Yachtdesign, Licht und Komfort: Alles zur neuen S-Klasse

Die neue, elfte Generation der S-Klasse ist da!
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Die neue, elfte Generation der S-Klasse ist da!

© Mercedes

Die neue, elfte Generation der S-Klasse ist da – lesen Sie alles über die neue Luxuslimousine mit dem großen Bildschirm im Cockpit, Allradlenkung, Licht-Inszenierung und weitere spektakuläre Technik-Innovationen.

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Die aktuelle Baureihe (W222) kam bereits 2013 auf den Markt und erhielt im April 2017 eine Modellpflege. Der neue Luxus-Benz ist ab September 2020 bestellbar, zu den Händlern rollt die S-Klasse dann ab Dezember.

Exterieur: Ausfahrbare Griffe – niedriger cW-Wert

Optisch hat Mercedes die S-Klasse behutsam weiterentwickelt, ohne die DNA des Modells arg zu verändern. Die Überhänge vorne sind kurz, dank des langen Radstands und des etwas längeren Überhangs hinten entsteht eine klassische Silhouette. In der Seitenansicht fällt auf, dass Mercedes hier auf einige Sicken und Kniffe in der Karosserie verzichtet hat. Gegen Aufpreis sind die Türgriffe bündig in die Karosserie eingelassen. Sie fahren aus, wenn der Fahrer sich dem Fahrzeug nähert oder über die Außenfläche des Türgriffs gestrichen wird.

Die Spur ist breit – ebenso der Grill, der die Front dominiert. Mercedes charakterisiert ihn als "statusprägend". Rechts und links flankieren ihn kleinere und flachere LED-Scheinwerfer mit einem Drei-Punkt-Tagfahrlicht. Am Heck lenken die detailliert gestalteten Leuchten die Blicke auf sich. Insgesamt wirkt das Heck filigraner.

Die Karosseriegestaltung folgt nicht nur reinen ästhetischen Gesichtspunkten. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert (cW) von 0,22 gehört die S-Klasse zu den strömungsgünstigsten Fahrzeugen. Darüber hinaus wurde bei der Entwicklung früh Wert auf die Aeroakustik gelegt. Sie ermöglicht es auch dank Akustikschäumen in der Rohkarosserie, dass das Modell leiser empfunden wird. Trotzdem ist der Motorsound noch wahrnehmbar.

Motoren: V8 und Plugin-Hybrid später

Neben den Sechszylinder-Aggregaten ist bald ein V8-Motor mit integriertem Starter-Generator (ISG) und 48-Volt-Bordnetz verfügbar. 2021 folgt ein Plugin-Hybrid mit einer rein elektrischen Reichweite von rund 100 Kilometern.

Abmessungen: Mehr Raum und Platz

Mercedes bietet die S-Klasse auch in der neuen Generation wieder mit zwei Radständen an. Ob mit kurzem oder langem Radstand, bei den meisten Abmessungen legt die neue S-Klasse zum Wohle von Passagieren und deren Gepäck zu. 

Technik-Highlights: Hinterradlenkung und neues Pre Safe

Dank zahlreicher Innovationen und Updates ist der Luxusliner nun auch sicherer und komfortabler. Die Technik-Highlights im Einzelnen:

Als Sonderausstattung und erstmals in Großserie bietet das Digital Light neue Assistenzfunktionen:

  • Warnung vor erkannten Baustellen durch die Projektion eines Baggersymbols auf die Fahrbahn
  • Warnung und Markierung durch ein Spotlight auf erkannte Fußgänger am Fahrbahnrand
  • Hinweis auf Ampel, Stoppschild oder Einfahrverbot durch Projektion eines Warnsymbols auf die Fahrbahn
  • Unterstützung auf verengten Fahrbahnen (Baustelle) durch Projektion von Führungsmarkierungen auf die Fahrbahn.

Drei lichtstarke LED in jedem Scheinwerfer können über 1,3 Millionen Mikrospiegel gezielt Licht auf Objekte schicken.

E-Active Body Control: Als Sonderausstattung kommt diese Hydropneumatik mit fünf Mehrkernprozessoren und mehr als 20 Sensoren daher. Sie ist auch an eine Stereo-Kamera gekoppelt. Das System regelt die Feder- und Dämpferkräfte pro Rad und soll Wank-, Nick- und Hubbewegungen reduzieren.

