Opel Manta GSe ElektroMOD (2021): Fährt der Manta in die Zukunft?

Das Auto ist fertig. Und fährt. Sogar mit TÜV-Segen. Knapp zwölf
Monate haben die Manta-Revoluzzer gebraucht.
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Das Auto ist fertig. Und fährt. Sogar mit TÜV-Segen. Knapp zwölf Monate haben die Manta-Revoluzzer gebraucht.

© Opel / Enes Kucevic

Der elektrifizierte Retro-Opel sollte zunächst nur Social-Media-Likes sammeln. Inzwischen scheint mehr möglich, von der Kleinserie bis zum neuen Manta. Opel-Chef Lohscheller zumindest ist schwer beeindruckt.

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Wenn Pierre-Olivier Garcia vom Opel Manta GSe Elektromod spricht, dann klingt das ein wenig so, als könne er noch immer nicht glauben, dass aus einer irren Idee wirklich ein Auto geworden ist. Der Mann arbeitet im Opel-Designteam und hatte gemeinsam mit ein paar Kolleginnen und Kollegen eine Idee: altes Auto, moderner Antrieb. Elektrisch, natürlich.

Ein verwegener Gedanke für eine Marke, die in den letzten Jahren aus CO2-Gründen fast die gesamte Emotionalität aus dem Programm rationalisiert hat. GSi? OPC? Lange her. Trotzdem fanden sich Mitstreiter, Budget und ein Manta A Berlinetta aus dem Jahr 1973. Vielleicht funktioniert so was ja im Social-Media-Kontext.

Bei den jungen Wilden, den Fans. Tat es. Schon die ersten Teaserbilder frästen in Rekordgeschwindigkeit durch die Opel-Foren. Viele dachten an eine nette Computer-Retusche. Und lagen falsch. Das Auto ist fertig. Und fährt. Sogar mit TÜV-Segen. Knapp zwölf Monate haben die Manta-Revoluzzer gebraucht. Ein Jahr. NUR ein Jahr, weil sie die Finger von der komplexen Serientechnik der elektrischen Corsa und Mokka gelassen haben.

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E-Antrieb kommt nicht von Opel

Heißt: Die 108 kW starke Synchronmaschine (maximal 255 Nm Drehmoment) und der 31 kWh große Lithium-Ionen-Akku stammen eben nicht aus dem Opel-Regal, sondern von einer Firma, die sich auf die Elektrifizierung von Young- und Oldtimern spezialisiert hat. Der Vorteil: erprobte Technik. Die taugt, Stand heute, für rund 200 Kilometer Reichweite. Am WLTP-Wert arbeiten sie noch. Nachgeladen wird am DC-Lader mit maximal 9 kW. Die viele Leistung passt zum historischen Vorbild. Das GSe im Namen referenziert auf die sportlichen GSE-Opel der Vergangenheit, optisch stand der Manta GT/E aus dem Jahr 1974 Modell, der nicht nur ordentlich motorisiert (105 PS), sondern auch optisch entsprechend selbstbewusst auftrat.

Trotz E-Motor: die Schaltung bleibt an Bord

Das grundsätzliche Antriebslayout entspricht grob dem des Originals: Motor vorn, Antrieb hinten. Heißt: Antriebswelle und Vierganggetriebe sind noch an Bord und werden gebraucht. Wer will, kann sogar von Hand schalten, braucht dafür aber keine Kupplung mehr. Klingt schräg, fährt sich aber lustig, wie Pierre-Olivier Garcia betont. Auch weil das Auto nur rund 100 Kilo mehr wiegt als der Klassiker mit Verbrenner.

Nettes Detail zum Thema Elektroantrieb: Wie sich das für ein echtes Elektroauto gehört, kann der Monza GSe natürlich auch rekuperieren, sprich, beim Bremsen Energie zurückgewinnen. Aktiviert wird die Rekuperationsfunktion über einen Schieberegler, der im Original-Manta für die Regulierung von Heizung und Lüftung zuständig war.

Thema Lüftung: Weil auf dem Armaturenträger jetzt digital kommuniziert wird, war kein Platz mehr für die klassischen Luftausströmer. Die wanderten deshalb unters Armaturenbrett und sitzen jetzt dort, wo dereinst das Radio untergebracht war. Und das Radio? Gibt's nicht mehr. Als Ersatz ist ein klangstarker Marshall-Lautsprecher an Bord, über den per Bluetooth Musik ins Auto gestreamt werden kann.

Viel Technik aus der Serie

Abgesehen vom E-Antrieb und den entzückenden 17-Zoll-Alus, die Ronal extra für den Retro-Manta gefertigt hat, schlägt auch das digitale Grinsen eine Brücke in die Gegenwart – ein breites Display, bei Opel "Pixel-Vizor" genannt, das sich als Retro-Kühler tarnen oder jede Art von digitaler Botschaft darstellen kann. Allerdings nur im Stand. Geflimmer im Kühler ist mit den aktuellen TÜV-Regulatorien zu zu vereinbaren. Die LED-Scheinwerfer dahinter stammen übrigens aus dem alten Zafira.

Und auch sonst findet sich reichlich jüngere Opel-Ware: Sportsitze aus dem seligen Adam S, das Digital-Cockpit aus dem aktuellen Mokka und natürlich der grellgelbe Lack aus dem Firmenlogo. Mit hohem Grün-Anteil. Weil öko und so.

Hoffnung auf eine Manta-Zukunft

Lob gibt’s für das Auto inzwischen vom Opel-Chef persönlich. Im Business-Insider-Interview gibt sich Opel-Chef Lohscheller schwer erstaunt darüber, wie gut der Manta als ElektroMOD bei den Leuten ankommt und räumt ein: "Deutschland scheint auf den Manta zu warten!"

Hoppla. Geht da was in Sachen neuer Manta? Das müssten jetzt die Marktforscher bewerten, lässt Lohscheller ausrichten. Ein Dementi klingt anders. Aber mehr Futter für die Manta-Fanbase gibt das auch nicht her. Elektrisch oder nicht? Wie groß? Welche Plattform? Wann? Alles noch offen. Wir drücken die Daumen und hoffen, dass die Manta-Geschichte doch noch nicht auserzählt ist!

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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