Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Portimao

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Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Portimao

 © SID

Harte Zeiten für Sebastian Vettel, ein vielversprechender Mick Schumacher und schnelle Rennfahrer aus England - die Eindrücke aus Portimao.

Portimao (SID) - SEBASTIAN VETTEL: Die Zeiten bleiben hart für den viermaligen Weltmeister, der doch von der regelmäßigen Rückkehr auf die Podien geträumt hatte. Sein neues Team Aston Martin ist aber noch weit weg von der Spitze, selbst Punkte dürften bis auf Weiteres eine Seltenheit sein für einen der erfolgreichsten Fahrer der Formel-1-Geschichte. Nach drei Rennen hat er exakt: null. In Portugal zumindest hielt das Auto, auch der Heppenheimer machte keine nennenswerten Fehler, dennoch sprang nur Rang 13 heraus. Dem AMR21 fehlt der Speed auf der Geraden und die Ruhe in den Kurven. Vettel gilt als Fahrer, der zur Problembehebung einiges beitragen kann. Es ist an der Zeit, das zu beweisen.

MICK SCHUMACHER: Der Trend zeigt weiter nach oben für Mick Schumacher. Der Sohn von Rekordweltmeister Michael Schumacher scheint im Eiltempo angekommen zu sein in der Formel 1, er saugt alles auf - und ließ in seinem dritten Grand Prix erstmals aus eigener Kraft einen Piloten hinter sich, der in einem vermeintlich stärkeren Auto sitzt. Und für seinen Haas-Teamkollegen Nikita Masepin wird Schumachers klare Überlegenheit zunehmend zum Problem.

LEWIS HAMILTON: Es war noch keine dieser Spazierfahrten, von denen Lewis Hamilton schon unzählige in seiner langen und exorbitant erfolgreichen Karriere hatte. In Portimao aber sahen der Weltmeister und sein Mercedes im Vergleich zum Kontrahenten Red Bull erstmals stärker aus. Hamiltons 97. Sieg wackelte allenfalls, als er in der fünften Runde nach dem Restart von Verstappen überrumpelt wurde. Über die Gesamtdistanz war der Champion aber die Nummer eins. In Barcelona am kommenden Wochenende gilt es zu klären, ob das vor allem an der Streckencharakteristik des Autodromo Internacional do Algarve lag oder ob sich die Kräfteverhältnisse seit dem Auftakt verschoben haben.

MAX VERSTAPPEN: Beim einst wilden Holländer hat sich etwas getan im Kopf, seit er ein titelfähiges Rennauto hat. Früher riskierte der immer noch erst 23-Jährige manchmal zu viel. Sieg oder raus, so lautete oft sein Motto. In diesem Jahr tickt der Red-Bull-Star anders. Immer wieder merkt er an, dass jeder Fehler einer zu viel sein könne. Auch im dritten Saisonrennen hielt sich Verstappen schadlos, dennoch liegt er acht Punkte hinter Hamilton. Die Luft ganz oben ist dünn.

LANDO NORRIS: Nicht Valtteri Bottas im zweiten Mercedes, auch nicht Verstappens hoch eingeschätzter neuer Teamkollege Sergio Perez belegt nach dem Großen Preis von Portugal den dritten Rang in der Fahrer-WM, sondern McLaren-Pilot Norris. Der erst 21-jährige Brite stand lange im Ruf, ein Gute-Laune-Typ mit einigem Talent zu sein. Mittlerweile muss man den Fokus auf seine fahrerischen Fähigkeiten verlegen. Norris holte in allen drei Rennen das Maximum, diesmal Platz fünf. Es wäre interessant zu erfahren, wie er sich in einem Mercedes oder Red Bull schlagen würde. Um seine Leistungen einzuordnen: Norris' neuer Teamkollege ist der siebenmalige Grand-Prix-Sieger Daniel Ricciardo, der bei Red Bull in drei gemeinsamen Jahren nahezu ebenbürtig mit Verstappen war. Nach Rennduellen steht es im Moment 3:0 für Norris.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Ich habe so viel Pace mehr in mir." (Mick Schumacher nach Platz 17 und dem erfolgreichen Überholmanöver gegen Williams-Pilot Nicholas Latifi)

Quelle: 2021 Sport-Informations-Dienst, Köln
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