beim Lesen und Schreiben möglich. Wird das gesamte System zu RAID 1 konvertiert, sackt die Geschwindigkeit jedoch auf 75 Mbyte/s ab.

    Das zeigt: Nicht nur die rohe Leistung auf dem Datenblatt entscheidet, sondern auch die Konfiguration seitens des Anwenders - und der Datentyp selbst. Gute Ergebnisse erzielen mehr oder weniger alle Systeme, wenn es um den Transfer großer, zusammenhängender Dateien geht. Ein gutes Beispiel sind Filme in Ultra-HD, die schnell in den zweistelligen Gigabyte-Bereich vorstoßen. Das QNAP TS-251A sowie die TeraStation 3210DN von Buffalo bringen es dann auf 108 Mbyte/s beim Schreiben.

    Ganz anders sieht es aus, wenn es sich um viele kleine Dateien handelt. Ein Beispiel ist ein Backup von einer Größe von 2 GB, verteilt auf 4.000 einzelne Dateien. Das soeben erwähnte Modell von QNAP bringt es dann nur noch auf 31 Mbyte/s. Das ist am Ende technikbedingt: Der Schreib-/Lesekopf der Festplatten muss derart oft hin und her springen, dass darunter die Transfergeschwindigkeit leidet. Mitunter kann die Datenrate dann wirklich kaum noch erträglich werden: Das Zyxel NAS326 quält sich in demselben Test mit 9,3 Mbyte/s ab.

    Ein weiterer Garant für das Einknicken der Geschwindigkeit ist die Abarbeitung paralleler Aufgaben. Der Transfer eines großen Backups und eines Ultra-HD-Films gleichzeitig lässt die Transferrate beim DiskStation DS218 auf 85,1 Mbyte/s einknicken. Das Schlusslicht ist das NAS326 von Zyxel, hier sind es dann nur noch 31,2 Mbyte/s. Auffällig bei den Tempo-Siegern ist jedes Mal, dass sie über eine vergleichsweise starke CPU und viel RAM verfügen - aber all das hat natürlich seinen Preis, denn günstig sind die Geschwindigkeitskönige nicht.

  7. Die Anzahl der Schächte: Wie viel ist genug?

    Ein einzelner Schacht reicht schon aus, um einen NAS-Server zu betreiben - aber wirklich flexibel sind Sie mit diesem Einstieg in die NAS-Welt nicht. Sobald Sie mehr Kapazität brauchen, müssen Sie schon jonglieren, da Sie einen Weg finden müssen, die Daten auf die neue Festplatte zu kopieren. Besser ist es, wenn Sie sich gleich nach einem Modell mit zwei Schächten umsehen.

    Für den Einsatz im Privatbereich gibt es kaum bessere NAS-Server: kompakt, schnell, leistungsstark und mit genügend potenzieller Kapazität gesegnet. Ebenfalls erhältlich sind jedoch Modelle mit drei Schächten - was ein Vorteil sein kann, wenn Sie etwa ein RAID 5 aufstellen möchten, oder ein RAID 1 mit zusätzlicher Backup-Festplatte. Ein typisches Gerät dieser Klasse ist das TS-328 von QNAP.

    Bedenken Sie: Vier verfügbare Schächte heißt nicht, dass auch vier Festplatten enthalten sind! Die Festplatten müssen Sie in fast allen Fällen zusätzlich kaufen. NAS-Systeme mit vier Schächten würden dann bei Vollausbau noch einmal vier Festplatten verlangen - ein unter Umständen teures Unterfangen.

    Nach oben offen gibt es dann auch kaum Grenzen. Systeme mit vier und sechs Schächten sind ebenfalls erhältlich, aber für die meisten Käufer im Privatbereich überdimensioniert und auch zu teuer. Selbst Modelle mit 18 Schächten gibt der Markt her - aber diese Varianten richten sich dann an professionelle Anwender, welche die NAS-Systeme gewerblich nutzen.

  8. Betriebsgeräusch: Wie wichtig ist die Lautstärke?

    Nicht unterschätzen sollten Sie dieses Thema: NAS-Systeme müssen gekühlt werden, was durch den Einsatz von Lüftern geschieht. Außerdem arbeiten darin (meistens) mechanische Festplatten, die im Einsatz Vibrationen erzeugen. Beide Merkmale sind Lärmquellen, die Sie bei einigen Systemen mehr und bei anderen Modellen weniger deutlich wahrnehmen werden. Hier ist der Einsatzort entscheidend: Soll der NAS-Server beispielsweise in einer Abstellkammer sein Dasein fristen, ist die Lautstärke praktisch egal, da Sie damit nicht konfrontiert werden.