Mehr als 1.000 mal pro Sekunde analysiert das Steuergerät die Fahrsituation und passt das Fahrwerk entsprechend an. Dazu sind die Dämpfer über Hydraulikleitungen mit einer Motor-Pumpen-Einheit im 48-Volt-Netz verbunden.

  • Das Fahrprogramm Comfort erfasst mit einer Kamera die Fahrbahn vor dem Fahrzeug. Die Federbeine werden dann so angesteuert, dass die Karosseriebewegungen beim Überfahren von Bodenwellen stark reduziert werden.
  • Im Fahrprogramm Curve neigt sich die Karosserie in die Kurve, ohne dass die Passagiere auf den Fahrkomfort verzichten müssen.

Im Rahmen der E-Active Body Control ist auch eine neue Pre Safe-Funktion verfügbar. Bei einem drohenden Seitenunfall hebt "Pre-Safe Impulse Seite" die Karosserie der S-Klasse in wenigen Zehntelsekunden an. Der Aufprall erfolgt dann auf die widerstandsfähige Crashstruktur im unteren Teil des Fahrzeugs.

Als weitere Sicherheitsausstattung und ebenfalls gegen Aufpreis verbaut Mercedes einen neuen Fond-Airbag. Er besteht aus einer zylindrischen Röhrenstruktur, die eine Kugel formt. Dank des geringeren Volumens ist der Airbag schneller entfaltbar. Die Luft entweicht auch nicht beim Aufprall des Fondpassagiers. Der neue Airbag ist auch mit dem Beltbag – einem aufblasbaren Sicherheitsgurt – kombiniert. Die weiteren Sicherheitsausstattungen:

  • beleuchtete Sicherheitsgurte (Aufpreis)
  • Kindersitzerkennung auf dem Beifahrersitz via Kamera inklusive Gurtanlegehinweis
  • Mittelairbag zwischen Fahrer und Beifahrer

Mit der Hinterachslenkung, ebenfalls als Sonderausstattung, will Mercedes die Handlichkeit der großen S-Klasse verbessern. Abhängig von der Geschwindigkeit und vom Lenkwinkel werden die Hinterräder in die gleiche Richtung oder in die entgegengesetzte Richtung wie die Vorderräder eingeschlagen. Bei mehr als 60 km/h wird von gegen- auf gleichsinniges Lenken umgestellt.

Maximal beträgt der Lenkwinkel an der Hinterachse zehn Grad. Dadurch verringert sich der Wendekreis mit der Allradlenkung um bis zu zwei Meter – bei der langen S-Klasse liegt er bei unter elf Metern. Im speziellen Schneeketten-Modus kann der Fahrer den Lenkwinkel an der Hinterachse reduzieren und so das Lenkverhalten auf Schnee beeinflussen. Als zweite Ausstattung ist auch ein Lenkwinkel mit bis zu 4,5 Grad verfügbar.

Assistenzsystem: Lenken, parken, bremsen

Auch in Sachen Fahrerassistenzsystemen rüstet Mercedes die neue S-Klasse auf:

  • Aktiver Totwinkel-Assistent: Sobald Fahrer oder Beifahrer den Türgriff berühren, erfolgt ein Gefahrenhinweis, dazu erscheint ein rotes Warndreieck im Außenspiegel und eine Lichtwarnung über die Ambientebeleuchtung
  • Aktiver Lenk-Assistent: er unterstützt bei der Bildung einer Rettungsgasse
  • Aktiver Parkassistent: Besserer Leistungsumfang dank zwölf Ultraschallsensoren
  • Einbindung in das MBUX-System inklusive verbesserter Bedienung über den Touchscreen
  • Notbremsfunktion beim Rückwärtsfahren, wenn Objekte oder andere Verkehrsteilnehmer erkannt wurden.

Park-Paket mit 360 Grad Kamera:

  • Zusätzlich vier Kameras an der Front, am Heck und den Außenspiegeln
  • Automatisiertes Parken funktioniert auch bei Parkplätzen mit Linienbegrenzung
  • Kamera-Bilder ergeben eine dreidimensionales Bild im Zentralbildschirm mit dynamischen Blickwinkeln und Zoomfunktion
  • Verbesserte Seitenansicht für das Rangieren an Bordsteinen oder Garagenwänden
  • Fahrzeug-Modell zeigt Status (Bremsen, Blinken, etc.)
  • Sichteinschränkungen zum Beispiel durch geöffnete Türen oder eingeklappte Spiegel werden visualisiert

Interieur: Riesen-Display und MBUX

Der Hingucker im Innenraum ist der zentrale chromumrandete Monitor in der Verlängerung der Mittelkonsole. In der Top-Version kommt er mit OLED-Technik, haptischem Feedback und einer Bildschirmdiagonale von 12,8 Zoll.

