Toyota Carina 1.8 im Test

Beim neu angebotenen Toyota Carina 1.8 handelt es sich um das erste Toyota-Modell, das komplett in Europa gefertigt wird.
Revolutionär Neues sucht man bei der sechsten Carina- Generation vergebens: Die Änderungen gegenüber dem 1992 eingeführten Vorgänger erstrecken sich vornehmlich auf eine Verbesserung der Sicherheitsausstattung (Seitenaufprallschutz, Airbag für Fahrer und Beifahrer, Gurtstraffer mit elektronischer Auslösesensorik) sowie auf eine Optimierung des Fahrwerks.
Keinen Anlaß zu Änderungen bot die Karosserie, die mit einem für die Klasse sehr großzügigen Platzangebot aufwarten kann, wovon die Fond- Passagiere besonders profitieren: Den Hinterbänklern mangelt es weder an Kopf- und Ellenbogenfreiheit noch an Raum, um die Beine bequem ausstrecken zu können. Zudem macht die Carina-Karosse einen soliden und stabilen Eindruck. Geräumig geht es auch im gut zugänglichen Gepäckabteil der Limousine zu, das mit einem Volumen von 545 Litern ebenfalls Größe beweist.
Bei den beiden übrigen Carina-Varianten Liftback und Combi beträgt das Kofferraumvolumen bei normaler Position der Rücksitze 470 Liter und 485 Liter.
Zum Neuen gehört jedoch, daß es sich bei dem seit Februar angebotenen Carina Jahrgang 96 um das erste Toyota-Modell handelt, das ausschließlich in Europa, und zwar zum großen Teil im britischen Burnaston, gefertigt wird. Obwohl äußerlich kaum ein Unterschied zum Vorgänger zu erkennen ist, kommen im Karosseriebereich 72 neue Einzelteile zum Einbau, die vornehmlich dem Zweck dienen, das Crash- und Sicherheitsverhalten zu verbessern. Im Detail handelt es sich um diverse Verstrebungen in der Bodengruppe, im Bereich der A-, B- und C-Säulen sowie im Dach und an den Türen.
Neu ist außerdem ein massiver Querträger zwischen den Vordersitzen, der dort installiert ist, wo früher verschiedene Ablagefächer zu finden waren. Zu den Sitzen ist zu sagen, daß sie bequem sind und mit guter Seitenführung aufwarten. Gut bekommen sind dem neuen Toyota Carina ferner detaillierte Fahrwerks-Modifikationen: Der Fortschritt drückt sich in einem verbesserten Geradeauslauf und einem sicheren Fahrverhalten mit einem leichten, aber insgesamt harmlosen Hang zum Übersteuern aus. Hinzu kommt, daß der Mittelkläßler auf leisen Sohlen rollt und sowohl auf kurzen als auch auf langen Bodenwellen mit einem Federungskomfort aufwartet, der durchaus befriedigen kann.
Das Motoren-Angebot in der Carina-Reihe setzt sich aus drei Vierventil-Benzinmotoren mit einem Leistungsspektrum zwischen 99 und 126 PS sowie einem neu eingeführten Turbodiesel- Triebwerk mit 83 PS zusammen, das sich – wie die DIN-Verbrauchswerte zeigen – als gegenwärtig sparsamstes Carina-Aggregat erweist. Sparsamkeit zeichnet aber auch den 1,8 Liter-Benzinmotor mit 107 PS aus, der sich im Testbetrieb mit 8,4 Liter Super pro 100 Kilometer begnügte. Solange man sich mit dem Vierventiler im mittleren Drehzahlbereich aufhält, geht er seiner Arbeit leise und lebendig nach.
Jenseits von 4500 Touren neigt die Maschine aber zum Dröhnen und wirkt dann zäh und temperamentlos. Eine gehörige Portion Zurückhaltung hat sich Toyota nicht nur bei den optischen Retuschen, sondern auch bei der Preisgestaltung auferlegt: Der neue, im Detail stark verbesserte Carina 1.8 ist mit seinem Preis von 33 900 Mark 980 Mark billiger als sein weniger aufwendig ausgestatteter Vorgänger.