Windradflügel gefährdet Autobahn
Der Verkehr auf der A44 ist seit Mittwochvormittag (07.01.2026) zwischen dem Autobahndreieck Jackerath und dem Autobahnkreuz Holz in beiden Richtungen vollständig unterbrochen.
Grund ist ein beschädigter Rotorflügel an einer Windenergieanlage in unmittelbarer Nähe zur Autobahn. Nach Angaben von Polizei und Feuerwehr besteht die Gefahr, dass sich Teile des Flügels lösen und auf die Fahrbahn stürzen könnten.
Das betroffene Windrad steht rund 200 Meter von der Autobahn entfernt im Windpark "Bedburg A44n". Dort ist eines von drei Rotorblättern abgeknickt und hängt in großer Höhe noch teilweise an der Nabe. Die Anlage befindet sich auf rekultiviertem Gelände des früheren Tagebaus Garzweiler, direkt entlang der sogenannten A44n, die auch als "Windautobahn" oder "Tagebau-Highway" bekannt ist.
Sperrung aus Sicherheitsgründen
Nach Angaben der Polizei wurde die Autobahn vorsorglich voll gesperrt, da nicht ausgeschlossen werden kann, dass sich weitere Teile des Rotorblatts oder im Extremfall das gesamte Bauteil lösen. Feuerwehr und Polizei richteten rund um die Anlage eine Sicherheitszone von etwa 400 Metern ein. Innerhalb dieses Bereichs verläuft auch die A44.
Hinweise auf Sabotage liegen nach übereinstimmenden Angaben von Polizei, Betreiber und Hersteller nicht vor. Als Ursache gilt nach bisherigem Stand ein technischer Defekt, möglicherweise begünstigt durch starke Windböen. Eine abschließende Bewertung steht noch aus.
Weitere Vorgehensweise
Die Einsatzstelle wurde inzwischen an RWE übergeben. Spezialisten des Unternehmens arbeiten gemeinsam mit Fachkräften daran, Maßnahmen vorzubereiten, um den beschädigten Rotorflügel kontrolliert zu Boden zu bringen. Ziel ist es, die Gefahr möglichst schnell zu beseitigen, ohne zusätzliche Risiken für Einsatzkräfte oder Verkehrsteilnehmer zu verursachen.
Wie lange die Sperrung der A44 aufrechterhalten werden muss, ist derzeit offen. Nach Angaben der Autobahn GmbH bleibt der betroffene Abschnitt so lange gesperrt, bis der in rund 160 Metern Höhe hängende Rotorflügel vollständig abgestürzt oder gesichert ist. Der Verkehr wird in der Zwischenzeit großräumig umgeleitet, es kommt zu Staus auf den Ausweichrouten.
Untersuchung der Schadensursache
Der Hersteller Nordex hat ein Expertenteam eingesetzt, das gemeinsam mit dem Betreiber die Ursache des Schadens untersucht. Nach Unternehmensangaben lassen sich zum jetzigen Zeitpunkt noch keine verlässlichen Aussagen über den technischen Hintergrund des Vorfalls treffen. Die Ergebnisse der Untersuchung sollen zu einem späteren Zeitpunkt vorliegen.
Der Windpark gehört zum Energieversorger RWE und umfasst insgesamt fünf Windenergieanlagen. Jede Turbine verfügt über eine Leistung von 5,7 Megawatt, die Nabenhöhe liegt bei rund 164 Metern. Zusammen erzeugen die Anlagen rechnerisch Strom für etwa 28.000 Haushalte.
Bei der beschädigten Anlage handelt es sich um ein neues Windrad des Herstellers Nordex, Typ N149/5X. Die Turbine wurde 2022 errichtet und speiste bereits Strom ins Netz ein. Eine formelle Endabnahme durch den Betreiber RWE war zum Zeitpunkt des Vorfalls allerdings noch nicht erfolgt.
