Bizarrer Streit um Dortmund-"Tatort"

Befragung bei Bier und Korn im "Tatort: Zorn": Die Kommissare
Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) mit dem
ehemaligen Bergmann Stefan Kropp (Andreas Döhler, v.l.n.r.).
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Befragung bei Bier und Korn im "Tatort: Zorn": Die Kommissare Nora Dalay (Aylin Tezel) und Jan Pawlak (Rick Okon) mit dem ehemaligen Bergmann Stefan Kropp (Andreas Döhler, v.l.n.r.).

 © WDR/Martin Valentin Menke

Dass ein "Tatort" auch mal gesellschaftliche Diskussionen auslösen kann, ist nichts Neues. Dass aber gleich ein Oberbürgermeister einen offenen Brief mit harten Vorwürfen formuliert, ist dann doch neu...

Am vergangenen Sonntag flimmerte der Dortmunder "Tatort: Zorn" im Ersten über die TV-Bildschirme der Nation. Das Besondere? Eigentlich nichts: Der Film erhielt vorab wohlgesonnene Kritiken, erzielte ordentliche Einschaltquoten und würde somit als grundsolider und guter Sonntag-Abendkrimi in die Geschichte eingehen. Wäre da nicht ein bizarrer Streit, den nun der Dortmunder Oberbürgermeister Ullrich Sierau (62, SPD) vom Zaun bricht. Ihm ist nämlich die klischeehafte Darstellung seiner Stadt ein Dorn im Auge.

In "Zorn" ermitteln die Kommissare Bönisch (Anna Schudt, 44) und Faber (Jörg Hartmann, 49) im Bergarbeiter-Milieu. Dargestellt werden dabei arbeitslose Ex-Zechenarbeiter, die teilweise dem Alkohol verfallen sind. Ganze Straßenzüge der ehemaligen Arbeitersiedlungen sind dem Verfall preisgegeben und kaum Hoffnung besteht für die ehemaligen Kumpel. Für Sierau ein Unding: In einem offenen Brief an den WDR-Intendanten Tom Buhrow (60) schrieb er von "fortwährendem Mobbing gegenüber einer Stadt, einer Region sowie den dort lebenden Menschen". Es sei "maximal lächerlich".

So reagiert der WDR

Die Macher dieser Folge würden die Menschen der Lächerlichkeit preisgeben, indem sie diese Bier trinkend in Trainingsanzügen vor heruntergekommenen Häusern rumstehen lassen. Dies alles sei eine "plumpe Darstellung ohne jedwede regionale Kenntnis". Man habe eine ähnliche Diskussion schon einmal bei den "Schimanski"-Filmen aus Duisburg vor vielen Jahren gehabt, es sei unerträglich. "Allein Bergleute als Betrunkene oder Verbrecher darzustellen, und das gerade jetzt kurz nach dem Bergbau-Aus, ist unsäglich", führt Sierau weiter aus.

Der WDR hat inzwischen auf den Brief mit einem Statement geantwortet. Man zeige ein vielschichtiges Bild der Stadt Dortmund auch durch unterschiedliche Drehorte. Es handele sich um Fiktion in der aus "dramaturgischen Gründen auch verdichtet und zugespitzt wird." Einzelne Szenen könnten somit als Klischee empfunden werden, von anderen aber als realitätsnahe Darstellung. Dies würde polarisieren und Debatten auslösen. Aus der Sicht des Senders sei dies aber nicht "negativ, sondern bereichernd".

Quelle: spot on news AG
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