Auktion Mercedes 300 CE 3.4 & 560 SEC Widebody: Breitbau-Coupés der 90er von Brabus und Koenig

Bin ich schön? Ein Breitbau-C 126 ist sicher
Geschmackssache.
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Bin ich schön? Ein Breitbau-C 126 ist sicher Geschmackssache.

© Peter Seabrook/RM Sotheby's

RM Sotheby’s hat zwei besonders breite Mercedes-Coupés angeboten: 300 CE 3.4 AMG Brabus und 560 SEC Koenig Kompressor wurden aber wohl nur fast verkauft.

Nicht wenige halten das vor 40 Jahren auf der Frankfurter IAA vorgestellte S-Klasse Coupé der Baureihe C 126 für einen der schönsten Mercedes überhaupt. Designer Bruno Sacco fährt selbst einen 560 SEC aus dem Baujahr 1989 in Dunkelblau. "Coupés sind die Filets einer Baureihe", findet er.

Mercedes-Benz 560 SEC Koenig Widebody

Hätte Sacco seinen SEC jemals zu Willy König gebracht? Vermutlich nicht. Der Rennfahrer und Autotuner machte in den 1980er- und 1990er-Jahren Sportwagen und Coupés von Ferrari, Jaguar, Mercedes-Benz und Porsche breiter. Unter dem Namen "Koenigs-Specials" verkaufte er auffällige Widebodys mit extrabreiten Reifen auf extratiefen Tiefbett-Felgen.

Wer wollte, bekam auch einen stärkeren Motor dazu. Der Vorbesitzer eines 560 SEC von 1990 wollte beides: Er bestellte den Breitbau in "Version II" und einen Albrex-Kompressor für seinen 560 SEC. Koenig modellierte Stoßfänger, Radläufe und Schweller neu, aufs Heck kam ein Bürzel. Unter den Verbreiterungen stecken 17-Zoll-OZ-Räder, die damals wie Reifen im Cinemascope-Format ausgesehen haben dürften. Die Leistung des damals stärksten Mercedes-Pkw-Serienmotors steigerte ein Albrex-Kompressorkit aus Österreich von 272 auf 406 PS.

Fast 18.000 Euro für Reparatur und Wartung

Bestellt worden war das in 199 Blauschwarz Metallic lackierte Coupé mit zahlreichen Extras: Klimaautomatik, ASR und Reiserechner, um nur ein paar Posten auf der Ausstattungsliste zu nennen. Zuhause war das Coupé in Japan, bis es 2014 nach Großbritannien kam. Bis 2021 wurden diverse Arbeiten an der Technik ausgeführt, die Rechnungen dafür sind laut RM Sotheby’s vorhanden. Insgesamt seien 15.000 britische Pfund (umgerechnet 17.780 Euro) investiert worden. Der Kilometerzähler steht aktuell bei 91.275. Den Preis hatte RM Sotheby’s auf umgerechnet 145.000 bis 175.000 Euro. Das Höchstgebot lag bei umgerechnet 145.790 Euro inklusive Gebühren. Sofort verkauft wurde der Breitbau-SEC damit nicht.

Mercedes-Benz 300 CE 3.4 AMG Brabus Widebody

Bei 220 PS war Schluss. Mehr Leistung gab es ab Werk im 124er-Coupé nicht. Stärkster Motor war der M-104-Reihensechszylinder mit drei Litern Hubraum im 300 CE-24 und 3,2 Litern im 320 CE/E 320 Coupé. Es sei denn, man ging zu AMG oder Brabus. Die lieferten eine 3,4-Liter-Version mit rund 270 PS. Gerade einmal 25 Coupé-Käufer bestellten den 3,4-Liter von AMG.

Der Erstbesitzer dieses Coupé orderte außerdem Fünfstufen-Automatik, Automatisches Sperrdifferenzial (ASD), elektrisches Stahlschiebe-Hubdach, Klimaanlage und Sportline. Anschließend baute Brabus das AMG-Coupé zum "Widebody" um – mit diesem Breitbau kommt der C 124 daher wie ein 500E Coupé, Nebelscheinwerfer in der Frontschürze inklusive. Mattschwarze Lamellen im Kühlergrill, glanzschwarze 16-Zoll-Räder und das abgeschrägte Doppelendrohr weisen klar auf die Bottroper Herkunft hin. Stoßfänger und Seitenplanken sind wie die Karosserie in 199 Blauschwarz Metallic lackiert.

Bis 2002 blieb das Coupé in Europa, kam anschließend nach Japan und blieb dort 13 Jahre. Im Jahr 2015 wurde das Coupé nach Großbritannien verkauft. Dort erhielt es laut RM Sotheby’s in den vergangenen sechs Jahren Wartungen im Wert von über 5.600 britischen Pfund (umgerechnet 6.600 Euro). Unter anderem wurden die Dichtungen an Zylinderkopf, Ventildeckel und ventilschäften erneuert sowie die Motorlager und die Wasserpumpe ersetzt. Aktuell hat das Auto 101.419 Kilometer auf dem Tacho. Der laut RM Sotheby’s einzige bekannte 300 CE AMG 3.4 Widebody soll 60.000 bis 70.000 Euro kosten. Das Höchstgebot lag bei umgerechnet 64.160 Euro, was zumindest für einen sofortigen Verkauf nicht genügte.

Quelle: 2021 Motor-Presse Stuttgart
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