Audi A3 40 TFSI e (PHEV): Harmonie unter der Haube, Enge im Kofferraum

Audi A3 40 TFSI e (PHEV): Harmonie unter der Haube, Enge im
Kofferraum
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Audi A3 40 TFSI e (PHEV): Harmonie unter der Haube, Enge im Kofferraum

© Audi

Audi stockt sein Portfolio an elektrifizieren Fahrzeugen um drei kleinere Plug-In-Hybride auf. Der günstigste PHEV von Audi, förderfähig mit 6750 Euro Umweltprämie, ist der A3 Sportback 40 TFSI e und wir konnten ihn schon fahren.

Ein Audi mit Plug-in-Hybrid ist für viele meist unerreichbar teuer. Schließlich starten die Preise für einen inzwischen mit mehr konfigurierbaren Q5 TFSI e knapp über 50.000 Euro. Von den Kosten für A6, A7 und den großen SUV ganz zu schweigen.

Ganz im Sinne einer niedrigen Flottenemission sowie zusätzlicher Kundschaft geht Audi nun zwei Stockwerke runter und baut in A3 Sportback und Q3 den Plug-in-Antriebsstrang ein, den wir aus dem Golf GTE kennen. Als Verbrenner dient ein 1,4 TSI mit 150 PS und 250 Nm, der im Sechsgang-DSG integrierte E-Motor leistet maximal 80 kW (109 PS) und liefert aus dem Stand 330 Nm Drehmoment. Als Systemleistung nennt Audi 204 PS und 350 Nm. Die Akkus mit einer Kapazität von 13 kW lagern im Unterboden vor der Hinterachse. Basispreis des 40 TFSI e: 38.440 Euro. Preislich liegt er damit auf dem Level eines 200 PS starken A3 40 TDI mit Allradantrieb (39.500 Euro) und besserer Ausstattung. Für 41.440 Euro verkauft Audi zudem einen sportlichen S-Line-PHEV mit einer Leistung von 245 PS. Die höhere Systemleistung resultiert allerdings rein aus einer neu angestimmten Steuerungssoftware. Für den Fahrtermin stand der 45 TFSI e allerdings noch nicht zur Verfügung.

Stört uns nicht weiter, denn natürlich ist auch der 40 TFSI e flott genug. Ganz ohne Verbrenner sprintet der Fronttriebler beispielsweise in nur 7,6 Sekunden auf 100 km/h und ist bis zu 140 km/h schnell. Die nach NEFZ errechnete und üppige Reichweite im reinen E-Betrieb von 78 Kilometer dezimiert sich so allerdings ebenso rasant. Nach dem realistischeren WLTP liegt sie bei 67 Kilometern. Nachgeladen wird mit lediglich 2,9 kW Ladeleistung. Eine vergleichbare Plug-in-A-Klasse (A 250 e) kann da mit bis zu 24 kW Gleichstrom massiv mehr. Bleibt die Frage, ob die Kunden das nutzen. Der typische PHEV-Fahrer sollte in der heimischen Garage laden können und die E-Reichweite zum täglichen Pendeln nutzen.

Beeindruckendes Antriebsmanagement

Besser fährt es sich ohnehin im Modus Auto Hybrid. Hier kümmert sich der Audi selbst um eine maximal effiziente Antriebssteuerung, wählt in der Stadt meist den E-Motor, holt über Land gelegentlich den Verbrenner hinzu und achtet zudem auf Ortsschilder, Kreuzungen und vorausfahrende Fahrzeuge. Gilt es zu verzögern, rekuperiert der A3 mit bis zu 0,3 g selbsttätig. Ist dann auch noch der Adaptiv-Tempomat eingeschaltet, aktiviert der Audi nahezu übergangslos die Betriebsbremse. Auch wer selbst kräftig mit verzögert, kann sich am exakten und ruckfreien Bremsverhalten freuen.

Wer bei aller Freude an der harmonischen Auslegung am Ortsausgang einmal das Fahrpedal durchdrückt und sich für zehn Sekunden die maximale Peak Leistung ergattert, erkennt, dass der Audi voll am Limit ist. Zu sehr zerren die maximal 350 Nm an den latent scharrenden Vorderrädern, zu zappelig der gesamte Vorderwagen bei höheren Geschwindigkeiten unter voller Last. Allradantrieb würde helfen, passt aber nicht rein: Im Heck sitzt die Batterie und bringt zusätzliches Gewicht auf die nicht angetriebene Hinterachse. Apropos Gewicht: Der A3 PHEV wiegt 1635 Kilogramm (2.0 TDI quattro: 1555 kg).

Also raus aus dem Boost. Schon kehrt Ruhe ein und mit jeder weiteren Kurve und jedem Kilometer auf ungepflegtem Asphalt wird klar, dass der A3 auch noch sehr anständig federt und präzise dirigieren lässt. Übrigens ganz ohne Sportfahrwerk oder adaptiven Dämpfern, denn beide A3 PHEV sind nur mit Standardfahrwerk zu haben.

Etwas mehr Platz und alles wäre gut

Abstriche sind beim Laderaum fällig, da der 40 Liter große Benzintank unter den Kofferraum umziehen musste. Das beim Basismodell passable Ladevolumen von 380 Liter schrumpft so auf mickrige 280 Liter – Kleinwagenniveau. Da zudem die sperrigen Ladekabel nicht unter den Kofferraumboden passen, ist der Sportback alles andere als fernreisetauglich.

Vielleicht lohnt sich da ein Blick rüber zum ebenso neuen Q3 45 TFSI e. Der kleinste Audi-SUV packt das Ursprungsvolumen des A3 von 380 Liter rein und fährt sich kaum langsamer als der A3. Allerdings liegt er mit einem Grundpreis von 46.000 Euro schon wieder nahe beim Q5. 6750 Euro Umweltprämie von Staat und Hersteller winken beiden A3 PHEV und dem Q3 PHEV gleichermaßen, denn der maßgeblich Netto-Grundpreis liegt jeweils unter 40.000 Euro.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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