Neuer VW ID.4 (2020): Neues Basismodell kostet 44.450 Euro

Platz 65: Der VW ID.4. Das Modell kommt im Dezember 2020 auf
2.306 Pkw-Neuzulassungen. Im Gesamtjahr 2020 wurden insgesamt 2.400
Fahrzeuge dieser Modellreihe erstmals zugelassen.
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Platz 65: Der VW ID.4. Das Modell kommt im Dezember 2020 auf 2.306 Pkw-Neuzulassungen. Im Gesamtjahr 2020 wurden insgesamt 2.400 Fahrzeuge dieser Modellreihe erstmals zugelassen.

© Hardy Mutschler

Die Serienversion des Elektro-SUVs ist inzwischen gestartet. Nach zwei Sondermodellen zur Premiere folgen nun die anderen Varianten des VW ID.4. Wir haben alle Infos, Preise und Bilder.

Nach zahlreichen Erlkönig-Bildern und einer ersten Testfahrt im Vorserien-Fahrzeug ist nun der Vorhang gelüftet und der ID.4 enthüllt. Der Elektro-SUV folgt damit in relativ kurzem zeitlichen Abstand auf den VW ID.3 (im Test: "Fährt gut, patzt bei Verarbeitung und Elektronik"), ist für die Marke aber erheblich wichtiger als der Kompakt-Stromer. Als "erstes E-Weltauto der Marke" bezeichnet VW den ID.4 und macht mit diesem Anspruch gleich von Anfang an deutlich: Scheitern ist nicht vorgesehen, der Auftritt des Wolfsburger Elektro-SUV muss auf Anhieb sitzen.

Platz wie im Tiguan Allspace

Mit 4,58 Meter Außenlänge fährt der neue VW ID.4 recht treffsicher in die Mitte zwischen Tiguan und Tiguan Allspace, die Breite liegt (ohne Außenspiegel) bei 1.852 Millimeter und nach oben ist bei 1.612 Millimeter das Ende des Autos erreicht. Und noch ein letztes Zahlenspiel: Trotz rund 12 Zentimeter geringerer Außenlänge erreicht der ID.4 mit 2,77 Meter Radstand in diesem Punkt fast das Level des Tiguan Allspace – der Modulare E-Antriebs-Baukasten (MEB) mit kurzen Überhängen macht es möglich. Das Resultat ist viel Freiraum in Reihe zwei.

Das Design des ID.4, mit dem VW weltweit erfolgreich sein möchte, verzichtet auf futuristischen Zierrat, macht den E-SUV aber dennoch auf den ersten Blick als modernen Stromer erkennbar. Dazu trägt vor allem die glattflächige Front bei, die wie aus einem Guss wirkt, ein Kühlergrill ist schließlich überflüssig. Das Steilheck ist nicht nur aus optischen Gründen mit einem großen Dachspoiler und Querkanten gestaltet. Die Formgebung soll den Strömungsabriss und damit den Luftwiderstand des ID.4 optimieren, VW gibt einen cw-Wert von 0,28 an.

Limitierte Sondermodelle zum Start

Während der ID.4 nach dem vollständigen Ausrollen der Modellfamilie mit mehreren Akku-Kapazitäten und Motorleistungen des MEB antreten wird, lief der Deutschland-Verkauf zunächst mit zwei Editionsmodellen an. Der ID.4 1st und ID.4 1st Max unterscheiden sich in der Ausstattung, die Antriebstechnik ist identisch. Zum Einsatz kommt die Variante mit Heckantrieb per 150 kW-Motor (permanent-erregte Synchronmaschine), batterieseitig steht eine Netto-Kapazität von 77 kWh zur Verfügung (brutto 82 kWh). Das maximale Drehmoment der E-Maschine liegt bei 310 Newtonmeter. Den Sprint aus dem Stand auf Tempo 100 hakt der ID.4 damit in 8,5 Sekunden ab, das Maximal-Tempo ist auf 160 km/h begrenzt. Die maximale Reichweite gibt VW in dieser Konfiguration mit 520 km an.

Beim Licht wird es dreidimensional – zumindest beim ID.4 1st Max, der serienmäßig mit 3D-Beleuchtung vorfährt. Vorne bedeutet das neue, "IQ-Light" getaufte LED-Matrix-Scheinwerfer mit Dauerfernlicht, bei dem entgegenkommende und voraus fahrende Verkehrsteilnehmer ausgeblendet werden. Die 3D-Rückleuchten sollen mit ihren Einzel-Elementen besonders plastisch wirken, das dynamische Blinklicht ist beim ID.4 1st Max ebenfalls Serie. Dazu gibt es zwei wählbare Designs für die dynamische Begrüßungsbeleuchtung, die der ID.4 beim Entriegeln und Versperren durchführt.

