VW Caddy V (2020): Bequemer, moderner und immer noch praktisch

Mit der fünften Generation wechselt der VW Caddy auf die
MQB-Plattform, mit der er zahlreiche Assistenzsysteme und ein
Touch-Bedienkonzept bekommt. Wir sind ihn gefahren.
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Mit der fünften Generation wechselt der VW Caddy auf die MQB-Plattform, mit der er zahlreiche Assistenzsysteme und ein Touch-Bedienkonzept bekommt. Wir sind ihn gefahren.

© VW

Auf dem VW-Versuchsgelände in Ehra-Lessien stellt die Nutzfahrzeugsparte vier Vorserienfahrzeuge der fünften Caddy-Generation bereit. Unsere ersten Fahreindrücke mit dem MQB-Caddy.

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Zehn Kilometer lang, einen breit: Das riesige VW-Testgelände in Ehra-Lessien nahe Wolfsburg ist nicht nur wegen der Schnellfahrbahn faszinierend, auf der ein Bugatti Chiron 490 km/h gepackt hat.

Wir bewegen uns dort heute viel gemächlicher: Auf der Dynamikfläche, die via Google Earth ausgemessen circa 500 x 500 Meter groß ist. Mit vier Varianten des neuen Caddy geht‘s hier durch einen Hütchenparcours plus eine Runde über das angeschlossene Oval.

Sichere Fahrdynamik

So ergeben sich mit den Vorserienmodellen erste Eindrücke. Etwa, dass die Kastenwagen viel mitmachen und dabei stets leicht beherrschbar bleiben: Das gilt für den kurzen Caddy genauso wie für den 35 cm längeren Maxi oder die Cargo-Varianten, die alternativ auch mit seitlich öffnenden Hecktüren erhältlich sein werden. Dabei bleibt die Servounterstützung der Lenkung gleichmäßig, außerdem liegen die notwendigen Lenkwinkel auf üblichem Mini­van-Niveau.

Der Zweiliter-TDI (122 PS, EA288 evo), der mit zwei SCR-Kats die Stickoxide reduziert, meldet sich im Innenraum deutlich lautstärker zu Wort als der Einsfünfer-Benziner mit 114 PS. Ab etwa 120 km/h entstehen zudem deutlich hörbare Windgeräusche. Unterhalten kann man sich trotzdem, ohne sonderlich laut sprechen zu müssen.

Grundsätzlich soll der Caddy ein robustes, aber nicht zu teures Auto werden. So ist etwa beim Armaturenbrett das letzte Wort noch nicht gesprochen: Die Entwickler sind mit der Kratzfestigkeit des Kunststoffs noch nicht zufrieden.

Moderne Plattform mit reichlich Assistenz

Im Oval spricht das Fahrwerk auf die gelegentlichen Unebenheiten weich an. Das hat auch damit zu tun, dass gegenüber dem Vorgänger an der weiterhin starren Hinterachse nun Schrauben- statt Blattfedern zum Einsatz kommen.

Vom Wechsel auf die MQB-Plattform profitiert auch das Assistenzangebot. Neben Upgrades vieler Systeme gibt es nun etwa aktive Spurführung, einen Adaptivtempomaten mit Stop-and-Go-Assistent oder auch einen, der beim Rangieren mit Anhänger hilft.

Innen zieht die moderne, aber fummeliger zu bedienende Digitallandschaft mit Touch-Steuerung und optionalem Digitaltacho aus dem Golf 8 ein. Einfach praktisch hingegen: anständige Beinfreiheit schon im Fond des kurzen Modells, dazu jetzt auch verstellbare Lehnen für die Rückbank – umklappen und ausbauen kann man sie, verschieben allerdings weiterhin nicht.

Bis zur Oberkante der Rückbanklehnen ergibt sich ein Gepäckraumvolumen von 760 Litern, womit er ein richtig familientaugliches Auto ist, das mit 4,50 Meter Länge aber sogar zwei Zentimeter kürzer ist als ein Touran. Damit kommen auch Laternenparker in Großstädten noch halbwegs gut zurecht.

Bestellstart ist im September, beim Händler steht der neue Caddy ab November: Der Günstigste wird wohl rund 23 000 Euro kosten, die Cargo-Version 1000 Euro weniger.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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