    In einer kleinen Single-Wohnung, in welcher der Server vielleicht im Schlafzimmer stehen soll, ändert sich die Sachlage. Dann sollten Sie unbedingt darauf achten, ein möglichst leises Modell zu erwerben und Festplatten zu wählen, die im Betrieb ebenfalls nicht zu laut werden. Generell ist es aber immer eine gute Idee, den NAS-Server nicht dort aufzustellen, wo Sie in der Wohnung Ihre Zeit verbringen. Besser sind also die besagte Abstellkammer, Durchgangsbereiche wie ein Flur und ähnliche Areale. Auch die Unterbringung in einem Schrank ist denkbar - sofern für Luftzufuhr gesorgt ist.

  9. Die Temperatur: Anlass zur Sorge?

    Wo gerechnet wird, entsteht Abwärme. NAS-Systeme sind keine Ausnahme dieser Regel. Allerdings sollten Sie bei der Auswahl Ihres Systems die entstehende Wärme nicht berücksichtigen. Ob eine Festplatte beispielsweise 30° Celsius warm wird oder 40° Celsius, ist für den Betrieb absolut irrelevant. Auch langfristig drohen keine Schäden. Bei handelsüblichen NAS-Systemen müssen Sie sich darüber also keine Gedanken machen. Eine Ausnahme besteht nur dann, wenn die Lüfter keine frische Luft bekommen - was etwa dann der Fall sein kann, wenn das System in einem Schrank steht.

    Dann können Geräte wie das My Cloud EX2 Ultra von Western Digital tatsächlich zu heiß werden. Dieser NAS-Server wird im Betrieb ohnehin deutlich wärmer als die Konkurrenz, was unter anderem an den hochkant eingebauten Festplatten liegt. Aber selbst dann gilt, dass zu viel Hitze nur dazu führt, dass sich das System abschaltet. Dass Festplatten bei Privatanwendern wirklich aufgrund zu hoher Hitzeentwicklung einen Defekt erleiden, ist in der Realität praktisch ausgeschlossen. Eher treten Fehler in anderen Bereichen auf.

  10. Zugriff aus der Ferne

    Dank Anschluss an das Netzwerk können Sie theoretisch auch vom Stand in Australien auf Ihren NAS-Server zugreifen. Dafür müssen Sie nur zuerst die notwendigen Einstellungen konfigurieren, was bei jedem System etwas anders abläuft. Theoretisch beherrschen dies jedoch alle NAS-Systeme in unserem Test. Auch die Bedienung unterscheidet sich nicht: Ohnehin greifen Sie immer von einem Browser aus auf die Oberfläche zu. Ob Sie zu Hause sitzen oder in einem anderen Land, spielt für die Bedienung gar keine Rolle. Allein anhand der Geschwindigkeit werden Sie merken, dass die Daten erst um die halbe Welt müssen - anders als in Ihrem Netzwerk zu Hause.

    Übrigens lassen sich NAS-Systeme auch so einstellen, dass andere Nutzer darauf Zugriff bekommen. Jene Zugriffe sichern Sie dann via Nutzername und Passwort. Das kann in manchen Situationen praktisch sein - etwa, wenn eine ganze Familie auf das Gerät zugreifen möchte. Über den Server bekommt dann jedes Familienmitglied einen einzelnen, zugewiesenen Bereich, wo Daten abgelegt werden dürfen. Zugriff auf alle Ordner hat nur der Administrator. Gleichzeitig dürfen Sie nicht vergessen, dass der Fernzugriff theoretisch auch Angriffsfläche bietet: Ein NAS-Server, der über das Internet bereitgestellt wird, ist natürlich auch für Angreifer erreichbar. Hier sorgen starke Passwörter für Abhilfe.

  11. App-Support: wichtiger Trend bei NAS-Servern

    Da das NAS an das Netzwerk angeschlossen ist, steht einem Zugriff über das Internet nichts im Weg. Von dort aus können Sie dann auch größere Dateien herunterladen - und wie schnell das geht, hängt von der Uploadgeschwindigkeit Ihres Internetzugangs zu Hause ab. Standardmäßig greifen Sie einfach über den Browser auf die Inhalte des NAS-Servers zu. Für Geräte wie Smartphones stehen hingegen Apps bereit, die für Android und iOS den Zugriff auf den Server erlauben. Andere Betriebssysteme werden von den Herstellern in der Regel nicht mehr mit passenden Apps beliefert.

