Das SID-Kalenderblatt am 24. März 2020: Ein Hirsch auf der Brust der Löwen

Das SID-Kalenderblatt am 24. März 2020: Ein Hirsch auf der Brust
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Das SID-Kalenderblatt am 24. März 2020: Ein Hirsch auf der Brust der Löwen

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Am Dienstag vor 47 Jahren ereignete sich eine Revolution im deutschen Fußball. Plötzlich war der Hirsch auf der Brust der "Löwen".

Braunschweig (SID) - Heute vor 47 Jahren ereignete sich eine Revolution im deutschen Fußball. Plötzlich war der Hirsch auf der Brust der "Löwen" - Eintracht Braunschweig lief als erstes Bundesliga-Team mit einem Trikotsponsor auf. "Jägermeister" sorgte für die Premiere.

Kräuterlikör-Fabrikant Günter Mast hatte die spektakuläre Idee, die er am 24. März 1973 gegen Schalke 04 schließlich verwirklichte. Lange kämpfte er gegen Widerstände.

Die Schiedsrichter hätten den Auftrag bekommen, Spiele nicht anzupfeifen, "wenn es ein Jägermeister-Trikot ist", sagte Mast einst dem NDR: "Das musste erkämpft werden. Aber das war ja das, was ich wollte." Sein Produkt war permanent im Gespräch.

Aufgrund der Statuten des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), die Trikotwerbung untersagte, hatte die neue Spielkleidung monatelang im Schrank gelegen. Doch Mast fand eine Hintertür: Er machte den Hirsch zum offiziellen Wappentier der Eintracht und umging so die Regeln. Höher als 14 Zentimeter durfte er aber nicht sein. Schiedsrichter Franz Mengenmeyer aus München musste der Legende zufolge vor dem Anpfiff gegen Schalke einen Zollstock bemühen. 

Vorausgegangen war eine schwierige Phase für den damaligen Erstligisten Braunschweig. Sechs Jahre zuvor noch vierter Meister der Bundesliga-Historie geworden, geriet die Eintracht Anfang der 1970er Jahre in finanzielle Probleme. In dieser Phase kamen Eintracht-Präsident Ernst Fricke und Mast zusammen.

Sie machten einen Deal: Für 500.000 Mark sollte Jägermeister sein Logo fünf Jahre aufs Eintracht-Trikot flocken. "Er hat den Fußball als Werbeträger entdeckt", sagte Bayern-München-Macher Uli Hoeneß einst, die Braunschweiger Idee machte Schule. Der Hamburger SV (Campari), Eintracht Frankfurt (Remington), der MSV Duisburg (Brian Scott) und Fortuna Düsseldorf (Allkauf) zogen nach.

Heute sind längst andere Summen im Spiel. Bayern München soll von der Telekom schätzungsweise 35 Millionen Euro pro Jahr kassieren. Den Weg zu dieser lukrativen Geldquelle ebnete der findige Unternehmer Günter Mast

Quelle: 2020 Sport-Informations-Dienst, Köln
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