Mercedes muss Sitz-Schrauben nachziehen
Drei unterschiedliche Probleme zwingen den neuen CLA zurück in die Werkstätten. Darunter: Die Befestigungsschrauben der Vordersitze und Gurtschlösser.
Mercedes-Benz hat für das Modell CLA aktuell drei voneinander unabhängige Rückrufaktionen gestartet. Betroffen sind Fahrzeuge aus der 2025er Produktion, bei denen es zu möglichen Sicherheitsmängeln an Fenster-Airbags sowie an Gurten und Sitzbefestigungen kommen kann. Grundlage der Maßnahmen sind interne Prüfungen des Herstellers sowie Veröffentlichungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA).
Fehlerhaft verlegter Leitungssatz
CLA-Fahrzeuge aus dem Produktionszeitraum 18. April 2024 bis einschließlich 6. Oktober 2025 werden zurückgerufen, da beim Window-Airbag ein Leitungssatz fehlerhaft verlegt sein könnte. In der Folge besteht das Risiko, dass sich der Airbag im Ernstfall nicht ordnungsgemäß entfaltet.
- KBA-Referenznummer: 15743R
- Betroffene Fahrzeuge weltweit: 459
- Davon in Deutschland: 131
Das sagt Mercedes-Benz:Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihe CLA die Verlegung eines Leitungssatzes im Bereich der D-Säule nicht den Spezifikationen entsprechen könnte. In diesem Fall könnte der Leitungssatz durch anliegende Komponenten beschädigt werden, wodurch die Funktion des Windowbags nicht länger zur Verfügung stehen könnte. Im Falle eines Unfalls mit vorgesehener Windowbagauslösung könnte daher die Rückhaltewirkung eingeschränkt sein. Darüber hinaus könnte sich der elektrische Übergangswiderstand an dieser Stelle erhöhen, wodurch ein lokaler Temperaturanstieg nicht vollständig ausgeschlossen werden kann.
Als Abhilfe wird über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Verlegung des Leitungssatzes überprüft und dieser ggfs. nachgearbeitet. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Prüfung und ggf. Nacharbeit des Leitungssatzes wird bis zu eine Stunde in Anspruch nehmen.
Mangelhaftes Luftsackgewebe
Eine weitere Rückrufaktion betrifft CLA-Modelle, die zwischen dem 28. Juli 2025 und dem 11. August 2025 produziert wurden. Bei diesen Fahrzeugen kann ein fehlerhaftes Luftsackgewebe des Fenster-Airbags verbaut sein. Laut Mercedes-Benz muss das betroffene Airbag-Modul dringend ersetzt werden.
- KBA-Referenznummer: 15742R
- Betroffene Fahrzeuge weltweit: 53
- Davon in Deutschland: 9
Das sagt Mercedes-Benz:
Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihe CLA die Schichten des Windowbag-Luftsackgewebes nicht wie spezifiziert aneinander anhaften könnten. In diesem Fall könnte der Innendruck des Airbags im Falle eines Unfalls mit Windowbagauslösung schneller sinken als vorgesehen, wodurch die Rückhaltewirkung des Windowbags eingeschränkt sein könnte.
Als Abhilfe werden über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Windowbags ersetzt. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für den Tausch der Windowbags wird ca. 2 Stunden in Anspruch nehmen.
Rückhaltewirkung von Sitzen und Gurtschlössern
Zusätzlich ruft Mercedes-Benz CLA-Fahrzeuge aus dem Zeitraum 19. März 2025 bis 8. September 2025 zurück. Grund ist eine mögliche unzureichende Verschraubung der vorderen Sitze und/oder der Gurtschlösser, wodurch die Rückhaltewirkung bei einem Unfall beeinträchtigt sein kann.
- KBA-Referenznummer: 15938R
- Betroffene Fahrzeuge weltweit: 197
- Davon in Deutschland: 32
Das sagt Mercedes-Benz:
Die Mercedes-Benz AG hat festgestellt, dass bei bestimmten Fahrzeugen der Baureihe CLA die Verschraubung der vorderen Sitze und/oder Gurtschlösser nicht den Spezifikationen entsprechen könnte. In der Folge könnte die Rückhaltewirkung beeinträchtigt sein. Dies würde das Unfall- bzw. Verletzungsrisiko erhöhen.
Als Abhilfe werden über die Mercedes-Benz Serviceorganisation bei den betroffenen Fahrzeugen die Verschraubungen der vorderen Sitze und Gurtschlösser nachgearbeitet. Der vorgesehene Werkstattaufenthalt für die Nacharbeit der Verschraubung der vorderen Sitze und Gurtschlösser wird bis zu eine Stunde in Anspruch nehmen.
Empfehlung für Fahrzeughalter
Mercedes-Benz informiert die betroffenen Halter direkt. Zusätzlich können Fahrzeugbesitzer über die Service-Website des Herstellers prüfen, ob ihr CLA von einer der Rückrufaktionen betroffen ist. Aufgrund der sicherheitsrelevanten Mängel wird empfohlen, die Werkstatttermine zeitnah wahrzunehmen.
