Vinfast VF e35 und e36: Vietnamesen bringen Elektro-SUV

Vinfast VF e35 und e36: Vietnamesen bringen Elektro-SUV
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Vinfast VF e35 und e36: Vietnamesen bringen Elektro-SUV

© Vinfast

Vinfast bietet in Kürze seine Autos auch in Deutschland an. Den Anfang machen die beiden von Pininfarina gezeichneten Elektro-SUV VF e35 und VF e36. Die wurden jetzt auf der L.A. Autoshow vorgestellt.

Vinfast kommt nach Deutschland: Der vietnamesische Hersteller bietet ab 2022 seine neuen Elektro-SUV in Europa an. Dafür baut Vinfast einen Vertrieb nach dem Vorbild Teslas auf: Die Fahrzeuge kommen per Direktvertrieb über das Internet zu den Kunden, außerdem wird es in größeren Städten firmeneigene Showrooms geben. Passend dazu hat Vinfast sein Management mit ehemaligen Tesla-Managern verstärkt. Hinzu kommen Ex-Apple-Marketing-Spezialisten und Mitarbeiter der Elektroauto-Abteilung von Nissan. Vinfast-Europachefin Bich Tran pendelt zwischen ihren neuen europäischen Hauptbüros in Paris, Amsterdam und Frankfurt am Main. Tran hat vorher unteranderem im Vertrieb von Toyota Vietnam gearbeitet – zu Zeiten, in denen der japanischer Hersteller in Vietnam einen Marktanteil von zirka 54 Prozent hatte. Neuer Vinfast-Chef ist Ex-Opel-Boss Michael Lohscheller, sein Vorgänger, der ehemalige GM-Manager James DeLuca, ist in die USA zurückgekehrt, steht Vinfast aber weiterhin beratend zur Seite. Das Vinfast-Management ist überzeugt davon, dass aktuell ein guter Zeitpunkt ist, um selbst auf dem als sehr schwierig geltenden deutschen Automarkt als neuer Hersteller durchzustarten.

Seine beiden auf BMW-Technik basierenden Modelle Lux A 2.0 und Lux SA 2.0 bietet Vinfast nicht in Europa an – die Vietnamesen starten sofort mit reinen Elektro-SUV. Der kleinere der beiden heißt VF e35, die größere Version trägt die Bezeichnung VF e36. Beide wurden jetzt auf der L.A. Autoshow präsentiert.

Kompaktklasse: VE e34

Seine drei Elektroautos nennt der Konzern VF e34, VF e35 und VF e35 – alle drei Autos sind SUV. Der VF e34 gehört mit einer Länge von 4,3 Metern einem 2,61 Meter langen Radstand zur Kompaktklasse. Sein Motor leistet 150 kW (204 PS), seine Batterie soll 42 Kilowattstunden speichern können. Damit ist laut Hersteller eine Reichweite in Höhe von 300 Kilometern möglich.

Mittelklasse: VF e35

Der VF e35 gehört mit seinen 4,75 Metern Länge (Radstand ebenfalls 2,61 Meter) zur Mittelklasse. Er bekommt zwei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 300 kW (408 PS). Da jeder Motor für eine Achse zuständig ist, arbeitet der VF e35 mit Allradantrieb. Der Akku des Mittelklasse-SUV hat ebenfalls eine Kapazität in Höhe von 42 Kilowattstunden. Die damit erzielbare Reichweite hat Vinfast noch nicht bekanntgegeben.

Obere Mittelklasse: VF e36

Der VF e36 ist 5,12 Meter lang (Radstand 3,15 Meter) und damit in der oberen Mittelklasse angesiedelt. Er bekommt den gleichen 300-kW-Antrieb wie der VF32, aber eine größere Batterie: Ihre 106 Kilowattstunden Kapazität sollen für 550 Kilometer Reichweite gut sein. Den VF 36 (dann ohne "e") gibt es auch noch mit einem 2,0-Liter-Vierzylinderbenziner mit 228 PS. Auf drei Sitzreihen bietet er in der Konfiguration 2+2+2-Sitze bis zu sechs Passagieren Platz. Hinter der dritten Sitzreihe bleibt allerdings nur ein Rest-Laderaum. Zugang zum Innenraum gewähren vier konventionelle Türen. Unkonventionell präsentiert sich die Seitenfensterlinie des VF e36, bei der sich an der C-Säule Dach und Unterbau beinahe treffen. Die dunkle D-Säule suggeriert ein umlaufendes Fensterband.

Moderne Assistenzsysteme

Für alle drei Elektroautos verspricht Vinfast eine Ausstattung mit bekannten fortschrittlichen Assistenzsystemen wie Spurhalte-Assistent, Totwinkel-Warner, Parkassistent und 360-Grad-Kamera. Die digitalen Cockpits arbeiten mit einer Gesichtserkennung, bei einer Panne geht eine automatische Meldung an die Werkstatt und bei einem Unfall setzt das Auto einen automatischen Notruf ab. Das Infotainment arbeitet sprachgesteuert und mit virtuellen Assistenten.

Teilautonomes Fahren nach Level 4

Die Autos sollen sich zudem mit smarten Transportsteuerungen vernetzten können und sogar teilautonomes Fahren nach Level 4 (vollautonom wäre Level 5) beherrschen. Dafür sind die Topversionen von VF e35 und VF e36 mit jeweils 14 Kameras und Lidar-Sensoren (Light detection and ranging – optische Abstandsmessung) ausgerüstet. Die Kameras sollen Objekte in Entfernungen von bis zu 687 Metern erkennen können. Die Datenverarbeitung übernimmt ein von Nvidia für die Bedürfnisse des autonomen Fahrens entwickelter Chip der Orin-X-Serie. Dieser soll pro Sekunde bis zu 200 GB an Daten verarbeiten können und somit achtmal schneller sein als aktuelle Systeme.

Hersteller verspricht hohe Sicherheit

Vinfast verspricht für seine neuen Elektro-SUV die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards: Sowohl der Euro-NCAP-Crashtest als auch der Crashtest der NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration – US-Bundesbehörde für Straßen- und Fahrzeugsicherheit) sollen die Maximalzahl von fünf Sternen einbringen.

In Deutschland ab Juni 2022

Ab November 2021 können Kunden die beiden größeren SUV VF e35 und VF e36 in Europa und Nordamerika bestellen, die ersten Auslieferungen sind für Juni 2022 geplant. In Vietnam sind die Bestellbücher für den VF e34 bereits ab Mai diesen Jahres geöffnet, die Auslieferungen beginnen im November. VF e35 und VF e36 können die Vietnamesen ab September bestellen, ab Februar 2022 rollen die Modelle dann vom Band.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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