In der Basisausführung ist das Display 11,9 Zoll groß und kommt ohne OLED-Technik daher. Für die Bedienung ist nur noch die Annäherung der Hand erforderlich, die Bedien-Icons richten sich dann auf den Nutzer aus.

Vier Kameras im Innenraum machen das möglich. Mit dem Mega-Display löst Mercedes auch die traute Zweisamkeit der beiden Cockpit-Bildschirme auf. Was bleibt, ist das digitale Cockpit hinter dem Lenkrad. Dazu liefert das neue Modell noch ein Headup-Display (HUD) mit Augmented-Reality-Funktion. Das System projiziert Fahrerinfos zehn Meter vor dem Fahrzeug auf die Straße – so lassen sich Abbiegepfeile einblenden oder Gefahrenquellen markieren. Der Nachteil: Das HUD fordert eine 27 Liter große Öffnung im Armaturenträger. Elektrik und Elektronik können in der neuen S-Klasse "Over-the-Air" auf den neuesten Stand gebracht werden.

Interieur: Ambiente-Beleuchtung und Sitzkinetik

Mercedes sieht die neue S-Klasse aber nicht nur als innovativen Luxusliner mit zahlreichen Assistenzsystemen, sie soll auch der "third place" sein, ein "Refugium zwischen Zuhause und Arbeitsplatz", so Mercedes. Dafür haben die Stuttgarter ihr Top-Modell auch in Sachen Komfort und Ambiente aufgerüstet.

Deutlich wird das zunächst durch das offenporige Holzfurnier und die in echtem Aluminium ausgeführten Elemente. Hingucker ist der im Yachtdesign ausgeführte Armaturenträger, der vier flache Mitteldüsen oberhalb des großen Mitteldisplays sowie schmale seitliche Lüftungsdüsen aufnimmt. Ebenfalls neu: die Bedieninsel für die Sitzverstellung, deutlich weniger Tasten und Schalter, ein Lenkrad mit kelchartiger Aufnahme für den Pralltopf sowie die Sitze. Wählt der Kunde hinten Einzelsitze, trennt ein ebenfalls im Yachtdesign ausgeführtes "Wasserfall"-Element die beiden Passagiere. Wurde auch der Haken bei der Ausstattung "First-Class Fond" gesetzt, so verbaut Mercedes bis zu fünf Bildschirme im Innenraum.

Besonders stolz ist Mercedes auf die neue Ambientebeleuchtung. Das Lichtband besteht aus 250 LEDs, die im Abstand von 1,6 Zentimetern verteilt sind und eine zusätzliche Lichtebene bilden. Die Ambientebeleuchtung ist mit den Fahrerassistenzsystemen vernetzt und kann zum Beispiel eine rote Lichtwarnung in Verbindung mit dem Totwinkel-Warner oder dem Ausstiegsassistenten erzeugen.

Darüber hinaus ist eine Rückmeldung bei der Bedienung beispielsweise der Klimatisierung oder des Sprachassistenten "Hey Mercedes" möglich. Automatisch stellt sich das Lichtsystem von Tag- auf Nacht-Modus um.

Als weitere Neuerung ist die "Energizing Sitzkinetik" an Bord. Bei diesem Programm ändert sich die Sitzverstellung nach einem gewählten Programm. Hier wird die Neigung der Sitzkissen und -Lehnen minimal verstellt, um ein ermüdungsfreies Fahren zu gewährleisten. Bei Multikontur-Sitzen unterstützt das System auch die Lordosen-Funktion. Drei Programme sind über das MBUX-System wählbar: Kurz-, Mittel- und Langstrecke.

Die weiteren Sitz-Details:

  • Fünf Fondsitzvarianten stehen zur Wahl, mit zwei und drei Sitzen, Liegesitz-Funktion, klappbarer Mittelarmlehne oder Business-Mittelkonsole
  • Nackenheizung im "Kuschelkissen" der Fondsitze
  • Sitzklimatisierung mit Radiallüftern
  • Kissenmassage über sechs Luftblasen
  • Update der Massagefunktion
  • In die Vordersitze integrierte ohrnahe Lautsprecher
  • Infotainment-Ansagen können gezielter auf den Fahrerplatz gerichtet werden
Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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