Porsche setzt auf Audis Allradantrieb
Porsche entwickelt seinen neuen SUV gemeinsam mit Audi. Das intern als "M1" bezeichnete Modell entsteht parallel zur dritten Generation des Audi Q5 und basiert auf der "Premium Platform Combustion" (PPC) des Volkswagen-Konzerns.
Zum Einsatz kommt das von Audi entwickelte Quattro-Ultra-Allradsystem, bei dem im Normalbetrieb die Vorderachse angetrieben wird, während die Hinterachse nur bei Bedarf zugeschaltet wird. Damit setzt Porsche erstmals bei einem Serienmodell auf eine frontbetonte Antriebsarchitektur.
Dieser technische Ansatz bedeutet einen klaren Bruch mit der bisherigen Porsche-Tradition. Bislang setzte die Marke konsequent auf Heckantrieb oder heckbetonten Allradantrieb – vom 911 über den Cayenne bis hin zum bisherigen Macan.
Produktion in Leipzig beschlossen
Unabhängig von der technischen Nähe zu Audi steht nun auch der Produktionsstandort fest: Vorstand und Aufsichtsrat von Porsche haben entschieden, den neuen SUV im Werk Leipzig zu bauen. Der Produktionsstart ist gegen Ende des Jahrzehnts geplant, etwa ab 2028. Angeboten werden soll das Modell sowohl mit Verbrennungsmotor als auch als Plug-in-Hybrid.
Mit der Entscheidung stärkt Porsche den Standort Leipzig, an dem derzeit der Panamera sowie der vollelektrische Macan gefertigt werden. Produktionsvorstand Albrecht Reimold erklärte, die Vergabe erhöhe die Wettbewerbsfähigkeit und Flexibilität des Werks. Werksleiter Gerd Rupp sprach von einem "starken Signal" für den Standort. Konkrete Angaben zu Investitionen oder einem detaillierten Zeitplan machte Porsche bislang nicht.
Ob der neue SUV unter dem Namen Macan auf den Markt kommt, ist weiterhin offen. Der bisherige Macan (Typ 95B) wurde von 2014 bis 2024 ausschließlich in Leipzig produziert und war ausschließlich mit Vier- und Sechszylindermotoren erhältlich.
Reaktion auf veränderte Marktnachfrage
Hintergrund für die neue SUV-Baureihe ist unter anderem die verhaltene Nachfrage nach dem vollelektrischen Macan. Im ersten Halbjahr 2025 setzte Porsche weltweit rund 26.000 Exemplare ab, in China gingen die Verkäufe um fast 30 Prozent zurück. Porsche-Chef Oliver Blume hatte vor diesem Hintergrund bereits bestätigt, dass eine neue SUV-Baureihe mit Verbrennungsmotor für einen Marktstart ab 2028 geplant ist. Damit reagiert Porsche auf veränderte Kundenpräferenzen in wichtigen Märkten wie den USA und China.
Motoren, Kosten und Positionierung
Zum Marktstart ist ein Vierzylinder-Turbobenziner mit Mildhybrid-Technik vorgesehen. Zusätzlich sollen Plug-in-Hybrid-Versionen folgen, Dieselvarianten sind derzeit nicht geplant. Leistungsstärkere Ausführungen wie S-, GTS- oder Turbo-Versionen gelten als wahrscheinlich. Positioniert wird das Modell im Segment von BMW X3 und Mercedes-Benz GLC.
Die Entscheidung für eine weitgehend konzerngeteilte Technik ist auch dem Kosten- und Zeitdruck geschuldet. Eine eigenständige Entwicklung, wie sie beim ersten Macan realisiert wurde, wäre laut Branchenkreisen zu aufwendig gewesen. Zudem hat sich der Fokus vieler Kunden in den Kernmärkten zuletzt von maximaler Fahrdynamik hin zu Komfort, Raumangebot und Effizienz verschoben.