    Je nach Uploadgeschwindigkeit können Sie dann sogar von unterwegs Filme oder andere Videos streamen. In der Praxis schaffen Sie das mit praktisch jeder Internetverbindung vor allem bei Musik oder Fotos, die kleinere Datenmengen bereitstellen und deren Streaming immer unproblematisch ist. Auch die Synchronisation von Daten ist inzwischen möglich: Ein Programm überwacht permanent die Daten auf Ihrer Festplatte. Stellt es eine Änderung fest, werden die neuen Daten sofort auf den NAS-Server hochgeladen und stehen somit dort als Backup bereit - vollständig automatisch.

    Vor allem Hersteller wie Synology oder QNAP bieten außerdem sehr umfangreiche App-Stores an. Dort können Sie dann Programme installieren - und deren Vielfalt sollte jeden Privatanwender befriedigen. Von WordPress über Backup-Lösungen bis zu E-Mail-Anwendungen, Multimedia, Audio und sogar komplette Office-Lösungen ist einfach alles denkbar. Sie wollen eine Webcam steuern und das Videomaterial gleich archivieren? Mit einem guten(!) NAS-Server können Sie es. Nur Buffalo fällt aus dem Rahmen, denn dieser Hersteller hat keinen App-Store im Programm.

Die besten NAS-Server im Vergleich

Jetzt wird es konkret: Wir haben uns insgesamt elf Netzwerkspeicher ausgesucht, die im Jahr 2019 empfehlenswert sind, und sie miteinander verglichen - und natürlich auch einen Sieger gekürt. Los geht's!

  1. 11. Platz: Zyxel NAS326

    Schön preiswert ist dieses NAS von Zyxel, das Sie sich jedoch mit gewissen Nachteilen erkaufen: Beispielsweise vibriert das Gehäuse recht stark, wenn die Festplatten arbeiten, außerdem können Sie das Gerät nicht separat ausschalten - nur das Ziehen des Netzsteckers hilft. Dafür klappt jedoch die Einrichtung ohne nennenswerte Probleme über eine ansehnliche Web-Oberfläche. Ein App-Center gibt es ebenfalls, dort stehen etwa Anwendungen wie Dropbox oder WordPress zur Verfügung. Technisch gesehen sind vor allem die Übertragungsraten zu Beginn zwar in Ordnung, nach kurzer Last brechen sie jedoch ein.

  2. 10. Platz: Western Digital My Cloud EX2 Ultra

    Dieses System von Western Digital besticht vor allem durch seine angenehm niedrige Geräuschkulisse. Leider schluckt das Gehäuse jedoch keine 2,5-Zoll-Festplatten, Tasten am Gehäuse fehlen ebenfalls. Ungewöhnlich ist auch die Montage der Festplatten, da diese hochkant ins System gesteckt werden. Unpraktisch für Einsteiger ist die Tatsache, dass die meisten Protokolle für die Datenübertragung standardmäßig deaktiviert sind. Das heißt, Sie müssen sie erst einschalten - was aber viele Anfänger vor Probleme stellen dürfte. Schön: Wichtige Anwendungen wie Plex sind auch für das NAS von Western Digital erhältlich.

  3. 9. Platz: Drobo 5N2

    Aufgrund recht schnell rotierender Lüfter ist das 5N2 von Drobo immer recht deutlich wahrnehmbar - was andererseits aber für sehr kühle Festplatten sorgt. Die Inbetriebnahme gelingt ohne Probleme und das Dashboard ist schön übersichtlich. Interessant: In diesem NAS gibt es sogar einen Akku, sodass das System für einen gewissen Zeitraum ohne Netzstecker arbeiten kann. Mit maximal 64 TB Speicherkapazität, verteilt auf fünf Festplattenschächte, gewährt das NAS außerdem eine immens opulente Speicherbestückung. Eine App für Android und iOS rundet das Angebot ab, die Verwaltung klappt damit auch mobil.

