In Norwegen wird die Butter knapp

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 © Elena Schweitzer - Fotolia.com

Norwegen ist ein reiches Land. Reich an Fisch, reich an Öl, reich an landschaftlicher Schönheit. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf liegt über 50% über dem deutschen. Und doch fehlt es in diesem Land nun an einem Produkt, was in der Nachkriegszeit noch als Symbol für wachsenden Wohlstand diente: Dem Land geht die Butter aus.

Norwegen geht die Butter aus. In vielen Geschäften gibt es keine Butter mehr, in anderen werden die letzten Stück Butter (1/2 Pfund) für horrende Preise verkauft. Von Schwarzmarktpreisen über 20 Euro pro Stück wird berichtet. Im Internet finden sich auch Angebote weit darüber (5000 Kronen, ca. 620 Euro), doch diese dürften eher als Scherz-Angebote aufgefasst werden. Zumindest konnte keine Zeitung über tatsächliche Käufe zu solchen Preise berichten.

Internationale Solidarität

Stattdessen zeigt sich internationale Solidarität, berichtet die Frankfurter Rundschau. Die Dänen erinnern sich derzeit daran, dass ihnen die Norweger vor Jahren Hefe schenkten. Dafür revanchieren sich die Dänen nun mit Butter-Schenkungen im großen Stil. Weniger großzügig wollte ein russischer Schmuggler sein, der mit 90 Kilo Butter im Kofferraum vom norwegischen Zoll gefasst wurde. 3,30 Euro pro Kilo Butter verlangt Norwegen derzeit als Einfuhrzoll.

Gründe für den Engpass

Die Gründe für die Butterknappheit sind vielfältig. Zum einen wollte Norwegens größter Produzent "Tine" Geschäfte mit den USA machen, was das Angebot für den heimischen Markt schwächte. Dazu kam, dass der Sommer verregnet war, die Futterqualität schlecht wurde und die Kühe somit weniger Milch gaben. Zudem wird in Norwegen ein neuer Ernährungstrend immer populärer: weniger Kohlenhydrahte und dafür mehr Fett und Eiweiß. Da in Milch reichlich Fett und Eiweiß vorhanden sind, passt diese hervorragend in diesen neuen Ernährungsplan. Der hohe Einfuhrzoll auf die Butter macht es für Anrainerstaaten nicht leichter, gewinnbringend Butter nach Norwegen zu exportieren.

Wo ist der Butterberg

Große Abverkäufe des EU-Butterbergs nach Norwegen sind nicht mehr möglich. Dieser wurde 2007 offiziell als abgebaut erklärt und steht somit als Butterquelle nicht mehr zur Verfügung.

Die Lösung

Was bleibt den Norwegern? Sie können die Butter selbst herstellen. Aus Sahne! Es ist ganz einfach: Sahne 10 Minuten schlagen, in einem Trockentuch das Wasser auspressen: Fertig!

Quelle: freenet.de
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