Judo-Trainer nach Misshandlungsvorwürfen: "Ich kann keine Frau schlagen"

Judo-Trainer nach Misshandlungsvorwürfen: "Ich kann keine Frau schlagen"
Eine körperliche Auseinandersetzung zwischen der französischen Judo-Olympiasiegerin Margaux Pinot und ihrem Trainer beschäftigt die Justiz.
Köln (SID) - Nachdem die 27-Jährige behauptet hatte, von Alain Schmitt verprügelt worden zu sein, wurde der vermeintliche Täter vor einem Gericht freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft, die eine einjährige Bewährungsstrafe gefordert hatte, legte Berufung ein. Schmitt ist Pinots Lebensgefährte.
"Wer mich kennt, weiß genau, dass ich keine Frau schlagen kann. Ich habe noch nie in meinem Leben eine Frau geschlagen und es wird nie passieren", sagte Schmitt in einer Pressekonferenz. Er und Pinot, die in Tokio Gold im Mixed-Team-Event holte, führten allerdings "seit Jahren eine spezielle Beziehung, um ehrlich zu sein".
Schmitt war in der Nacht zum Sonntag in Le Blanc-Mesnil von der Polizei wegen häuslicher Gewalt festgenommen worden. Zuvor hatte eine Nachbarin, bei der Pinot Zuflucht fand, einen Notruf abgesetzt. Später postete Pinot bei Instagram ein Foto, das ihr übel zugerichtetes Gesicht zeigt.
"Ich wurde in meiner Wohnung von meinem Partner und Trainer überfallen", schrieb die Sportlerin am Mittwoch. Er habe ihren Kopf "mehrmals auf den Boden" geschlagen und sie "gewürgt". Ihre Nase sei gebrochen. Pinot: "Wahrscheinlich hat mich das Judo gerettet."
Schmitt, der gut sichtbar ein blaues Auge davongetragen hat, legt die Sache anders da. "Sie fing richtig laut an zu schreien, sie ging auf mich los, packte mich am Kragen. Dann wich ich zurück und sie warf mich gegen den Türpfosten, ich schlug mir dabei den Kopf an."
Sie seien beim Kampf "rechts und links gegen Wände gestoßen, gegen einen Heizkörper", sagte Schmitt, Bronzemedaillengewinner bei der WM 2013 (81 kg). Auslöser des Streits soll gewesen sein, dass Schmitt Pinot mitteilte, Frankreich verlassen und die israelische Frauen-Nationalmannschaft trainieren zu wollen.