  4. 8. Platz: Thecus N2350

    Überaus günstig können Sie das N2350 von Thecus erwerben. Ein weiterer Vorteil sind die abschließbaren Schächte für die Festplatten - ein Vorteil, wenn Sie das Gerät häufig von A nach B transportieren. Dafür spart der Hersteller aber bei der Ausstattung, denn echte Schalter finden Sie am NAS nicht und ausschalten können Sie es ebenfalls nicht. Auch die Lüfter bleiben stets gut wahrnehmbar. Beim Bedienkomfort kommen vor allem Personen mit Erfahrung auf ihre Kosten, Einsteiger finden bei QNAP oder Synology bessere Oberflächen. Alles in allem reicht es aber für eine Empfehlung als Preis-Leistungs-Sieger.

  5. 7. Platz: Buffalo TeraStation 3210DN

    Dieses NAS gibt es nur vorbestückt mit einzelnen Festplatten zu kaufen, wodurch natürlich der Preis deutlich steigt. Beim Booten - was natürlich selten vorkommt - geht die TeraStation 3210DN auch recht lautstark an die Arbeit. Schön ist das Schloss, mit dem Sie das System verriegeln können. Für den Heimgebrauch ist die Lösung von Buffalo weniger gedacht, eher stehen kleine Unternehmen im Vordergrund. Das merkt man unter anderem an der Übertragungsrate der Daten, die stets hoch bleibt - auch bei kontinuierlichem Einsatz. Einen App-Store bringt das NAS leider nicht mit, was Privatanwendern weniger gefällt.

  6. 6. Platz: Thecus N2810Pro

    Der bereits zweite Beitrag von Thecus in unserer Liste beherrscht Link Aggregation und bietet abschließbare Schächte. Dafür können Sie auch dieses Modell leider nicht ausschalten. Sehr simpel geht die Bestückung mit Festplatten vonstatten, denn dafür ist kein Werkzeug notwendig. Ebenso wie Buffalos TeraStation überzeugt auch das N2810Pro mit hohen Datenraten im Praxiseinsatz - und auch die Oberfläche ist angenehm übersichtlich gestaltet. Im Vergleich zu den Testsiegern fehlen jedoch vor allem Apps aus dem Store, denn dort bietet die Konkurrenz einfach wesentlich mehr Auswahl (wenn auch zum höheren Preis).

  7. 5. Platz: QNAP TS-251A

    Interessant: Das TS-251A ist mit einem HDMI-Port ausgestattet, sodass Sie es beispielsweise an einen Fernseher anschließen können. Filme, die auf dem NAS gespeichert sind, lassen sich dann direkt vom Fernseher aus abrufen - ohne Umweg über das Netzwerk zu Hause. Wie bei QNAP üblich erhalten Käufer außerdem eine enorme Funktionsvielfalt, ein übersichtliches Interface, schnelle Technik und viele weitere Vorteile. Anwender dürfen außerdem Alarme konfigurieren: Wichtige Systemereignisse, vielleicht eine defekte Festplatte, sendet das Gerät dann via E-Mail oder SMS an den Benutzer - und Festplatten sind sogar im Betrieb wechselbar.

  8. 4. Platz: Synology DiskStation DS218

    Dieses NAS verträgt Festplatten im 3,5- oder 2,5-Zoll-Format, die sich auch im Betrieb wechseln lassen, und bietet Platz für bis zu 24 TB Kapazität. Hohe Transferraten gibt es sowohl bei kurzen Burst-Einsätzen wie auch dauerhaft, zusätzlich beherrscht das System die Transkodierung von 4K-Videos in Echtzeit. Mehrere USB-Ports erlauben etwa die zusätzliche Anbindung von externen Festplatten, die etwa als Backup-Medium fungieren können. Ein gewaltiger App-Store und eine tolle Oberfläche runden das Angebot ab. Der Nachteil ist hier natürlich der Preis, denn günstig ist das DS218 nicht mehr.

  9. 3. Platz: QNAP TS-251B-2G

    Die Bronze-Medaille sichert sich dieses System von QNAP - und dieser Sieg geht vor allem auf das enorm hohe Tempo beim Versand von Daten zurück. Zwei Festplattenschächte sind für die meisten Privathaushalte ausreichend - und auch hier gibt es einen HDMI-Port für den Anschluss an Displays und Fernsehern. 4K-Transkodierung ist inbegriffen, ebenso wie eine starke Hardware-Verschlüsselung aller Daten. An der Oberfläche gibt es wieder einmal nichts zu bemängeln und regelmäßige Updates der Firmware sorgen für die notwendige Sicherheit im Alltag. Schnäppchenjäger sehen sich jedoch anderswo um.

