Experten-Rat: Urlaub zwischen Storno und Gebühren

Die Sehnsucht nach Urlaubsreisen ist ungebrochen.
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Die Sehnsucht nach Urlaubsreisen ist ungebrochen.

© kitzcorner/ Shutterstock.com

In Zeiten von Corona ist bei der Reisebuchung Flexibilität gefragt - von Kunden und Veranstaltern. Experten verraten, worauf Urlauber in Sachen Storno und Gebühren achten müssen.

Nie war Reisen mit so viel Planung verbunden wie derzeit. Wer sich schließlich für eine Buchung entschieden hat, dem kann es passieren, dass der Urlaub ganz plötzlich doch noch ins Wasser fällt. Die große Frage: Bekomme ich mein Geld zurück? Das raten die Reiseexperten bei der Urlaubsplanung in der Corona-Krise.

Viele Reiseveranstalter haben sich den widrigen Umständen angepasst und sind bei Stornierungen und Umbuchungen um einiges kulanter geworden. Dennoch sollten die Kunden ein gewisses Maß an Flexibilität mitbringen. Generell gilt: Urlauber haben immer das Recht, ihre gebuchte Reise zu stornieren, erklärt Vinzenz Greger, Managing Director bei "HolidayCheck" auf Anfrage von spot on news.

Ob und wie hoch die Gebühren dafür sind, hängt vom Veranstalter ab. "Je näher der Urlauber am eigentlichen Abreisetermin storniert, desto höher sind die Stornogebühren", sagt Greger. Ist man sehr kurzfristig dran, können diese sogar bis zu 90 Prozent betragen, warnt er.

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Wann muss ich Stornogebühren bezahlen?

Um solche unangenehmen Überraschungen zu vermeiden, empfehlen Reiseexperten, flexibel stornierbare Angebote wahrzunehmen und einen umfassenden Reiseschutz abzuschließen. "Eine Reiserücktrittsversicherung zahlt im Krankheitsfall und deckt je nach Art der Police bis zu 100 Prozent der Stornokosten ab", sagt Gabriela Mendoza, Country Manager beim Reiseportal "weg.de".

Wer eine Pauschalreise gebucht hat, die wegen Corona abgesagt wird, hat höhere Chancen auf eine Rückerstattung als Individualreisende.

Liegen vor Ort "außergewöhnliche, zum Buchungszeitpunkt nicht vorhersehbare Umstände vor", erhalten Kunden ggf. ihre getätigte Anzahlung zurück, erläutert Greger: "Hier fallen auch keine Stornierungskosten an. Die Entscheidung liegt allerdings beim Veranstalter." Eine Einstufung als Risikogebiet bedeute nicht automatisch, dass eine Reise kostenfrei stornierbar ist.

Wichtig: "Sagt der Kunde die Reise wegen einer eigenen Corona-Infektion ab, hat er keinen Anspruch auf Rückerstattung", mahnt Tobias Knaut, Reiseexperte bei "Urlaubspiraten". Doch auch hier können die entstandenen Kosten von einer Reiserücktrittsversicherung abgedeckt werden, die kann meist sogar noch nach der Buchung abgeschlossen werden, weiß Knaut.

Wer übernimmt die Kosten, wenn ich im Urlaub in Quarantäne muss?

Auch bei einer Corona-Erkrankung während des Urlaubs scheiden sich die Geister. Ob und in welcher Höhe die Kosten übernommen werden, hänge vom Reiseziel ab. Einige Länder werben damit, dass sie die Kosten tragen, andere Länder machen deutlich, dass sie in solchen Fällen nicht zahlen.

Für Besucher, die etwa ins Vereinigte Königreich einreisen, gilt derzeit eine zehntägige Hotelquarantänepflicht, die vorab zu buchen ist und 1.750 GBP kostet, wie die deutsche Auslandsvertretung informiert. Hilfe bei den Reisevorbereitungen bietet übrigens auch die App "Sicher Reisen" des Auswärtigen Amts.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Pauschalurlaub 2021:

  • Was bedeutet Flex-Tarif?

