900 km Reichweite dank Rechentrick
Kern des Konzepts ist der um 108 auf 3.005 Millimeter verlängerte Radstand. Damit wächst die Außenlänge auf 4,89 Meter.
BMW bringt den iX3 bald mit verlängertem Radstand nach China. Doch auch bei der Reichweite stockt der Elektro-SUV auf Neue-Klasse-Basis im Vergleich zur Europaversion auf – zumindest in der Theorie.
BMW bereitet die Premiere des iX3 Long Wheelbase vor – eines Modells, das speziell für den chinesischen Markt entwickelt wird und bei der Beijing Auto Show 2026 (24. April bis 3. Mai 2026) sein Debüt geben soll. Der Zusatz in der Modellbezeichnung verrät es: Der erste vollelektrische SUV auf Basis der Neue-Klasse-Plattform tritt in der Volksrepublik mit langem Radstand an, um den hohen Komfortanforderungen der chinesischen Premium-Kundschaft gerecht zu werden. Gleichzeitig streckt BMW aber auch die Reichweite des iX3 – wenn wohl auch nur auf dem Papier.
Radstand wächst auf über 3 Meter
Kern des Konzepts ist der um 108 auf 3.005 Millimeter verlängerte Radstand. Damit wächst die Außenlänge auf 4,89 Meter. Die Streckung kommt vor allem den Fondpassagieren zugute. BMW verspricht im Vergleich zum Standard-iX3 deutlich mehr Knieraum und ein generelles Plus an Luftigkeit beim Platzangebot. Ob die beim kürzeren iX3 gelungenen Proportionen tatsächlich nicht leiden, lässt sich erst abschließend beurteilen, wenn sich die Long-Wheelbase-Variante ihres Tarnanzuges entledigt hat. Ein spezielles China-Fahrwerk soll Komfort und Stabilität über ein breites Einsatzspektrum hinweg sicherstellen, vom zähen Stadtverkehr bis zur Langstrecke.
Für die Langstrecke bringt der BMW iX3 Long Wheelbase noch ein zweites Argument mit: maximierte Reichweite. Die sechste Generation der BMW-eDrive-Technologie arbeitet hier mit 800-Volt-Architektur, zylindrischen Batteriezellen und dem neuen "Energy Master" – einem hauseigenen Energie-Management – zusammen.
Höhere Reichweite dank CLTC
BMW gibt für den iX3 LWB eine kombinierte Reichweite von über 900 Kilometern an. Das ist deutlich mehr als beim hierzulande angebotenen iX3, der auf höchstens 805 Kilometer kommt. Allerdings wurde der für den deutschen Markt gültige Wert auf Basis der WLTP-Norm ermittelt. Der lange iX3 wurde dagegen nach dem chinesischen CLTC-Zyklus eingestuft, der weniger strenge Anforderungen stellt. Unter realen Bedingungen dürften sich die Reichweiten beider Versionen ähneln. Unklar ist allerdings bisher, welche Kapazität der Akku des iX3 LWB bietet. Für den in Deutschland erhältlichen iX3 gibt BMW 108,7 Kilowattstunden an.
Bei der Lade-Performance gleichen sich die Angaben. Bis zu 400 kW sollen möglich sein, wodurch sich laut BMW mehr als 400 Kilometer in rund zehn Minuten nachladen lassen. Beim Stromtanken von zehn auf 80 Prozent vergehen etwa 21 Minuten. Zusätzlich bietet das Modell Vehicle-to-Load-Funktionalität, um externe Verbraucher direkt aus dem Hochvoltsystem zu versorgen – ein Feature, das in Asien zunehmend nachgefragt wird.
Für China und andere asiatische Märkte
Neben Radstand und Reichweite baut BMW die digitale Seite des Modells deutlich aus. Das neue BMW Panoramic iDrive setzt auf lokale Software-Anteile von rund 70 Prozent und integriert Dienste von Amap, Alibaba, DeepSeek und Huawei. Auch ein Software-Stack für die elektronischen Assistenzsysteme entsteht gemeinsam mit Momenta speziell für chinesische Verkehrsbedingungen, wo dichter Stadtverkehr, Autobahnen und weite Distanzen gleichermaßen zum Alltag gehören.
Nach Abschluss der Validierungsprogramme soll der iX3 Long Wheelbase in der zweiten Jahreshälfte 2026 in China auf den Markt kommen. Später ist der Start in weiteren ausgewählten Auslandsmärkten wie Thailand, Malaysia, Indonesien und Indien geplant. Preise nennt BMW noch nicht. Ob Europa oder die USA folgen, ist unwahrscheinlich – vorerst bleibt das Paket aus erweitertem Raumkonzept und Rekordreichweite ein Angebot für den größten E-Auto-Markt der Welt.