  10. 2. Platz: QNAP TS-328

    Eher für den professionellen Einsatz gedacht, und nicht als Multimedia-Center, ist das TS-328. QNAP bewirbt das Gerät explizit als Einsatzort für ein selbstgebautes RAID 5, was sowohl für Geschwindigkeit als auch Datensicherheit sorgt. Verzichten müssen Sie hier nur auf einen Ausschalter. Das UI und die App-Stores sind wieder einmal sehr gut gelungen, an zusätzlichen Anwendungen wird es hier niemandem fehlen - und auch an der Leistung gibt es nichts zu rütteln. Einen HDMI-Port gibt es hier jedoch nicht, was jedoch zu einem Gerät für professionelle Anwender auch nicht so recht passen würde.

  11. 1. Platz: Synology DiskStation DS218+

    Den Testsieg sichert sich der große Bruder des DS218. Im Vergleich gibt es hier noch einmal mehr Leistung, was die Video-Transkodierung beschleunigt, außerdem kommt eine Verschlüsselung auf AES-Basis hinzu. Trotz hoher Leistung bleibt das DS218+ auch unter Last angenehm leise. Enthusiasten stören sich höchstens an den nur zwei Schächten für Festplatten - was im Zeitalter von 14-TB-Festplatten jedoch weniger ins Gewicht fällt. Soll es nur den Heimgebrauch das Nonplusultra unter den NAS-Systemen sein - sowohl für die Datensicherung als auch Multimedia -, ist dieses nicht ganz günstige System eine exzellente Wahl.

Unser Testverfahren

Um für ein wenig Transparenz zu sorgen, zeigen wir Ihnen zum Abschluss, wie die Gestaltung unserer Liste entstanden ist und von welchen Eckpunkten die Platzierung abhängt.

  • Geschwindigkeit

Hinsichtlich der Geschwindigkeit unterscheiden wir in einen theoretischen und praktischen Anteil. Zuerst haben wir geschaut, wie viel Datendurchsatz theoretisch möglich ist. Das erlaubt das Tool "NAS Performance Tester". Von einem PC aus schreiben wir dann auf den NAS-Server unterschiedliche große Datenpakete - im Bereich von 100 bis 8.000 MB. Vor allem bei kleinen Datenpaketen limitieren CPU und RAM, während die großen Datenpakete wirklich die volle Leistung zum Entfalten bringen.

Um praxisnahe Tests zu erstellen, wurden unterschiedliche Datenpakete zusammengestellt: ein 2 GB großes Paket mit insgesamt 4.195 Dateien und der Ultra-HD Film "Tears of Steel", der 6,3 GB als einzelne Datei einnimmt. Das kleinere Paket wird direkt auf das NAS geschrieben, während der Film auf den Server kopiert und wieder zurück auf den PC geschrieben wird. Die anschließenden Ergebnisse sind sehr nah an dem, was in der Praxis wirklich anfällt und lassen daher Rückschlüsse auf die Performance zu.

Als letzte Disziplin kommen parallele Tests zum Einsatz. Wir kopieren also sowohl den Film als auch das kleine Datenpaket gleichzeitig. Am Ende lassen alle Testläufe Aussagen darüber aus, wie CPU und RAM belastet werden. Von Tests in RAID 0 haben wir abgesehen: Diese würden zwar eindeutig schneller ausfallen als alle anderen Tests, allerdings sind sie in einem NAS-System praxisfern, da ein nicht unerhebliches Risiko des Datenverlusts mit dem Setup eines RAID 0 einhergeht - und das lassen weder private Anwender noch Gewerbliche zu.

  • Ausstattung

Wie viele Schächte, wie viele Schnittstellen, welche Hardware und Software gibt es? Was für Serverdienste sind vorhanden und welche Protokolle und RAID-Modi sind unterstützt? Bietet der Server eine Verschlüsselung für Daten an? Eine umfangreiche Ausstattung ist immer ein Pluspunkt und führt damit zu einer besseren Platzierung in unserem Ranking.

  • Handhabung

Eine komplexe Bedienung weist nicht zwangsläufig auf eine Vielfalt an Optionen hin. Auch sehr aufwendige Aufgaben können mit einer einfachen Benutzeroberfläche realisiert werden. Ein gutes NAS-System ist daher komplett in deutscher Sprache eingerichtet und liefert auch Handbücher in gutem Deutsch mit. Die Oberfläche ist sofort zu erfassen und die Bedienung macht einfach Spaß - und auch der Wechsel von Festplatten und ähnliche Manöver mit der Hardware fließen in die Kategorie ein.

