Hummer-Comeback

Hummer HX Concept 2008
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Hummer HX Concept 2008

© General Motors

Im Rahmen des NFL-Finales am 2. Februar 2020, dem Superbowl, soll das Hummer-Comeback in einem Werbespot öffentlich gemacht werden. Basketballspieler LeBron James ist die neue Werbefigur.

Das hat das „Wall Strett Journal“ von Insidern aus dem GM-Konzern erfahren. Demnach soll die GM-Marke Hummer einen vollelektrischen Pickup in einer limitierten Version ab 2022 auf den Markt bringen. Allerdings soll Hummer nicht mehr als eigenständige Marke etabliert werden, stattdessen werde das Modell bei den hochpreisigen GMC-Trucks einsortiert.

Bereits Ende November 2019 hatte GM-Chefin Mary Barra auf einer Investorenkonferenz bestätigte, dass General Motors eine Milliardeninvestition zum Bau von Elektroautos beschlossen habe. Geplant seien Pickups, SUV und Vans. Damals hieß es, das neue Modell soll im Herbst 2021 in den Handel kommen. „General Motors versteht Pickup-Käufer – und Menschen, die neu in diesen Markt kommen“, sagte Barra. „Es wird ein sehr leistungsfähiger Truck sein, und ich bin deswegen ziemlich aufgeregt.“

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters hat sich das GM-Management und die mächtige Automobil-Gewerkschaft UAW auf einen Zeitplan bis 2021 geeinigt, um das GM-Werk Detroit-Hamtramck für die Fertigung von E-Fahrzeugen umzurüsten. Hierfür soll General Motors insgesamt drei Milliarden US-Dollar investieren.

Drei Milliarden Investition

Hintergrund sei, dass die GM-Führung mit der Erlös-Situation bei Standard-Pkw mit Elektroantrieb unzufrieden ist, der verlustreiche Chevrolet Bolt dürfte bei dieser Überlegung auch eine Rolle gespielt haben. Stattdessen solle nun der E-Auto-Markt nach dem Vorbild von Tesla „von oben“ angegangen werden, mit höherpreisigen Fahrzeugen, die eine bessere Marge versprechen.

Das unter dem Namen BT1 beschlossene Programm zur E-Mobilität soll unter anderem einen GMC Pickup und ein Cadillac SUV mit Elektroantrieb bis zum Jahr 2023 hervorbringen. .

Dass der erste E-Pickup von General Motors als Hummer in einer Kleinserie erscheint, hat eine gewisse Logik. Der Markenname ist weltweit bekannt, in den USA genießen die Fahrzeuge der 2010 eingestellten Marke längst Kultstatus. Entsprechend wäre das Marketing ein Selbstläufer. Die künftigen Fahrzeuge des BT1-Programms sollen wie branchenweit inzwischen üblich auf einem sogenannten Skateboard-Chassis aufbauen, das sämtliche Komponenten für Antrieb und Stromspeicher aufnimmt.

Elektro-Hummer für 90.000 Dollar?

Für einen E-Hummer werden US-Experten zufolge Basispreise von 90.000 Dollar erwartet, spätere Elektro-SUV etwa von Cadillac würden deutlich über 100.000 Dollar kosten – eine Preismarke, mit der sich deutlich leichter Geld verdienen lasse als mit einem Chevy Bolt für unter 40.000 Dollar. Die neue Elektro-Plattform für das BT1-Programm soll sehr flexibel einsetzbar und für Front-, Heck- und Allradantrieb nutzbar sein.

Das Werk Detroit-Hamtramck soll bis 2024 auf eine Produktion von 80.000 Elektroautos pro Jahr kommen. General Motors plant auch den Aufbau einer eigenen Batteriefabrik in Ohio und will bis 2023 auf dem Weltmarkt insgesamt 20 verschiedene Modelle mit Elektroantrieb einführen.

Hintergrund für die gesteigerte Betriebsamkeit von GM in Sachen E-Pickup dürften die jüngsten Entwicklungen auf diesem Markt sein. Zuvorderst natürlich die Vorstellung des Tesla Cybertrucks. Auch die jüngste Entwicklung des US-Startup-Unternehmens Rivian könnte eine Rolle gespielt haben. Rivian hatte die Fertigung eines Premium-Pickup mit Elektroantrieb im Preissegment über 90.000 Dollar angekündigt. Insidern zufolge wollte General Motors sich an Rivian beteiligen, doch dem kam Rivale Ford zuvor: Mit 500 Millionen Dollar ist Ford im April bei Rivian eingestiegen. Klarer Hintergedanke ist die Nutzung der Rivian-Plattform für Ford-SUV und Pickups. Mit dem spektakulären Auftrag seitens Amazon, für den Internet-Versandhändler 100.000 elektrische Lieferfahrzeuge zu produzieren, hatte Rivian vor kurzem einen spektakulären Coup gelandet.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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