Porsche 935 von Kremer und dp Motorsport: Mario Andrettis Goldstück

Flachbau-Versionen des Porsche 930 Turbo polarisieren. Genau
deshalb sind sie aber heute so gefragt.
Bild 1 von 19

Flachbau-Versionen des Porsche 930 Turbo polarisieren. Genau deshalb sind sie aber heute so gefragt.

© rmc Miami

Wir sind ein bisschen verliebt und auch ein bisschen verwirrt. Warum um alles in der Welt sollte man so ein Schmuckstück verkaufen wollen?

Bevor wir uns der Eingangsfrage widmen, schauen wir uns zunächst mal an, mit was wir es hier genau zu tun haben. Seine Karriere begann der Porsche im Jahr 1985 als vergleichsweise ziviler 930 Turbo, machte sich aber alsbald auf die Reise zu den Gebrüdern Kremer, um ein bisschen Kraft zu tanken. 200 PS, um genau zu sein. Die kamen durch neue Nockenwellen, einen neuen Turbolader und einen neuen Ladeluftkühler in den Stall. Insgesamt kam der Porsche damit auf 500 PS.

Ein bewährtes Team

Danach hat es den gebürtigen Zuffenhausener zu dp Motorsport verschlagen. Sie merken schon, der 930 suchte sich seinerzeit nur die renommiertesten Adressen in Sachen Porsche-Tuning aus. Sowohl Kremer als auch dp Motorsport hatten sich mit Umbauten und Kundensportfahrzeugen einen wohlklingenden Namen gemacht. Der Kremer 935 K3 gewann beispielsweise 1979 die 24h von Le Mans, weitere Erfolge gab es in Sebring und Daytona zu feiern. Und was hat das nun mit dp Motorsport zu tun? Nun, die Rennkarosserie des Erfolgsautos stammte von eben dieser Firma aus Overath – genauso wie die Karosserie unseres 935ers.

Die Slant Nose – Werksbezeichnung "Flachbau" – stammt von dp Motorsport, ebenso wie die mit zusätzlichen Lüftungsöffnungen versehenen Kotflügel und der breit gebaute Hintern. Porsche hatte den so genannten Flachbau in den 80ern auf Kundenwunsch am 911 Turbo verbaut, um das gewisse Extra an Rennsport-Look im Angebot zu haben. In dieser Konfiguration wurde aus einem 930 ein 935. Erhaltene Originale sind selten und entsprechend teuer. Besonders in den USA war diese Option beliebt und offenbar auch bei Rennfahrer Mario Andretti. Für ihn wurde dieses Auto nämlich gebaut, wie sich der entsprechenden Plakette im Türrahmen entnehmen lässt. Zwar nicht original von Porsche, aber nicht weniger schick.

Motorsport für den Alltag

Die geschmackvolle Optik setzt sich aus der gelungenen Kombination von dunkelblauer Lackierung, goldenen Akzenten und sonderangefertigten BBS-Felgen zusammen. Innen geht es dagegen mehr komfortabel als rennsportiv zu. Klimaanlage und CD Radio wurden nachgerüstet, Beiges Leder zieht sich durch das komplette Cockpit. Wenn man so will, die optimale Umsetzung von alltagstauglichem Motorsport-Feeling. Etwas mehr als 36.000 Meilen hat der leistungsoptimierte 3,3-Liter-Sechszylinder-Boxer auf der Uhr und steckt damit in Sachen Laufleistung quasi noch in den Kinderschuhen.

Bleibt die Frage, warum sein Besitzer das Auto nun verkaufen will? Ist die Garage voll? Wir jedenfalls würden da lieber einen Anbau in Auftrag geben, aber vielleicht ist das ja ein Grund zur Freude für Sie? Voraussetzung sind 325.000 Dollar, die der Anbieter Real Muscle Classics & Exotics in Miami haben möchte.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
Top-Themen
Die Autoindustrie testet ihre Zukunftsmodelle bevorzugt im Geheimen – wir haben sie dabei gestört. Im Juni 2020 sind ...mehr
Wendige Camper, die besonders für Familien geeignet sind? Das sind Campingbusse mit vier festen Schlafplätzen. Hier ...mehr
Hobby erweitern seine Einsteiger-Baureihe Optima Ontour um drei Alkoven-Modelle für Familien. Außerdem gibt es zwei ...mehr
Anzeige