Zertifizierung von Sicherheits-Standards: Neue Hyperloop-Teststrecke

Zertifizierung von Sicherheits-Standards: Neue
Hyperloop-Teststrecke
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Zertifizierung von Sicherheits-Standards: Neue Hyperloop-Teststrecke

© Virgin Hyperloop One

In West Virginia soll eine Hyperloop-Teststrecke entstehen, die auch für die Zertifizierung von Sicherheits-Standards dienen soll. Ab 2025 soll bereits Passagiertransport erlaubt sein.

Der Hyperloop gehört zu den Projekten, mit denen Tesla-Chef Elon Musk den Verkehr revolutionieren möchte. Dank Elektroautos, Raketen, Tunnels und eben dem Hyperloop soll der Verkehr in Zukunft schneller und umweltfreundlicher ablaufen. Beim Hyperloop rast eine Passagierkapsel durch eine nahezu luftleere Röhre – den Start des Projekts hat Musk vor sieben Jahren eingeläutet. Beim Wettbewerb um die beste Hyperloop-Kapsel glänzen auch Entwürfe aus Europa regelmäßig. Jetzt soll im US-Bundesstaat West Virginia ein Certification Center genanntes Testgelände mit einer langen Hyperloop-Röhre entstehen.

Milliardär Richard Branson investiert

Hyperloop One gehört zu den Firmen, die an der technischen Umsetzung des Hyperloop arbeiten. US-Milliardär und Virgin-Gründer Richard Branson hat sich an dem Unternehmen beteiligt und es inzwischen in Virgin Hyperloop One umbenannt. Jetzt investiert Virgin Hyperloop One 500 Millionen Dollar (aktuell umgerechnet zirka 424 Millionen Euro) in ein Testgelände, das ab 2022 entstehen soll. Die auf dem Gelände befindliche Röhre soll ausdrücklich auch US-Behörden für das Ausstellen von Sicherheitszertifikaten zur Verfügung stehen. Die Erlaubnis zum Passagiertransport möchte Virgin Hyperloop One 2025 erhalten, 2030 soll dann der reguläre Passagiertransport starten.

Hardt Hyperloop

Der erste funktionstüchtige Hyperloop Europas kommt aus den Niederlanden. Eigenen Angaben zufolge hat das Start-up Hardt Hyperloop alle wichtigen Elementen in sein System integriert. Der erste Tunnel befindet sich in Delft, gelegen im Westen der Niederlande zwischen Rotterdam und Den Haag. Dabei handelt es sich zwar nur um eine 30 Meter lange Gerade, diese hat dafür aber Originalgröße. "Nach zwei Jahren Forschung und harter Arbeit sind wir die ersten in Europa, die ein funktionierendes Hyperloop-System entwickelt haben", sagt Mars Geuze, der CCO von Hardt Hyperloop.

Spurwechsel ohne Geschwindigkeitsverlust

Besonders stolz sind die Niederländer auf ihre Spurwechsel-Technologie namens "Hyperloop Lane Switch" (HLS). Damit können die Kapseln, die sich in den Röhren bewegen, ohne zusätzliche oder bewegliche Komponenten von einer Spur zur anderen wechseln, ohne ihre Geschwindigkeit verringern zu müssen. Sie können dadurch auch mühelos ihre Routen wechseln sowie in das Netz ein- oder daraus wieder aussteigen. Apropos Netz: Ziel von Hardt Hyperloop ist es, in naher Zukunft ein komplettes Netz in Europa aufzubauen, das insgesamt etwa 10.000 Kilometer lang sein soll. Aus der ersten geplanten Verbindung zwischen Amsterdam und Paris wird vorerst allerdings nichts.

Hardt Hyperloop arbeitet mit namhaften Partnern an seinem Projekt. Zu den Unterstützern gehört nicht nur ein Konsortium aus der Royal BAM Group, Tata Steel und Royal IHC, sondern auch der Zulieferer Continental sowie die Deutsche Bahn mit ihrer Division DB Engineering & Consulting, die an Hardt sogar beteiligt ist.

Forschungszentrum mit 3-km-Teststrecke

Hohe Geschwindigkeiten können in dem kurzen Tunnel natürlich nicht erzielt werden. Die sollen aber im "European Hyperloop Center" möglich sein. Das Forschungs- und Entwicklungszentrum mit drei Kilometer langer Strecke, für das noch ein Standort gesucht wird, soll bis 2021 entstehen. Dort sollen auch konkurrierende Entwickler ihre Systeme testen können und Standards für die europäische Hyperloop-Infrastruktur und -technologie gesetzt und überprüft werden können.

Hyperloop-Systeme sollen sich mit Geschwindigkeiten von gut 1.000 km/h bewegen können. Ziel ist es, ein Streckennetz zu errichten, das die Metropolen miteinander verbindet. Hyperloop soll sich so zu einer klimafreundlicheren Alternative zum Flugzeug entwickeln. Das technische Prinzip: Kapseln bewegen sich in Röhren, die auf Pfeilern stehen und in denen ein Teilvakuum herrscht, mit Tempi nahe der Schallgeschwindigkeit. Dabei gleiten sie entweder auf Luftpolstern durch die Röhre oder schweben elektromagnetisch angetrieben hindurch. Die meisten Forscher und Unternehmen scheinen derzeit die zweite Variante zu favorisieren.

Bekannt geworden ist das Thema durch Tesla-Gründer Elon Musk, der in den USA ein Hyperloop-Netz aufbauen will und einen Wettbewerb unter Forschungseinrichtungen ausrichtet, wer die vielversprechendste Technologie dafür liefern kann. Forscher der TU München sind hier eifrig dabei und gehören zu den erfolgreichsten Teilnehmern.

Quelle: 2020 Motor-Presse Stuttgart
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