Burnout und Berufsunfähigkeit: Wann zahlt die Versicherung?

Bildrechte: Flickr Handwerker Oliver Hallmann CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten Vor Berufsunfähigkeit ist kein Beschäftigter sicher.
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Bildrechte: Flickr Handwerker Oliver Hallmann CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten Vor Berufsunfähigkeit ist kein Beschäftigter sicher.

Wie gut man seinen Job auch macht, es geht immer noch ein wenig besser – das scheint im Berufsleben derzeit mehr denn je zu gelten. Viele Arbeitnehmer stehen derart unter Leistungsdruck und Stress, dass ein Burnout auf lange Sicht unvermeidbar scheint. Doch wer hilft, wenn es aufgrund von Burnout oder anderen psychischen Erkrankungen bis zur Berufsunfähigkeit kommt? Und wann springt eigentlich die im Vorfeld abgeschlossene Berufsunfähigkeitsversicherung ein – wenn sie es überhaupt tut?

Plötzlich berufsunfähig – und dann?
Aufgrund einer Verletzung, eines Unfalls oder Krankheit seinen Beruf nicht mehr ausüben zu können, dürfte für jeden Arbeitnehmer die Horrorvorstellung schlechthin sein. Denn die dadurch entstandenen Verdienstausfälle werden vom Staat in Form einer Erwerbsminderungsrente lediglich zu 30 Prozent (des Bruttoeinkommens) aufgefangen, sodass viele Betroffene in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Genau davor soll eine Berufsunfähigkeitsversicherung schützen. Sollte der Versicherte aufgrund von Krankheit länger als sechs Monate 50 Prozent seiner beruflichen Tätigkeit nicht mehr ausüben können, wird ihm eine monatliche Rente ausgezahlt, die den entstandenen Verdienstausfall ersetzen soll.

BU – ein Muss für alle Berufstätige
Eine BU lohnt sich somit für all diejenigen, die ein regelmäßiges Einkommen erzielen. Und obwohl sich viele Arbeitnehmer, Selbstständige und Freiberufler über die Bedeutung dieser Absicherung im Klaren sind, geht ein Großteil sorglos mit diesem wichtigen Thema um. Einer Online-Umfrage des Lebensversicherers Canada Life und des Marktforschungsinstituts Toluna aus dem Jahr 2015 zufolge verfügen rund 60 Prozent der Deutschen über keine Versicherung, die sie vor der Berufsunfähigkeit absichert. Dabei erachten rund 30 Prozent der tausend Befragten diese Form der Police als durchaus wichtig. Auch Verbraucherschützer, Analysehäuser und Versicherer betonen, dass die BU einen wichtigen Bestandteil einer jeden privaten Vorsorge darstellen sollte – der entgegen der allgemeinen Annahme nicht zwangsläufig teuer sein muss. Ein 25-jähriger Betriebswirt beispielsweise bekommt bei CosmosDirekt im Fall der Fälle bis zum 60. Lebensjahr eine monatliche Berufsunfähigkeitsrente von rund 1.000 Euro und das für gerade einmal 16,24 Euro Versicherungsbeitrag im Monat (je nach Tarif und Gesundheitszustand).

Psychische Erkrankungen – die häufigste Ursache für Berufsunfähigkeit
Insbesondere in der heutigen Zeit, in der Leistungsdruck und Stress im Berufsleben fast schon an der Tagesordnung sind, ist ein zuverlässiger Schutz eine Investition wert. Denn einer Statistik des Analysehauses MORGEN & MORGEN aus dem Jahr 2013 zufolge sind rund 28,67 Prozent aller Fälle der Berufsunfähigkeit auf psychische Erkrankungen bzw. Nervenleiden zurückzuführen. Doch springt die Berufsunfähigkeitsversicherung tatsächlich immer ein, wenn es aufgrund von einer zu hohen beruflichen Belastung beispielsweise zum Burnout kommt? Das hängt ganz davon ab, bei welchem Versicherer man die BU abgeschlossen hat. Einige schließen psychische Erkrankungen in ihren Policen von vornherein aus. Denn einerseits sind derartige Leiden im Vergleich zu körperlichen Erkrankungen deutlich schwerer festzustellen. Andererseits lässt sich die Dauer der daraus erwachsenden Berufsunfähigkeit nicht immer leicht einschätzen.

Sonderklausel im Vertrag prüfen
Deshalb sollte man vor Vertragsschluss unbedingt prüfen, ob eine Sonderklausel zu psychischen Erkrankungen im Vertrag enthalten ist (bzw. ob diese im Leistungsumfang enthalten sind). Liegt keine Klausel vor, die Burnout-Syndrom als Grund für Erwerbsunfähigkeit ausschließt, ist der Versicherer zur Zahlung verpflichtet. Die Voraussetzung dafür ist immer eine ärztliche Diagnose und eine Mindestdauer der Berufsunfähigkeit von sechs Monaten. Einige Versicherer nehmen in ihren Vertrag eine Zusatzklausel auf, die eine Nachprüfung des Gesundheitszustands erlaubt. Sollte sich der Zustand des Versicherten in der Zwischenzeit deutlich verbessert haben, sodass er wieder mehr als 50 Prozent seiner Tätigkeit leisten kann, darf der Versicherer die Zahlungen einstellen – was für die Versicherten einen finanziellen Nachteil bedeutet. Daher sollte bei der Wahl der Berufsunfähigkeitsversicherung ein Tarif bevorzugt werden, der auf eine Nachprüfung verzichtet.

Quelle: freenet.de
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