BMW iX3 (2020)

Erlkönig BMW iX3
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Erlkönig BMW iX3

© Stefan Baldauf

BMW-Chef Krüger hatte angekündigt, bis 2025 zwölf vollelektrische Modelle im Markt zu haben. Einer aus dieser „ Zwölferbande“ ist der BMW iX3, der Anfang 2018 als Concept Car auf der Auto China in Peking präsentiert wurde. Nach den ersten Erlkönigen gibt es nun auch erste technische Infos.

Bereits seit Monaten testet BMW den iX3 und unser Erlkönig-Fotograf hat das Serien-Modell mehrfach abgeschossen. Optisch unterscheidet sich der iX3 vom X3 durch eine Tankklappe am linken vorderen Kotflügel. Dahinter ist die Ladesteckdose verborgen. Auch kommt der Elektro-X3 ohne Auspuffendrohre am Heck aus. Zudem lässt sich auf den Fotos unter dem Fahrzeugboden das Batteriestack gut erkennen, hier dürfte es in der Serien-Version wohl eine integrierte Verkleidung geben. Dank des flach bauenden Akkus gibt es nach Angaben von BMW keine Einbußen im Kofferraumvolumen (550 Liter) oder in der Fahrgastzelle.

BMW iX3 mit Heckantrieb

Zum Serien-Antrieb des BMW iX3 sind nun erste Daten bekannt: Auf die Hinterachse wirkt ein Elektromotor, der 270 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm bereitstellt. Die Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie liegt bei 74 kWh und damit etwas höher als in der Studie. Die Reichweite gibt BMW mit 440 Kilometer nach WLTP an; das entspricht einem Energieverbrauch von 20 kWh pro 100 Kilometer.

In Sachen Nachhaltigkeit weist BMW darauf hin, dass der Elektromotor ohne Seltene Erden auskommt, der Anteil vom Kobalt in den Batterien um zwei Drittel reduziert wurde und dieser Rohstoff sowie Lithium von BMW selbst beschafft werden. Darüber hinaus soll der iX3 beim CO2-Ausstoß über das gesamte Produktleben (Rohstoffbeschaffung, Lieferkette, Produktion, Nutzungsphase und Recycling) unter einem konventionell angetriebenen Fahrzeuge aus aktueller Produktion liegen. In diesem Fall ist es ein BMW X3 S-Drive 20d, dem gegenüber der iX3 einen Vorteile von 30 Prozent aufweist (unter Verwendung des europäischen Strommix'). Bei Grünstrom ist es sogar eine um 60 Prozent verbesserte CO2-Bilanz. Der Akku des Elektro-SUV kann als stationärer Speicher nach dem Einsatz im Auto weiterverwendet werden.

Der neue BMW iX3 wird in direkter Konkurrenz zum EQC von Mercedes stehen. Neben dem reinen Elektro-X3 wird BMW auch auch noch eine Plugin-Version des SUV anbieten.

Neue Aero-Felge erhöht Reichweite

Der BMW iX3 zeigte sich in der Studie mit einer neuen, nach innen offenen Niere, deren innere Fläche geschlossen ist. Der Style wird jedoch nicht in die Serie übernommen werden. Fraglich ist noch, ob die Niere auch im Serien-E-X3 blau illuminiert sein wird. Die blaue Farbe zieht sich bei der Studie entlang des Seitenschwellers bis hin zur Heckschürze mit einem integrierten Diffusorelement. Neue aerodynamisch optimierte Leichtmetallfelgen füllen die Radhäuser. Diese neue Aerodynamik-Räder sind für den iX3, den i4 und den I-Next vorgesehen. Sie bestehen aus einem filigranen Aluminium-Gussrad mit feinen Speichen. Für eine verbesserte Aerodynamik klippt BMW Aluminium-Einleger zwischen die Speichen. Das hat auch den Vorteil, die Felge individuell zu gestaltet. Nach Angaben von BMW soll der Luftwiderstandsbeiwert im Vergleich zum X3 um 5 % sinken. Das Gewicht fällt zur Aero-Felge des i3 (7,5 Kilogramm) nochmals um 15 % geringer aus.

Für den iX3 bedeutet die neue leichtere Felge eine zusätzliche Verbrauchsreduzierung von 2 % nach WLTP. Das entspricht eine zusätztliche Reichweite von zehn Kilometern.

BMW iX3 aus China

Warum eigentlich iX3? BMW verpasst allen Elektro-Autos den Zusatz „i“ und hat sich entsprechend die Rechte an den Modelle „i1“ bis „i9“ und für die SUV/Crossover „iX1“ bis „iX9“ gesichert. Sie sind künftig an einem eigenen „i“-Logo am Kotflügel und am Heck erkennbar und bauen auf einer flexiblen und weiterentwickelten Architektur auf, die für Front-, Hinterrad- und Allrad-Antriebe geeignet sind.

Im Juli 2018 wurde zwischen BMW und dem Joint Venture Partner Brilliance Automotive (BBA) ein neuer langfristiger Rahmenvertrag unterzeichnet. So erhöht BBA die Kapazität seiner beiden Produktionsstätten in Shenyang (Provinz Liaoning) auf insgesamt 520.000 BMW-Fahrzeuge. Dazu zählt auch ab 2020 der BMW iX3, der in Märkte außerhalb Chinas exportiert wird. Zusätzlich zu den beiden Automobilproduktionsstandorten betreibt BBA ein Motorenwerk, einschließlich einer Batteriefabrik für elektrifizierte BMW Fahrzeuge, die lokal in Shenyang produziert werden. Es ist die erste von einem Premium-Automobilhersteller betriebene Batteriefabrik in China.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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