"Born to be Blue": Wer war Chet Baker?

Jazz-Größe Chet Baker 1982 in Rom
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Jazz-Größe Chet Baker 1982 in Rom

 © imago/Leemage
08.06.2017 - 14:30 Uhr

Im Kinofilm "Born to be Blue" ist Ethan Hawke aktuell als Musiker Chet Baker zu sehen. Doch wer war der Künstler, der noch heute als Jazz-Legende gilt?

Chet Baker? Auch weniger Jazz-bewanderte Musik-Fans kamen erst unlängst nicht um diesen Namen herum, denn der frischgebackene portugiesische ESC-Gewinner Salvador Sobral (27, " Amar pelos Dois") nannte ihn als sein großes Vorbild. Dass sich das auf die Musik bezog, ist anzunehmen. Immerhin gilt Chet Baker (1929-1988) auch heute noch als einer der wichtigsten Jazz-Musiker seiner Generation. Zu dieser zählte auch Über-Jazz-Trompeter Miles Davis (1926-1991), mit dem Baker eine leidenschaftliche Konkurrenz verband.

Konkurrenz nicht nur unter Trompeter-Kollegen, es ging auch um die Jazz-Musik von der Ostküste der USA versus jener von der Westküste. Im Biopic über Chet Baker, "Born to be Blue" (Kinostart: 8. Juni), manifestiert sich diese in dem Satz, den Ethan Hawke (45) als Baker sagt: "Hallo Dizzy. Hallo Miles. Da ist dieser kleine weiße Kerl an der Westküste, der euch auffressen wird." Mit Dizzy ist Dizzy Gillespie (1917-1993) gemeint, ein weiterer Jazz-Star dieser Zeit.

James Dean des Jazz, Junkie, Jazz-Legende

Chet Baker kam als Chesney Henry Baker Jr. am 23. Dezember 1929 in Yale, Oklahoma, zur Welt. Es war einsam dort, wie auch im Film zu sehen ist. Von seinem Vater, der Gitarrist war, bekam Baker sein erstes Instrument, eine Posaune, die er gegen eine Trompete eintauschte. Mit 19 Jahren studierte er Musik im El Camino College in Los Angeles, abends trat er in den Clubs der Stadt auf.

Ab 1953 baute der Chef der Plattenfirma Pacific Jazz, Richard "Dick" Bock (1927-1988), Chet Baker mit Hilfe des Fotografen William Claxton (1927-2008) zum "James Dean des Jazz" auf. Er wurde ein Superstar und echte Konkurrenz für Jazzgrößen wie Gillespie, Davis und Clifford Brown (1930-1956). Ungefähr zu jener Zeit kam Baker mit Heroin in Kontakt, wovon er nie mehr wirklich loskommen sollte.

1959 wurde Chet Baker wegen Drogenbesitzes in den USA festgenommen. Er ging nach Italien, auch dort wurde er wegen Rezeptfälschung verhaftet. Er musste fast zwei Jahre ins Gefängnis und machte dort einen Entzug - hier setzt der Film "Born to be Blue" ein. Unmittelbar nach seiner Entlassung 1962 spielte Baker das Album "Chet Is Back!" ein. Diese Platte gilt als eine seiner besten. Doch noch bevor sie in die Läden kam, wurde der Musiker wieder rückfällig. Immer wieder versuchte er vom Heroin loszukommen.

Bis zu seinem Tod nach dem Sturz aus dem Fenster eines Hotels am 13. Mai 1988 in Amsterdam blieb er abhängig. Chet Baker hinterließ Ehefrau Carol Baker, mit der er von 1965 bis 1988 verheiratet war, und die drei Kinder Missy, Dean und Paul Baker.

Quelle: spot on news AG
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