Oldtimer-Jahrgang 1991: Audi, Mercedes, VW: Diese Autos bekommen 2021 ein H-Kennzeichen

Opel Astra F. Auf Kadett folgte bei Opel 1991 der Astra.
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Opel Astra F. Auf Kadett folgte bei Opel 1991 der Astra.

© Hersteller

Audi Cabrio, Mercedes W140 und VW Golf III werden 2021 Oldtimer, sie sind mit 30 Jahren reif fürs H-Kennzeichen. Und das Autojahr 1991 brachte weitere spannende Premieren.

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Im Alter von 30 Jahren können Autos ein H-Kennzeichen bekommen. Sie werden dann offiziell zum Oldtimer. Voraussetzung für die historische Zulassung ist neben dem Alter ein guter und originaler Zustand. Als nächstes ist das Premierenjahr 1991 dran. Und das dürfte für Diskussionen sorgen. Denn während Helden der 80er-Jahre wie VW Golf II und Mercedes W126 längst als Klassiker anerkannt sind, dürften sich Golf III und W140 zunächst schwer tun. Doch sie werden im Klassikerstatus ankommen, das ist sicher.

Gegenargumente gefällig? Elektronikmacken wegen malader Steuergeräte und bröselnder Kabelbäume, erste Sparprogramme und massenhafte Verbreitung stehen einem Status als echter Oldtimer entgegen.

VW Passat VR6: für die linke Spur

Nun, irgendwas ist ja oft am alten Auto. Und was früher der Rost an tragenden Teilen war, ist nun der eben der Kupferwurm. Neue Reparaturmethoden helfen, Spezialisten bieten ihre Dienste und Teile an. Und mit der massenhaften Verbreitung ist das so eine Sache: Porsche baute von 1991 bis 1995 gerade einmal 11.763 Exemplare der Transaxle-Baureihe 968. Und wann haben Sie zuletzt einen richtig guten Golf III gesehen – womöglich noch einen GTI oder VR6? Der Motor kam 1991 zunächst im Passat – da hielt der Biedermann plötzlich auf der linken Spur mit.

Audi 80: auf dem Weg zu Premium

Noch mehr Bürgerliches: Audi ließ den 80 zum B4 reifen – mit stämmigerem Auftreten, besser nutzbarem Kofferraum und, horch, V6-Motoren. Ein Avant kam später, die Botschaft war deutlich: Die ehemalige Bürgermarke Audi setzte den Blinker zum Aufstieg ins Establishment. Das machte erst recht der Audi 100 Avant deutlich, der als schicker Kombi mit edlem Inneren, Quattro-Antrieb und bis zu 220 PS aus einem charismatischen Fünfzylinder-Turbo BMW und Mercedes kräftig Konkurrenz machen sollte. Was auch gelang.

Opel Astra: Kompakter fürs Volk

Gar keinen Aufstieg hatte Opel mit dem Astra im Sinn. Der wurde, im besten Sinne, ein volkstümliches Auto mit breitem Motoren- und gutem Raumangebot sowie einer großen Modellvielfalt vom Dreitürer bis zum Cabrio. Doch das kam erst später. Schade nur, dass der Astra so stark zum Rosten neigte. Doch rostresistent war auch der gleichzeitig erschienene Golf III nicht. Mit dem Lopez-Effekt konnte das zumindest anfangs beim Golf III nichts zu tun haben, denn der spanische Manager wechselte erst 1993 von GM zu VW. Dort bekam er wegen seiner harten Verhandlungsführung gegenüber Zulieferern den wenig schmeichelhaften Spitznamen "Würger von Wolfsburg". Lopez musste 1996 gehen, nachdem während seiner VW-Zeit Kartons mit GM-Material bei engen Mitarbeitern aufgetaucht waren.

Auto des Jahres: Renault Clio

Zum Auto des Jahres wählten die Juroren übrigens den Renault Clio. Ein cleverer Kleinwagen, der auf fast alles eine Antwort hat, was ein Auto gefragt wird. Sogar eine heiße Williams-Versions gab es. Und selbst in den schlichtesten Ausführungen genügend Raum und Komfort zum Reisen.

Zwei weitere Kleinwagen des Jahrgangs 1991 reifen 2021 ebenfalls zu Oldtimern: Der Fiat Cinquecento, der immer ein bisschen im Schatten des Panda – und später des 500 – stand. Dagegen war der Mazda 121 ein Sunnyboy: die rundliche Form nahm das Biodesign der 90er vorweg, ein keckes Stufenheck und – in den besseren Versionen – ein Faltschiebedach ließ Licht und Luft ins Innere. Ein echtes Argument, als selbst bei einer S-Klasse die Klimaanlage Aufpreis kostete.

Doch die lange Liste mit Sonderausstattungen, die bei Airbags anfing, bei Klimaanlage noch nicht zu Ende war und sogar als Reminiszenz an die 80er-Jahre Velourspolster bereithielt, war nicht Gegenstand der Diskussion um den dicken Benz. Gewicht und Größe störten das Publikum derart, dass sich Mercedes genötigt sah, Rechtfertigungen zu drucken. Witze wurden gemacht, falsche Behauptungen aufgestellt.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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