Steuern 2019: Das ändert sich für Verbraucher

Im Steuerrecht hat sich einiges getan. Wir verraten Ihnen in unserer Info-Box im Artikel, was sich 2019 ändert. 
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Im Steuerrecht hat sich einiges getan. Wir verraten Ihnen in unserer Info-Box im Artikel, was sich 2019 ändert. 

© Imago/Blickwinkel

Das Jahr 2019 hat begonnen und hält nicht nur gute Vorsätze, sondern auch einige Steueränderungen bereit. Wir sagen Ihnen, was sich 2019 für Sie als Verbraucher in puncto Steuern ändert. 

Steuerliche Entlastungen, neue Fristen und geänderte Regelungen kommen 2019 auf den Steuerzahler zu. Die „Verbraucherzentrale NRW“ hat die Änderungen für das kommende Jahr veröffentlicht. Wir haben das Wichtigste für Sie zusammengefasst.

Steuerentlastungen

Gute Nachrichten für Steuerzahler: Zum 1. Januar 2019 traten diverse steuerliche Begünstigungen in Kraft. Allen voran steigt die Einkommensgrenze für alle Steuersätze. Das bedeutet: Der Grundfreibetrag nimmt zu. Die Bundesregierung reagiert damit auf die Inflationsrate des Jahres 2018. Die Änderung kommt den Steuerzahlern zugute. Lohn- und Gehaltssteigerungen werden nicht durch höhere Steuerzahlungen belastet. 

Lesen Sie hier, welche Steueränderungen 2019 in Kraft treten:

  • Höhere Einkommensgrenze
    Steuerentlastung für alle: 2019 wird die Einkommensgrenze für alle Steuersätze um 1,84 Prozent angehoben. Das bedeutet: Der Grundfreibetrag, der für jeden Steuerzahler steuerfrei bleiben muss, um das Existenzminimum zu sichern, wird erhöht.
  • Höherer Kinderfreibetrag
    Auch der Kinderfreibetrag wird angehoben. Ab 2019 werden 4980 Euro pro Kind und Jahr steuerlich nicht belastet. Das sind 192 Euro mehr als noch 2018.
  • Steuererklärung: Mehr Zeit, weniger Aufwand
    Ab 2019 haben Steuerzahler zwei Monate mehr Zeit, ihre Steuererklärung abzugeben. Die Erklärung für das Jahr 2018 muss bis zum 31. Juli dem zuständigen Finanzamt vorliegen. Neu ist außerdem, dass der Steuerklärung keine Belege mehr beigelegt werden müssen. In den Papiermüll sollten die Quittungen und Nachweise dennoch nicht wandern. Bis zu einem Jahr nach Bekanntgabe des Bescheids kann das Finanzamt die Vorlage der Belege nachträglich verlangen.
  • Steuererklärung: Mehr Zeit
    Die Frist für Steuererklärungen, die mithilfe eines Steuerberaters oder Lohnsteuerhilfevereins beim Finanzamt eingereicht werden, verlängert sich ebenfalls um zwei Monate. War die Erklärung für das Jahr 2017 bis zum 31. Dezember 2018 abzugeben, ist für die Steuerklärung für 2018 bis zum 29. Februar 2020 Zeit.
  • Steuerliche Entlastung für Fahrer von Elektro- und Hybrid-Autos
    Für privat genutzte Firmenwagen musste bislang ein Prozent des Listenpreises als geldwerter Vorteil versteuert werden. Arbeitnehmer, die 2019 privat ein Elektro- oder Hybrid-Dienstfahrzeug nutzen, zahlen nur noch 0,5 Prozent. Die Regelung gilt für Fahrzeuge, die vom 1. Januar 2019 bis zum 31. Dezember 2021 angeschafft oder geleast werden.
  • Dienstfahrrad privat nutzen und steuerfrei strampeln
    Der geldwerte Vorteil durch die private Nutzung eines Dienstfahrrads muss ab 2019 nicht mehr versteuert werden.
  • Minijob: Höherer Lohn, weniger Arbeitszeit
    Ab dem 1. Januar 2019 gilt der neue gesetzliche Mindestlohn von 9,19 Euro auch für Minijobber. Wer einer geringfügigen Beschäftigung nachgeht, darf ein monatliches Gehalt von 450 Euro dennoch nicht überschreiten. Anderenfalls wird das Arbeitsverhältnis sozialversicherungspflichtig. Die Konsequenz: Minijobber müssen die Anzahl ihrer Arbeitsstunden reduzieren.
  • Neue Obergrenze für Midijobs
    Eine steuerliche Entlastung gibt es für Midijobber. Arbeitnehmer, die bislang mehr als 450 Euro und weniger als 850 Euro monatlich verdienten, zahlten günstigere Sozialabgaben. Die bisherige Obergrenze wird ab dem 1. Juli 2019 von 850 Euro auf 1300 Euro angehoben. Die volle Abgabenlast trifft Arbeitnehmer somit erst ab einem monatlichen Entgelt von 1300 Euro. Außerdem erhalten Midijobber in Zukunft den vollen Rentenanspruch.
  • Steuerfrei mit Bus und Bahn zur Arbeit
    Jobtickets für die Nutzung des öffentlichen Nahverkehrs sind ab Januar 2019 steuerfrei. Kostenersparnisse des Arbeitnehmers durch eine kostenlose oder verbilligte Fahrkarte für Busse und Bahnen vom Arbeitgeber müssen dann nicht mehr versteuert werden. Die Regelung gilt nur dann, wenn der Beschäftigte das Ticket zusätzlich zum Arbeitslohn erhält.
  • Essen und Unterkunft für Arbeitnehmer: Sachbezugswerte steigen
    Ab 2019 gelten für Arbeitgeber und -nehmer neue Sachbezugswerte. Der Monatswert für freie Verpflegung steigt auf 251 Euro, für freie Unterkunft und Miete auf 231 Euro. Erhält ein Arbeitnehmer vom Arbeitgeber durchgängig freie Kost und Logis erhöht sich sein zu versteuerndes Bruttoeinkommen somit zukünftig um 482 Euro (231 Euro + 251 Euro).
     

Mehr Zeit für die Steuererklärung

Sie ist eine leidige Angelegenheit und wird gerne aufgeschoben: Die Steuererklärung. Die neue Frist für die Abgabe der Erklärung beim Finanzamt kommt vor allem den Aufschiebern zugute. Zukünftig bleibt den Steuerzahlern zwei Monate mehr Zeit, um die Formulare einzureichen. Der neue Stichtag ist der 31. Juli.

Hier erfahren Sie, welche Gesetzesänderungen 2019 in Kraft treten. 
 

Quelle: freenet.de
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