Versenkte Türgriffe werden verboten
China verbietet ab 2027 elektrisch versenkbare Türgriffe in Neuwagen. Das betrifft Autohersteller weltweit, die jetzt neu konstruieren müssen.
China hat Ende 2025 einen Entwurf für neue verbindliche Sicherheitsstandards vorgelegt, die ab dem 1. Januar 2027 gelten sollen. Künftig dürfen in der Volksrepublik keine neuen Pkw mehr zugelassen werden, deren Türgriffe ausschließlich elektrisch aus der Karosserie ausfahren. Die Behörden verlangen, dass Fahrzeugtüren auch dann zuverlässig geöffnet werden können, wenn nach einem Unfall die Bordelektrik ausfällt oder beschädigt ist.
Die neuen Vorgaben schreiben vor, dass jede Tür außen und innen über eine mechanisch wirkende Notentriegelung verfügen muss. Diese muss unabhängig von Stromversorgung und Software funktionieren. Ziel ist es, Ersthelfern und Insassen auch bei einem Totalausfall der Elektrik einen direkten, rein mechanischen Zugang zum Fahrzeuginneren zu ermöglichen.
Viele Marken betroffen
Betroffen sind vor allem sogenannte Pop-out-Griffe, die im Normalzustand bündig in der Tür liegen und nur durch Elektromotoren oder Aktuatoren ausfahren. Solche Lösungen finden sich heute bei vielen Oberklasse- und Elektrofahrzeugen. Dazu zählen alle Tesla-Modelle ebenso wie mehrere Baureihen von Mercedes-Benz, darunter S-Klasse, EQS Limousine und EQS SUV, aktuelle BMW-Modelle wie 7er und i7, verschiedene Audi-Oberklassefahrzeuge, Range Rover und Range Rover Velar sowie der Jaguar I-Pace. Auch zahlreiche chinesische Elektroautos von Marken wie BYD, Nio, Xpeng oder Xiaomi nutzen diese Technik.
Nicht untersagt werden hingegen versenkbare Türgriffe, die sich trotz bündiger Gestaltung mechanisch betätigen lassen. Bei diesen Systemen kann der Griff durch Druck oder Zug von Hand ausgeklappt und die Tür direkt entriegelt werden. Entscheidend ist, dass der Öffnungsvorgang ohne elektrische Energie möglich bleibt oder zumindest eine klar definierte mechanische Notfunktion vorhanden ist.
China setzt neuen Standard
Weil China der weltweit größte Automobilmarkt ist, hat die Regelung eine globale Wirkung. Fahrzeuge, die für den chinesischen Markt produziert werden, müssen die neuen Anforderungen erfüllen. Da Hersteller ihre Plattformen in der Regel international vereinheitlichen, werden davon auch Modelle betroffen sein, die in anderen Regionen verkauft werden, selbst wenn die jeweilige Gesetzgebung dort keine entsprechenden Vorgaben macht.
