Ich glaub' ich steh' im Wald!
Ein Vorfall im Schienenersatzverkehr zwischen München und Mühldorf hat am Wochenende (23.8.2025) für einen Polizeieinsatz und erhebliche Schäden gesorgt.
Wie die Polizei mitteilt, blieb ein 73 Jahre alter Busfahrer in der Nacht auf Samstag mit seinem Gelenkbus in einem Waldstück bei Dorfen stecken, nachdem er sich auf die Anweisungen seines Navigationsgeräts verlassen hatte.
Orientierung verloren nach verpasster Auffahrt
Der Fahrer war laut Polizei auf einer Leerfahrt unterwegs, als er die Auffahrt zur Autobahn in Richtung Passau verpasste. Das Navigationsgerät lotste ihn daraufhin auf einen Feldweg. In der Dunkelheit verlor der Mann schließlich völlig die Orientierung. Der Bus kam in einem Waldstück zum Stehen und ließ sich aus eigener Kraft nicht mehr befreien.
Erst an einem nahegelegenen Wohnhaus konnte der Fahrer seinen Standort feststellen und die Polizei verständigen. Fahrgäste befanden sich nicht im Fahrzeug, der Mann blieb unverletzt.
Schäden an Bus und Wald
Die Bergung erfolgte am Samstag durch den Eigentümer des Waldgrundstücks. Nach Angaben der Polizei entstanden Flur- und Baumschäden in Höhe von rund 1.500 Euro. Der Bus selbst wurde bei der Irrfahrt großflächig zerkratzt, zudem zerbrach eine Seitenscheibe. Zur Höhe des Sachschadens am Fahrzeug gibt es bisher keine Angaben.
Ein Polizeisprecher erklärte dem Bayerischen Rundfunk: "Der Fahrer blieb unverletzt, allerdings mussten wir den ungewöhnlichen Einsatz dokumentieren."
Zusammenhang mit Bahn-Sperrung
Die Panne ereignete sich im Rahmen des Schienenersatzverkehrs auf der Strecke München–Mühldorf. Seit Anfang August ist die Verbindung wegen der Modernisierung der Stellwerktechnik unterbrochen, Ersatzbusse übernehmen den Transport. Nach Angaben der Deutschen Bahn soll die Sperrung noch bis 15. September andauern.