"Pechvogel"-Kandidatin stürzt bei WWM zum zweiten Mal ab - und sorgt sich um "traurigen" Papa
"Die Kandidaten haben geschwitzt, gebangt und sich das Hirn zermartert", fasste Günther Jauch die besondere Woche bei "Wer wird Millionär?" zusammenfassen. Das sollte am Freitag nicht anders sein. Im Finale wurde sogar unter erschwerten Bedingungen gekämpft: "Zwangsbeglückung" mit vier Jokern, dafür kein Auffangnetz bei der 16.000er-Marke. Hinzu kam: Bereits erzielte Gewinne mussten wieder aufgegeben werden, wenn man am Freitag auf den Ratestuhl wollte.
Warum sich manche Kandidaten das antaten? Die Antwort lag bereits im Motto der Sonderwoche: Statt einer Million gab es drei Millionen Euro zu gewinnen. Ebenfalls ein Sonderstatus dieses Finales: Wer komplett falsch lag mit einer Antwort, plumpste nicht auf 500 Euro, sondern auf 1.000. Die Gewinnstufen waren allgemein großzügiger, um die Treppe zur 3-Millionen-Marke abzukürzen. Zumindest in der Theorie ...
Den Anfang machte Kevin Kevenhörster. "Ihre 16.000 sind weg", erklärte Günther Jauch dem HNO-Arzt aus Bochum. Um 30.000 Euro ging es bei dieser Frage: "Wer wurde 2021 einer der Besitzer des AFC Wrexham, der seither von der 5. bis in die 2. englische Fußballliga aufstieg?" Ben Affleck, Brad Pitt, Ryan Reynolds, Keanu Reeves? Alle Hilfsmittel bis auf den Telefonjoker waren bereits aufgebraucht. Der Mann am Telefon glaubte A oder C kämen infrage. Das war Kevin Kevenhörster zu unsicher. Er gab sich mit 20.000 Euro zufrieden - und konnte im Vergleich zum Gewinn am Mittwoch ein Plus von 4.000 Euro verzeichnen. Besitzer des Klubs ist übrigens Hollywood-Star Ryan Reynolds.
Kandidatin kritisiert Dame im Publikum: "Sie exponieren sich hier ja schon"
Hilleken Zeineddine hatte in der Special-Woche bereits 32.000 Euro erwirtschaftet. Nachdem sie mehr als die 16.000er-Kandidaten erreicht hatte, musste sie zwar nicht den gesamten Gewinn abgeben, aber als Garantiesumme waren ihr lediglich bescheidene 7.000 Euro noch sicher. Riskant, doch mit dem Abwägen von Risiken war sie als Poker-Fan vertraut. Grund nervös zu werden hatte sie dennoch spätestens, als es um die Viertelmillion ging.
Die 250.000-Euro-Frage: "Eine Uni-Zürich-Studie ergab eine verglichen mit jedem anderen Tag um 13,8 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, am eigenen Geburtstag ...?" Die Antwortmöglichkeiten: im Lotto zu gewinnen, ein Kind zu bekommen, gekündigt zu werden, das Zeitliche zu segnen?
Der weibliche Zusatzjoker schloss A und C "vorsichtig aus" und verließ sich auf "B" wie Bauchgefühl. Hilleken Zeineddine war sichtlich enttäuscht, dass die Dame es nicht sicher wusste: "Sie exponieren sich hier ja schon, wäre ja unangenehm, wenn das nicht stimmt." Am Ende gab Hilleken Zeineddine ihr Pokerface auf und sich mit 107.000 Euro zufrieden. Gut so, denn korrekt wäre Antwort D. "Höheres Unfallrisiko durch höheren Alkoholkonsum", erklärte Jauch.
Günther Jauch moderiert plötzlich wieder Skispringen
Grundschullehrerin Anna-Lena Spanier aus Bayern war am Donnerstag von 32.000 auf 500 Euro gestürzt und hatte daher von allen Finalisten am wenigsten zu verlieren - beziehungsweise am meisten zu gewinnen. 20.000 Euro wert: "Seit einigen Jahren macht welche Skisprungtechnik dem allseits bekannten V-Stil Konkurrenz?" H-Stil, Y-Stil, J-Stil, K-Stil?
