Neuer UK-Sportwagen Noble M500: „Nur“ 500 PS, aber dafür billiger

Neuer UK-Sportwagen Noble M500: „Nur“ 500 PS, aber dafür
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Neuer UK-Sportwagen Noble M500: „Nur“ 500 PS, aber dafür billiger

© Noble

Noble hat den M600-Nachfolger M500 vorgestellt. Der büßt zwei Zylinder und einiges an Leistung ein, ist aber auch günstiger als sein Vorgänger.

Von 2009 bis 2018 hatte die britische Sportwagen-Schmiede Noble eigentlich nur ein Produkt im Angebot – wenngleich in dreierlei Gestalt. Den Supersportwagen M600 durften die wenigen Kunden als Coupé, CarbonSport-Version und Speedster ordern. Mehr als zehn Exemplare pro Jahr haben die Hallen in Leicester jedoch nicht verlassen. Technisch gleicht sich das Trio, alle fahren mit dem von Yamaha entwickelten 650 PS starken 4,4-Liter-V8-Biturbo vor. Ein Aggregat, das in seiner Grundform zunächst Boote und dann auch die erste Generation des Volvo XC90 und die zweite Auflage des S80 antreibt. Der Noble nutzt die Maschine indes für eine weniger Komfort-orientierte Performance. In drei Sekunden handelt das UK-Supercar den Standard-Sprint ab, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 362 km/h. Schwindelerregend, nicht? Für alle, die nicht ganz so schwindelfrei sind, haben die Briten jetzt einen (etwas) zahmeren Nachfolger an den Start gebracht.

Der M500 existiert bislang nur als fahrbereiter Prototyp und befindet sich in der finalen Abstimmungsphase. Das Design darf allerdings als gesetzt betrachtet werden. Gleiches gilt für die Wahl des Motors, der sich künftig mit Konkurrenten von McLaren oder Porsche messen soll. Noble setzt einen 3,5-Liter-V6 von Ford ein, der je nach Modellvariante auf 500 bis 550 PS kommt. Wie sein Vorgänger trägt auch der M500 das Maschinen-Herz in der Mitte, die Kraft geht an die Hinterräder. Während die Preisliste des M600 noch bei rund 200.000 Pfund (aktuell etwa 240.000 Euro) angesetzt hatte, soll der Nachfolger "für einen breiteren Kundenkreis zugänglich sein", wie es im Marketing-Sprech so schön heißt. In Zahlen ausgedrückt, wird der Einstiegspreis irgendwo im Bereich um 150.000 Pfund (180.000 Euro) liegen, wie das britische Magazin Autocar berichtet. Offizielle Preise stehen noch aus.

Glasfaser statt CFK

Der Preisunterschied zum M600 ergibt sich allerdings nicht einfach aus der reduzierten Leistung, sondern auch aus der Material-Auswahl. Während Noble bisher eine CFK-Hülle über einen Gitterrohrrahmen und eine Stahlwanne gespannt hatte, soll für den M500 ein glasfaserverstärkter Verbundwerkstoff zum Einsatz kommen. Das schmälert die Produktionskosten, Karbon-Upgrades sollen optional erhältlich sein. Dass sich die Sportwagen-Manufaktur auf Leichtbau versteht, wurde bereits in der Vergangenheit bewiesen. Mit seinem Leistungsgewicht von 1,84 Kilo pro PS zieht der M600 an der einstigen Konkurrenz aus Molsheim vorbei. Der Bugatti Veyron kommt da nämlich auf 1,89 Kilo pro PS.

M500-Fahrer und Copilot nehmen in Karbon-Schalensitzen Platz, geschaltet wird manuell und mit offener Kulisse. Nach Traktionskontrolle und Servolenkung ist die Liste der Assistenzsysteme und Sicherheitsvorkehrungen bereits abgehandelt. ABS oder Airbags gehören schon nicht mehr zur Fahrzeug-Ausstattung. Bestellungen nehmen die Briten bislang noch nicht entgegen, zunächst steht der noch fahrdynamische Feinschliff an. Auf der Website steht als Premieren-Datum zwar noch das "Spätjahr 2021", aber Verzögerungen sind wir seit einiger Zeit aus der Automobilbranche ja gewohnt.

Quelle: 2022 Motor-Presse Stuttgart
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