  • App-Vielfalt und -Qualität

Lassen sich NAS-Server durch App-Stores erweitern, bieten sie mehr Funktionen - und das ist zwangsläufig ein Pluspunkt. Wir schauen daher, welche Apps verfügbar sind und welche Qualität diese mitbringen. Für die Nutzung unterwegs ist hingegen entscheidend, ob iOS und Android ebenfalls mit passenden Apps für den Datenzugriff aus der Ferne versorgt werden.

Die Testsieger in Einzeldisziplinen

Schauen wir uns jetzt noch an, welche NAS-Server uns besonders überzeugt haben.

  • Gesamtsieg

Insgesamt sichert sich das DiskStation DS218+ von Synology den Testsieg. Extreme Flexibilität zu Hause und im Büro werden kombiniert mit hohem Tempo und ebensolchen Kapazitäten. Die Inbetriebnahme gelingt auch Einsteigern, während das Interface einfacher nicht sein könnte - ohne an Funktionen zu sparen. Auch unter Volllast bleibt das Gerät dabei angenehm leise. Nur günstig ist dieser NAS-Server nicht - aber Qualität gibt es nun einmal nicht umsonst.

  • Preis-Leistungs-Sieg

Für wenig Geld gibt es das N2350 von Thecus. Klar: Die Datenraten sind bei der Konkurrenz höher. Außerdem gibt es auch weniger Komfort als bei der Konkurrenz - und der Geräuschpegel ist auch höher angesiedelt. Dennoch hat das System seine Nische: Als reines Datenarchiv für Dokumente jeglicher Art können Sie kaum einen günstigeren NAS-Server mit vergleichbarer Ausstattung auf dem Markt finden. Daher sichert sich das System den Preis-Leistungs-Sieg.

  • Herausragendes Tempo

Als schnellstes Modell im Test hat sich das TS-251B-2G von QNAP herausgestellt. Zwei Schächte zeichnen das Gerät aus, das für Backups, Videostreams und zahlreiche weitere Aufgaben wie geschaffen ist. Wenn Sie nach einem kompromisslos schnellen NAS-Server suchen, sollten Sie dieses Modell unbedingt in die nähere Auswahl einbeziehen. Pluspunkt zum Schluss: Dank HDMI-Anschluss können Sie das System sogar direkt mit Geräten wie einem Fernseher verbinden.

  • Innovative Technik

Das QNAP TS-328 sammelt ähnliche Punkte wie andere Systeme des Herstellers. Als besonderen Bonus gibt es hier dank drei Schächten jedoch auch noch die Option eines RAID 5 obendrauf. Damit kombinieren Sie hohe Datensicherheit mit fantastischer Geschwindigkeit. Klar: Günstig fahren Sie mit einem solchen NAS-Server nicht mehr. Sehnen Sie sich jedoch nach bester Sicherheit in Kombination mit viel Performance, ist dieses System mehr als einen kurzen Blick wert.

Fazit: NAS-Server sind toll - aber die Modellauswahl entscheidet

Zu Hause oder auch im kleinen Büro sind NAS-Server mit zwei Schächten und durchschnittlicher Leistung bereits eine völlig ausreichende Investition. Eine Flut an Funktionen bringen alle guten Modelle mit - und sie sorgen für sehr viel Ordnung in Bezug auf Daten und Dokumente jeglicher Art. Suchen Sie ein Maximum an Sicherheit obendrein, wäre ein Modell wie die DiskStation 218+ von Synology eine gute Idee, denn dort gibt es die hardwareseitige Verschlüsselung von Dokumenten obendrauf. Auch alle anderen Punkte überzeugen - bis auf den Preis, denn das erwähnte Gerät rangiert in der Oberklasse.

Kommt es auf jeden Euro an, wäre etwa das N2350 von Thecus die richtige Wahl. Klar: Hier gibt es viel weniger Funktionen und Leistung, die Oberfläche ist weniger bequem, es gibt seltener Updates. Dafür geben Sie aber auch nur ein Drittel dessen aus, was die Marktführer QNAP und Synology verlangen. Am Ende hängt die Auswahl stark davon ab, was Sie genau brauchen. Lassen Sie sich ruhig Zeit mit der Recherche und schauen Sie lieber einmal zu viel als zu wenig hin - denn im Idealfall wird Sie dieser NAS-Server viele Jahre begleiten und für mehr Komfort beim Jonglieren von Daten sorgen.

Quelle: In Zusammenarbeit mit PC-Welt
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