    Durch Zahlung eines Aufpreises bekommen Urlauber mehr Flexibilität bei ihren Buchungen. Ohne die bislang üblichen Stornierungsgebühren können sie dann ihren Urlaub kurzfristig umbuchen oder stornieren.
  • Was kostet das?

    Preise und Konditionen unterscheiden sich bei den jeweiligen Veranstaltern.

    TUI erhebt einen Aufschlag pro Reise. Umbuchungen und Stornierungen sind bis zu 14 Tage vor Reiseantritt kostenlos möglich:
    - 39 Euro bei einer Reise bis 2.500 Euro
    - 69 Euro bei einer Reise bis 4.000 Euro
    - 99 Euro bei einer Reise bis 6.000 Euro
    - 199 Euro bei einer Reise bis 10.000 Euro
    - 399 Euro bei einer Reise bis 20.000 Euro
  • DER Touristik erhebt einen Aufschlag pro Reise. Umbuchungen und Stornierungen sind bis zu 14 Tage vor Reiseantritt kostenlos möglich, bei Eigenanreise bis zu 7 Tagen vor der Abreise.
    - 79 Euro bei einer Reise bis 2.000 Euro
    - 149 Euro bei einer Reise bis 4.999 Euro
    - 199 Euro bei einer Reise ab 5.000 Euro
  • FTI nimmt für seinen Flex-Tarif drei Prozent des Reisewertes, bis zu maximal 300 Euro. Beim Veranstalter sind damit Umbuchungen und Stornierungen bis zu 15 Tage vor Reiseantritt kostenlos möglich.
  • SchauinsLand Reisen rechnet pro zahlendem Urlauber ab. Pro Person werden beim "Flex2Relax"-Tarif 29 Euro fällig. Umbuchungen und Stornierungen sind damit bis zu 22 Tage vor Reiseantritt kostenlos möglich.
  • Alltours bietet keinen eigenen Flex-Tarif an. Wer jedoch bis zum 28. Februar 2021 eine Reise im Zeitraum bis zum 31. Oktober 2021 bucht, kann bis zu 14 Tage vor der Reise kostenlos umbuchen oder stornieren.
  • Warum werden jetzt Flex-Tarife angeboten?

    2020 mussten viele Urlauber, die ihre Reise storniert hatten, lange auf ihr Geld warten, oder haben überhaupt keines wiedergesehen. Aufgrund der Corona-Pandemie werden auch in 2021 Reisen schwer planbar bleiben. Mit kurzfristig auftretenden Reisehindernissen ist weiterhin zu rechnen.
  • Kann man aufgrund der Pandemie nicht sowieso kostenlos stornieren?

    Dies ist nicht generell der Fall. Nur wenn eine Reisewarnung des Auswärtigen Amts vorliegt oder eine behördliche Anweisung, dass der Urlauber das Hotel nicht verlassen darf, ist die kostenlose Stornierung einer Reise gegeben.
  • Sichern die Flex-Tarife mich wirklich ab?

    Hier gilt es genau in die AGB zu schauen. Bei den meisten Reiseanbietern gelten die Flex-Tarife nicht für das gesamte Reisesortiment. Tagesaktuelle Angebote können beispielsweise ausgenommen sein. Man sollte sich die Konditionen auf jeden Fall nochmal schriftlich bei Reiseabschluss zusichern lassen.

    Außerdem gilt es zu beachten, dass bei Pauschalreisen zwar ein gesetzlicher Anspruch auf Rückzahlung der Anzahlung innerhalb von 14 Tagen besteht, aber ob der Veranstalter dieser auch nachkommt, ist ungewiss.
  • Wie lange werden die neuen Flex-Tarife angeboten?

    Auch hier unterscheiden sich bei die jeweiligen Veranstaltern. Während die TUI das neue Modell fortführen will, gelten die Flex-Tarife bei DER Touristik aktuell nur bei Buchungen mit einem Abreisetermin bis zum 31. Oktober 2021. Erkundigen Sie sich hier bitte in Ihrem Reisebüro bzw. beim Veranstalter.
Quelle: spot on news AG
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