Deshalb findet Jannis Niewöhner Nacktszenen "nicht schlimm"

Jannis Niewöhner (vorne) gerät als Goldmund in mehr als eine
missliche Lage.
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Jannis Niewöhner (vorne) gerät als Goldmund in mehr als eine missliche Lage.

© 2019 Jürgen Olczyk / Sony Pictures Entertainment Deutschland GmbH

In seinem neuen Film "Narziss und Goldmund" zeigt Hauptdarsteller Jannis Niewöhner jede Menge nackte Haut. Warum er damit kein Problem hat, erzählt er im Interview.

Die Amazon-Serie "Beat" hätte Jannis Niewöhner (27) "gerne weitergemacht", wie er im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news sagt. Nach nur einer Staffel war Schluss. "Andererseits hätte uns nichts Besseres passieren können", gibt der Schauspieler zu bedenken. "Es ist so gut gelaufen und es gab so viel tolle Resonanz, dass eigentlich die zweite Staffel noch besser werden müsste. Da sind wir jetzt fein raus und es geht weiter mit neuen Sachen." Ab 12. März ist Niewöhner an der Seite von Sabin Tambrea (35, "Babylon Berlin") in "Narziss und Goldmund" in den deutschen Kinos zu sehen.

Das Werk von Hermann Hesse (1877-1962) sowie die Verfilmung von Regisseur Stefan Ruzowitzky (58) handeln von der Freundschaft zweier gegensätzlicher Männer. "Goldmund lebt voll und ganz im Moment, saugt alles auf und tritt jeder neuen Begegnung mit der stärksten Emotion entgegen. Das finde ich bewundernswert und erstrebenswert", sagt Niewöhner über seine Figur. Goldmund zeigt im Film viel nackte Haut - warum das für Niewöhner kein Problem war, welche Rolle seine Mutter in seinem Leben spielt und warum er eine Woche im Kloster war, erzählt er im Interview.

Es gab durchaus Kritik, dass Regisseur Stefan Ruzowitzky stark vom Buch abgewichen ist. Wie stehen Sie dazu?

Jannis Niewöhner: Ich finde es wichtig, dass man eine Romanverfilmung als etwas anderes annimmt. Es kann nicht das sein, was jeder Einzelne im Kopf hat. Ich musste auch von meiner eigenen Vision Abstand nehmen. Die Bilder, die ich im Kopf habe, wenn ich ein Buch lese, gehören mir alleine. Wie es dann jemand bebildert, ist eine von Tausenden unterschiedlichen Möglichkeiten. In diesem Fall ist die Vision von Stefan Ruzowitzky, die er mit voller Hingabe gemeistert hat.

Sind Sie selbst offen für alles und ohne Angst vor Veränderung?

Niewöhner: Ich bin sehr offen, habe aber durchaus Ängste beziehungsweise Respekt vor neuen Sachen. Allerdings hält mich das nicht auf, ich mache es trotzdem. Ich finde es wichtig, Geschichten zu erzählen, die jemanden neue Denkanstöße geben und fürs Leben motivieren können.

Haben Sie sich auf die Rolle auf besondere Weise vorbereitet?

Niewöhner: Ich war vor den Dreharbeiten eine Woche im Kloster, um die Atmosphäre aufzusaugen. Das war stark und hat mir sehr geholfen. Auch wenn ich das nicht in den Text einfließen lassen kann, habe ich doch eine gewisse Energie mitgenommen. Das fand ich sehr besonders.

Im Kloster wird Verzicht großgeschrieben. Fällt Ihnen das leicht oder sind Sie materialistisch?

Niewöhner: Ich bin schon materialistisch, auf eine gewisse Art. Ich bin in der Hinsicht kein Junkie, aber ich habe ein Auto, ein Handy und kaufe mir Dinge, die mir das Leben scheinbar einfacher machen. Wie wohl alle Menschen. Aber ich weiß den Wert von nicht-materiellen Dingen sehr zu schätzen.

Wie handhaben Sie Handy und Social Media?

Niewöhner: Wenn man die Bildschirmzeit einschaltet, ist es schon verblüffend, wie viel Zeit man an seinem Handy verbringt. Ich habe letztes Jahr angefangen, immer mal wieder die Instagram-App für eine Weile von meinem Handy zu löschen. In zeitlichen Abständen, dass es sich gesund anfühlt. Ganz auf das Handy zu verzichten kann ich nicht. Es macht bei meinem Job das Kontakthalten mit Familie und Freunden so leicht.

Welche Rolle spielt Glaube in Ihrem Leben?

Niewöhner: Der Glaube ist sehr, sehr nah an mir durch meine Familie mütterlicherseits, die sehr protestantisch ist. Meine Oma zum Beispiel hat sich irgendwann einfach dazu entschieden, an Gott zu glauben, weil sie das in ihrem Leben gebraucht hat. Das finde ich total stark. Bei mir ist das nie so gewesen, was aber auch daran liegen könnte, dass es mir immer gut ging. Meine Oma ist im Krieg aufgewachsen und der Glaube an Gott hat sie das offenbar besser durchstehen lassen. Immer wenn etwas eine positive Wirkung hat, finde ich das total richtig. Aber grundsätzlich bin ich gar nicht religiös.

Ihre Figur Goldmund sucht verzweifelt seine Mutter. Wie wichtig ist Ihnen Ihre Mutter?

Niewöhner: Meine Mutter ist wahnsinnig wichtig für mich. Wenn ich nicht wüsste, wo sie ist, würde ich sie auch suchen. Ich bin ein absoluter Glücksmensch, weil ich in so einer guten Umgebung aufgewachsen bin und mit so einer tollen Mutter.

Haben Sie Geschwister?

Niewöhner: Ich bin Einzelkind, bin aber in einer Wohngemeinschaft aufgewachsen mit anderen Kindern. Wir wurden wie Geschwister erzogen. Das war echt super.

Was sind die wichtigsten Werte, die Ihnen als Kind vermittelt wurden?

Niewöhner: Tatsächlich das Protestantische meiner Mutter. Das Normale und das Bodenständige zu schätzen. Eine Unaufgeregtheit an den Tag zu legen. Und Heimat.

Das heißt, Heimat ist für Sie dort, wo Ihre Familie ist?

Niewöhner: Heimat ist da, wo ein großer Teil des Herzens ist. Das kann auch an mehreren Orten sein, aber dass man die nicht vergisst.

Was bedeutet für Sie Glück?

Niewöhner: Glück bedeutet mir eigentlich alles, weil es eben nicht immer da ist und ein Ideal ist beziehungsweise etwas ist, was man anstreben kann. Glück ist mir schon wichtig.

Und was macht Sie glücklich?

Niewöhner: Freundschaft und Kinder Bueno.

Weibliche Fans dürfte es freuen, dass Sie im Film durchaus viel nackte Haut zeigen. Das ist für Sie kein Problem?

Niewöhner: Ich finde es nicht schlimm. Es ist auch nicht mehr, als dass ich nackt bin. Ich habe da eine sehr entspannte Einstellung dazu. Das Schlimme ist doch die Angst davor oder die Scham, das finde ich am unangenehmsten, und so kann man dem entgegentreten. Das heißt aber nicht, dass man sich überall nackt ausziehen sollte.

Werden Sie denn häufig angeflirtet?

Niewöhner: Nein, eigentlich nicht. Wenn wir ehrlich sind, kommen auch kaum Frauen zu Männern und fragen, ob sie ihnen einen Drink ausgeben können. Aber ich lerne leicht Leute kennen. Eine App habe ich dafür bisher nicht gebraucht.

Quelle: spot on news AG
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