Vor der Antwort erklärte die Kandidatin, sie habe mit 16 Jahren Günther Jauch bei einem Skisport-Event als Reporter gesehen und ihm zugerufen "Hallo Günther!" Darüber, dass er zurückgewunken hatte, habe sie sich zwar gefreut, doch heute wolle sie sich entschuldigen für das ungebetene Duzen, so Anna-Lena Spanier.
Der Zusatzjoker plädierte unsicher für den "Y-Stil". Unfreiwillig komisch verließen Jauch und die Kandidatin ihre Sitzplätze, um aus dem Stand die vier Varianten auszuprobieren und die wahrscheinlichste Variante herauszufiltern. Das gelang nicht, und Anna-Lena Spanier gab sich mit 10.000 Euro zufrieden. Immerhin konnte sie ihren Gewinn damit verdoppeln! Der H-Stil wäre gesucht gewesen.
Oberstudienrätin im Ruhestand erklärt ihr Erfolgsrezept
Ellen Zarghami aus Ostfriesland hatte bereits 16.000 Euro erspielt und opferte diese am Freitag für eine Chance auf drei Millionen Euro. "Dass Sie geistig so fit bleiben - nehmen Sie irgendwas?", fragte Jauch die Oberstudienrätin im Ruhestand. "Ich interessiere mich für alles, ich lese viel, gehe zur Schule und habe es mit jungen Leuten zu tun", erklärte die Kandidatin. Dazu käme Sport. Ein weiteres Erfolgsrezept verriet ihre mitgereiste Tochter: "Sie guckt den ganzen Tag Quizshows."
All das schien sich am Freitag bezahlt zu machen, denn Ellen Zarghami erreichte die 250.000-Euro-Marke: "Welche aus heutiger Sicht falsche Namensgebung geht auf den Franzosen Antoine Lavoisier zurück?" Wellensittich, Karneval, Sauerstoff, Amerika. Nachdem sie bereits alle vier Joker verbraucht hatte, entschied sich Ellen Zarghami, die 100.000 Euro nicht aufs Spiel zu setzen. Gut so, denn sie hätte "Amerika" gewählt. Korrekt aber wäre "Sauerstoff".
Kandidatin geknickt: "Da habe ich den zweiten Senker hingelegt"
Tamara Löchel aus Köln war in den Augen des Moderators "am Montag als Pechvogel gestartet", erspielte allerdings am ersten Abend der 3-Millionen-Woche 16.000 Euro. "Ihre 16.000 donnern jetzt runter auf null", erklärte Günther Jauch noch einmal die Sonderregeln des Finales, um sicherzugehen, dass die Kandidatin so nervös wie möglich wurde.
Trotz der Verunsicherungstaktik des Moderators landete Tamara Löchel auf der 10.000-Euro-Marke: "Zu welcher offiziellen Form des UNESCO-Kulturerbes gehören z.B. Capoeira aus Brasilien, Yoga aus Indien und die Rumba aus Kuba?" Virtuell, immateriell, spirituell, antibakteriell? Die Kandidatin dachte lange nach, bevor sie eine wagemtutige Entscheidung fällte: "Ich sage jetzt C, mache die Augen zu und hoffe, dass dann alle klatschen."
Jauch forderte alle, die von der Richtigkeit ihrer Antwort überzeugt waren, zum Applaus auf. Der fiel so verhalten aus, dass Tamara Löchel ahnte, was sie gleich aussprach: "Da habe ich den zweiten Senker hingelegt", kommentierte sie ihre zweite WWM-Pleite im zweiten Anlauf. Erst im April 2025 war die Kölnerin im RTL-Quiz auf null Euro gekracht. "Ich konnte zwei Wochen fast gar nichts machen. Ich habe nur geweint. Ich war nur im Bett", hatte sie am Montag bei ihrer Rückkehr auf den Ratestuhl gegenüber Moderator Günther Jauch bekannt.
Nun der nächste Absturz: Korrekt gewesen wäre "immateriell", nicht "spirituell". Mitleid hatte Tamara Löchel aber weniger mit sich selbst als mit ihrem mitgereisten Seelentröster, der hinter ihr saß: "Ich glaube, meinem Papa geht es schlechter als mir."