Der Innenraum mit dem "Open Space" genannten Grunddesign ist beim ID.4 1st Max mit einem extragroßen Panorama-Glasdach abgedeckt. Nachdem der Fahrwahlschalter rechts hinter dem Lenkrad angebracht ist, sind in der freistehenden Mittelkonsole keine Bedienelemente untergebracht, stattdessen beherbergt diese viel Stauraum und zwei XL-Becherhalter. Das volldigitale Instrument wird von einem großen Bildschirm für das Multimediasystem ergänzt, beim ID.4 1st Max mit 12 Zoll Diagonale, beim ID.4 1st mit zehn Zoll.

Neues Bedienkonzept ohne mechanische Schalter

Mechanische Schalter und Taster gibt es im Cockpit des neuen VW ID.4 keine mehr, stattdessen wird wie auch bereits in anderen VW-Modellen voll auf berührungsempfindliche Tastflächen gesetzt. Zusätzlich kommt die Sprachsteuerung namens "Hallo ID" zum Einsatz, die Kommandos in Umgangssprache verstehen soll. Zum "ID-Light", einer Info-Lichtleiste unter der Windschutzscheibe mit Leuchteffekten etwa zum Abbiegen oder Bremsen, gesellt sich beim ID.4 1st Max ein Headup-Display mit Augmented-Reality-Technik. Damit sollen die eingeblendeten Informationen zum Beispiel aus dem Navigationssystem besonders plastisch in die Umgebung eingeblendet werden.

Bei den serienmäßigen Assistenzsystemen ist in beiden Editionsmodellen eine akustische Einparkhilfe, der Spurhalte-Assistent, der Notbremsassistent und die Distanzregelung mit Verkehrszeichenerkennung (ACC Stop & Go). Das System greift auf Navigationsdaten zurück und reduziert entsprechend vor bestimmten Fahrsituationen (Kreisverkehre, geschlossene Ortschaften) bereits im Vorfeld das Tempo. Beim ID.4 1st Max ist zusätzlich der Travel Assist aktiviert, mit dem nicht nur der Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug, sondern auch die Fahrspur automatisch gehalten wird.

Ein weiterer Ausstattungsvorteil des ID.4 1st Max gegenüber dem ID.4 1st ist das adaptive Fahrwerk DCC mit Verstelldämpfern. Es wird über die Fahrprogrammwahl (Eco, Comfort oder individuelle Programmierung) beeinflusst und wird über den Fahrdynamikmanager mit der elektronischen Quersperre XDS vernetzt. Außerdem verfügt der ID.4 1st Max über die Progressivlenkung, bei der das Übersetzungsverhältnis je nach Tempo variiert.

Die Rekuperation des ID.4 wird über den Gangwahlschalter vorgewählt. Als Standard in der Stellung D wird die E-Maschine im Schiebebetrieb in den meisten Situationen "ausgekuppelt" und der ID.4 segelt. Die Gangstellung B für "Brake" aktiviert die forcierte Rekuperation, um entsprechend Strom in die Fahrbatterie zu speichern. Gleichstrom-Ladung an Schnellladesäulen soll mit maximal 125 kW möglich sein. Für das Laden daheim bietet VW drei verschiedene Versionen der Wallbox ID.Charger an, die jeweils mit maximal 11 kW Ladeleistung aufwarten. Die günstigste ID.Charger-Version wird bereits für 388 Euro (ohne Montage) angeboten.

VW ID.4 – Verkaufsstart und Preise

Die auf insgesamt 27.000 Exemplare "rationierten" Einführungs-Editionen ID.4 1st (49.950 Euro) und ID.4 1st Max (59.950 Euro Listenpreis) wurden offensichtlich recht flott unter die Leute gebracht. Speziell in den USA, wo Medienberichten zufolge die komplette geplante Charge innerhalb von acht Stunden ausverkauft war. Die Fach-Website "Electrek" berichtet aus einer E-Mail des amerikanischen Volkswagen-Vertriebs an Kunden, die bereits einen regulären ID.4 reserviert haben. Demnach wird nun das Kontingent an 1st-Edition-Modellen für die USA aufgestockt und jene Kunden können ihre Reservierung auf das Einführungs-Modell ändern lassen, um schneller an ihren Elektro-SUV zu kommen.

Derweil hat VW für den deutschen Markt die Preise der anderen Modellversionen bekanntgegeben, die ebenfalls ausnahmslos über den 150 kW / 204 PS starken Antrieb mit 77-Kilowattstunden-Batterie verfügen. Die Basisvariante ist der ID.4 Pro, der mindestens 44.450 Euro kostet. Darüber rangieren die Linien Life für 47.020 Euro und Business für 51.005 Euro. Hinzu kommen die Ausstattungs-Niveaus Family (52.205 Euro), Tech (55.410 Euro) und das Topmodell Max, das mindestens 58.820 Euro kostet. All diese Preise sinken noch um den Umweltbonus.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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