60 Jahre Trabi: Diese Modelle mobilisierten die Ostdeutschen

Auch im Osten waren Autos der Deutschen liebstes Kind. In
unserer Fotoshow blicken wir zurück auf die Autos, die in der DDR
Tag für Tag ihren Dienst verrichteten.
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Auch im Osten waren Autos der Deutschen liebstes Kind. In unserer Fotoshow blicken wir zurück auf die Autos, die in der DDR Tag für Tag ihren Dienst verrichteten.

09.11.2018 - 08:45 Uhr von Uli Baumann

Zum Jahrestag des Mauerfalls werfen wir einen Blick zurück auf den automobilen Alltag in der DDR. Standard-Fahrzeug der DDR war jahrzehntelang der Trabant, aber auch andere Modelle verirrten sich hinter den Eisernen Vorhang.

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Auch die DDR-Führung setzte auf private Motorisierung. Bereits in den 50er-Jahren startete im ehemaligen BMW-Werk in Eisenach die Produktion des Wartburg 311. Im Herbst 1957 startet die Vorserie, ab 1958 wurde in Zwickau dann die Serien-Produktion des legendären Trabant als Modell P50 aufgenommen.

Zweitakter für die Massenmotorisierung

Beide Autos wurden von Zweitaktmotoren befeuert, die nach Expertenmeinung bereits damals das Ende ihrer Entwicklung erreicht hatten. Dem Zweitakter war das egal, lief der Trabi beinahe bis zu seinem Produktionsende am 30. April 1991 doch weiter blau qualmend von den Bändern. Erst ab 1990 erhielt der Trabi einen Viertaktmotor. Insgesamt wurden in 34 Jahren über 3,6 Millionen Trabis gefertigt.

Wie auch im Westen war das Auto im Osten des Deutschen liebstes Kind. Der Erwerb eines Solchen erforderte in der DDR ab weitaus mehr Geduld. Satte zwölf Jahre Wartezeit musste aufbringen, wer einen Trabant haben wollte. Für einen Lada 2107 der aus Russland importiert wurde, gingen gar 17 Jahre Wartezeit ins Land. Bestellt werden konnte ab einem Alter von 18 Jahren, auch wenn das nötige Kapital noch nicht angehäuft war. Entsprechend dem Neuwagenengpass florierte das Geschäft mit Gebrauchten. Egal wie alt ein Trabi, Lada, Warturg und Co auch waren, der Gebrauchtpreis lag in der Regel über dem eines Neuwagens. Ein Auto war also die Geldanlage schlechthin für DDR-Bürger.

Exoten auf DDR-Straßen

Vereinzelt fanden aber auch Polski Fiat oder Modelle wie der in Rumänien als Renault 12-Lizenz produzierte Dacia 1300 den Weg in die DDR. Zu sehen gab es vereinzelt auch Moskwitsch- und Sporoshez-Modelle aus Russland.

Aber auch Exoten fanden sich mitunter im DDR-Straßenbild. Einer davon war der Melkus RS 1000, ein Mittelmotorrennwagen auf Basis des Wartburg 353. Absolut selten waren auch Luxusmodelle wie der Tatra 603 aus tschechischer Produktion. Aus den automobilen Anfangszeiten der DDR stammt beispielsweise der IFA F9, der noch bei DKW entwickelt wurde und später in Zwickau vom Band lief. Später folgten noch der P70 der dann zum Wartburg 311 weiterentwickelt wurde.

VW Golf kommt in die DDR

1977 kündigte die DDR-Führung dann den Import von 10.000 VW Golf I an. 1978 rollten dann auch die ersten Gölfe gen Osten. Als 50 PS-Benziner und Diesel kostet der Golf ab 30.000 Ostmark. Zuviel für DDR-Bürger, worauf zur Überraschung aller die Preise auf bis zu 22.000 Ostmark gesenkt wurden. Der Golf blieb dennoch teuer und nahezu unerreichbar, kostete ein Trabant doch nur 10.000 Ostmark. Im Westen kostet der Golf damals nur 8.000 Mark.

Die DDR-Jugend wurde überwiegend mit der Simson Schwalbe, dem Spatz, dem Sperber und dem Habicht motorisiert. Wer aufsteigen wollte, griff zu einem der MZ-Modelle.

Quelle: 2010 Motor-Presse Stuttgart
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