Diese persönlichen Daten liest WhatsApp aus dem Smartphone aus

25.01.2018 - 08:00 Uhr

Es wird ja schon immer gemunkelt, dass Nachrichtendienste wie WhatsApp unsere Privatgespräche abhören und persönliche Nachrichten auslesen. Auf der einen Seite heißt es, sie sind es selbst, auf der anderen klauen angeblich Hacker persönliche Informationen durch Datenlecks. Was Messenger aber selbst an Informationen sammeln, wird stets geheim oder zumindest vage gehalten.

WhatsApp hält das mit dem Datenschutz ganz locker

WhatsApp hat leichtes Spiel, wenn es um das Thema Datenschutz geht. Obwohl immer häufiger Details über Datenlecks, äußere Angriffe oder interne Daten-Erfassung bekannt werden, scheint das dem Dienst wenig auszumachen. Schließlich ist WhatsApp der meist genutzte Kurznachrichtendienst weltweit und erleichtert die Kommunikation um ein Vielfaches. Jeder, der die App hat, kann so kurz und knapp Nachrichten versenden, die im nächsten Augenblick schon beim Empfänger sind. Eigentlich eine ganz nützliche Sache, wäre da nicht das Thema mit dem Datenschutz.

Denn WhatsApp behauptet zwar standhaft, nur mit den besten Absichten zu handeln, die Negativschlagzeilen und Klagen, die nun vermehrt ans Licht kommen, lassen aber auf etwas anderes deuten. So hört man sogar von Verbraucherschützern, dass Daten zahlreich an Facebook weiterverkauft wurden. Der Messenger WhatsApp wurde schon 2014 von Facebook gekauft, wodurch der Social-Media-Riese alle möglichen Daten der Nutzer übernehmen konnte. Zwar wurden diese von WhatsApp damals beschwichtigt und der Dienst führte sogar eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselungen ein. In einem Website-Beitrag des Anbieters heißt es sogar: „Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung von WhatsApp stellt sicher, dass nur du und die Person, mit der du kommunizierst, lesen kann, was gesendet wurde, und niemand dazwischen, nicht einmal WhatsApp.“ Als dann aber 2016 die Nutzungsbedingungen geändert wurden, traten die vorhergesagten Befürchtungen ein. Denn nun konnten Handynummern der Nutzer mit Facebook synchronisiert werden und auch die Nutzungsdauer der App wurde gespeichert, damit Facebook seine Werbung maßschneidern konnte. Wer sich also schon immer mal gefragt hat, ob und wer so alles bei WhatsApp mitlesen kann, tut dies leider ganz berechtigt.

Welche Daten werden von WhatsApp wirklich gesammelt?

Von WhatsApp werden vor allem offensichtliche Daten gesammelt, die man dem Kurznachrichtendienst durch seine Profileinstellungen zur Verfügung stellt. So erhält der Messenger Zugriff auf Profilbilder, Telefonnummern, Geburtsdaten, Anzeigenamen und dem veröffentlichten Status. Auch Kontaktlisten und deren Nummern und sonstige Angaben werden ausgelesen und gespeichert. Durch GPS-Ortung, WiFi-Netze und Anrufe werden zusätzlich weitere Daten gespeichert und mit Kontakten abgeglichen. Einzelne Nachrichten können zwar durch die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht gelesen werden, aber zahlreiche Meta-Daten werden gesammelt, gespeichert und verarbeitet und so für Werbe- und Verkaufszwecke genutzt.

Und jetzt? Was tun gegen den ganzen Datendiebstahl?

Wer jetzt schnell handeln und das maßlose Datensaugen stoppen möchte, kann erst einmal seine Verknüpfung zum Facebook-Konto in den Nutzungsbedingungen der App abschalten. Aber Achtung: Das geht nur innerhalb von 30 Tagen, nachdem WhatsApp installiert wurde. Danach kann man nur festlegen, mit wem man Account-Informationen teilen möchte. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung macht es zwar möglich, dass individuelle Nachrichten nicht vom Dienstleister eingesehen werden können, aber Achtung: Nur, wenn der Gesprächspartner auch die neueste WhatsApp-Version hat, tritt diese Verschlüsselung ein. Den Zugriff auf Kontaktdaten etc. kann man auch manuell in den Smartphone-Einstellungen anpassen. Für Nutzer ist das aber weniger bequem, da Namen durch die einzelnen Telefonnummern ersetzt werden. Als letzten Ausweg lohnt es sich dann nur noch, anderweitig nach Messengern Ausschau zu halten. Alternativer Kurznachrichtendienst ist beispielsweise Telegram, zwar nutzen ihn deutlich weniger Leute, aber dafür werden hier keine Nutzerdaten geklaut. Die unbefugte Datennutzung von WhatsApp nimmt mittlerweile sogar schon solch ein Ausmaß an, dass das Kartellamt Facebook mit Sanktionen droht.

Datenschutz ist ein heikles Thema im digitalen Zeitalter. An allen Enden wird versucht, so viele Daten wie möglich über Einzelpersonen zu erhalten. Um es den Konzernen nicht zu einfach zu machen, gibt es aber Möglichkeiten, den Zugriff zu erschweren.

Quelle: freenet.de
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