SUV Neuzulassungen Februar 2020: Ende des SUV-Booms?

Platz 9: Der Seat Arona. Das Modell kommt im Februar 2020 auf
2.030 Pkw-Neuzulassungen. Seit Januar 2020 wurden insgesamt 3.945
Fahrzeuge dieser Modellreihe erstmals zugelassen.
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Platz 9: Der Seat Arona. Das Modell kommt im Februar 2020 auf 2.030 Pkw-Neuzulassungen. Seit Januar 2020 wurden insgesamt 3.945 Fahrzeuge dieser Modellreihe erstmals zugelassen.

© Seat

Zum ersten Mal seit Jahren sind die SUV-Neuzulassungen stark im Sinkflug. Anzeichen einer Krise oder Strategie der Hersteller? 

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Es hatte sich bereits im Januar angekündigt, doch im zweiten Monat des Jahres war der Abschwung dann wirklich greifbar da: Um über zehn Prozent gingen die SUV-Zulassungszahlen zurück. Zuletzt waren die Neuzulassungen der Offroader im Mai 2015 stark gesunken, seitdem – fast fünf Jahre lang – kannte das Segment nur Steigerung. 30, 40 und sogar um 50 Prozent wuchsen seitdem die Neuzulassungen dieses Segments Monat für Monat, in keiner anderen Fahrzeugklasse ist das Angebot und die Konkurrenz so groß.

Doch auch der Gesamtmarkt realisiert im Februar eine dicke Delle, geht um -10,8 Prozent zurück. 239.943 Pkw-Neuzulassungen insgesamt im Februar 2020, davon 73.465 Geländewagen und SUV, das sind die offiziellen Zahlen.

Kein Trend erkennbar

Sortiert man die SUV-Neuzulassungen im Februar 2020 nach Gewinnern und Verlierern, wird kein eindeutiges Muster sichtbar. Zu den Modellen mit starken, zweistelligen Rückgängen zählen Premium- und Budget-Marken, Importeure und deutsche Hersteller. So stehen bei den Fahrzeugen mit den größten Verlusten der Mercedesl GLA (-65,4%) einträchtig neben dem Dacia Duster (-62,8%) und dem Range Rover (-59,5%).

Dass hinter den deutlichen Rückgängen im Markt – 51 der insgesamt 98 gelisteten SUV und Geländewagen fuhren im Februar ins Minus – auch eine Strategie mancher Marken stehen könnte, drängt sich auf. Denn die drohenden Strafzahlungen bei Überschreiten der CO2-Flottenwerte haben die Hersteller natürlich klar im Blick und könnten damit auch auf Zeit spielen, bis mehr Modelle mit kleinen Verbrauchswerten (PHEV und BEV) zur Verfügung stehen. Zudem schlägt nun der starke Trend zu Eigenzulassungen zum Jahresende 2019 durch, mit dem noch zahlreiche Fahrzeuge vor dem Jahreswechsel auf den Markt gedrückt wurden und nun als Tageszulassungen statt als Neuwagen aus der Statistik fallen.

Die Hälfte der Modelle verliert

Doch auch die Liefersituation spielt natürlich speziell bei den Importmarken eine entscheidende Rolle. So kann eine ausbleibende Anlieferung per Schiff je nach Modell bereits einen starken Ausschlag auf die Zulassungszahlen erzeugen. Deshalb bleiben die monatlichen Zahlen natürlich auch nur eine Momentaufnahme. Doch in der aktuell angespannten Lage auf dem Weltmarkt kann aus dem kurzfristigen Rückgang auch eine handfeste Krise werden.

Hinweis: Bei der Zulassungsstatistik handelt es sich um die offiziellen Angaben des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg. Die Einteilung in die jeweiligen Klassen erfolgt per Schlüsselnummer über die Hersteller. In der Statistik können auch Modelle erscheinen, die es nicht auf den deutschen Markt gibt, oder nicht mehr gebaut werden. Diese Besonderheit kann bei der KBA-Statistik auftreten, wenn z.B. ausländische Fahrzeuge erstmals in Deutschland zugelassen werden oder Fahrzeuge eine neue Ident-Nr. erhalten.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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