Leserfragen zu Stromkabeln im Reisemobil

Der benötigte Kabelquerschnitt berechnet sich aus der
geünwschten maximalen Stromstärke und der Kabellänge. Werte in
mm2.
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Der benötigte Kabelquerschnitt berechnet sich aus der geünwschten maximalen Stromstärke und der Kabellänge. Werte in mm2.

 © Jacek Bilski, Ulrich Kohstall

promobil beantwortet regelmäßig Leserfragen rund ums Wohnmobil. Dieses Mal zum Thema Strom: Welcher Querschnitt ist ausreichend und was muss man beim Nachrüsten einer 12-Volt-Steckdose beachten?

Wir brauchen ein neues Landstromkabel und überlegen, ob wir zur Gewichtsersparnis eine dünnere Variante mit 1,5 mm² Querschnitt kaufen sollen. Die Heizung, der Herd und der Grill laufen mit Gas, es sind also keine großen Stromabnehmer vorhanden. Können Sie mir sagen ob dieser Kabel-Querschnitt ausreichend ist? Falls ja, die CEE-Stecker sind nicht auf so dünne Kabel ausgelegt. Gibt es dazu Dichtungen, damit der Stecker wasserdicht bleibt?

fragt Bernd Blessing, per E-Mail

Die Anforderungen an die elektrische Anlage von Reisemobilen sowie deren Verlängerungsleitungen zum Anschluss an den Landstrom sind in der DIN-Norm VDE 0100–721 geregelt. Für die Landstromversorgung wird ein Kabelquerschnitt von 2,5 mm², eine Maximallänge von 25 m sowie eine dickere Kabelummantelung gefordert (Kabelcode: H07RN-F 3G2,5). Kleinere Querschnitte sind nicht zulässig.

Die Frage nach einer Dichtung für die wasserdichte Verbindung mit einem CEE-Stecker erübrigt sich also. Ein dünneres Kabel wäre von der Belastung her wahrscheinlich ausreichend. Da es sich bei Stell- oder Campingplätzen um besonders brandgefährdete Bereiche handelt und die Kabel und Steckverbindungen starken klimatischen und mechanischen Belastungen, zum Beispiel beim Überfahren, ausgesetzt sind, gelten aber die erhöhten Anforderungen. Um Gewicht zu sparen, könnten Sie anstelle einer Kabeltrommel zu einem losen Kabel greifen.

Ich möchte eine zusätzliche 12-Volt-Steckdose installieren. Meine Batterie hat 80 Ah. Welchen Querschnitt muss dann das Kabel haben, und wie muss die Steckdose abgesichert sein?

fragt Berndt Wilster, per E-Mail

Der Querschnitt und die Absicherung des Kabels sind nicht von der Kapazität der Batterie abhängig. Entscheidend ist die Stromaufnahme der Verbraucher, die an der Steckdose betrieben werden. Ein 12-V-Fernseher mit 45 Watt hat beispielsweise eine Stromaufnahme von 3,75 Ampere (45 W : 12 V = 3,75 A). Weil mit zunehmender Kabellänge auch der Widerstand und damit der Verlust größer wird, ist auch diese von Belang.

Am einfachsten orientiert man sich an Erfahrungswerten aus der Kfz-Elektrik. Für eine Stromaufnahme bis 10 A genügen auf kurze Distanz 1,5 mm². Ab 5 Meter Kabellänge sollten es schon 2,5 und ab 8 Meter 4 mm² sein. Die Tabelle zeigt weitere Beispiele. Bei Bedarf lässt sich die erforderliche Leitungsdicke auch exakt ermitteln.

Als Berechnungsgrundlage dient folgende Formel: Querschnitt [mm²] = (2 x Kabellänge [m] x Stromaufnahme [A]) : (Leitwert des Kabels [in m : Ohm x mm²; bei Kupfer: 56] x zulässiger Spannungsabfall [0,6–0,84 V]).

Die Sicherung soll in erster Linie verhindern, dass sich das Kabel durch zu großen Stromfluss erhitzt, was im Extremfall zum Kabelbrand führen kann. Die Nennstromstärke der Sicherung richtet sich nach der Kabeldicke. Ein Kabel mit 1,5 mm2 Querschnitt sollte mit 10 Ampere, eines mit 2,5 mm² mit 16 A und eines mit 10 mm² mit 36 A abgesichert werden.

Es gibt aber Verbraucher, beispielsweise Aufbauklimaanlagen, die zum Anlaufen kurzfristig einen hohen Strom benötigen, den zwar das Kabel verkraftet, nicht aber die Sicherung. In dem Fall richtet sich die Sicherungsstärke nach dem Anlaufstrom. Die Nummer Sicher ist immer ein dickeres Kabel. Eine zu stark ausgelegte Sicherung kann dagegen üble Folgen für die Bordelektrik haben.

Quelle: 2018 Motor-Presse Stuttgart
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