Mercedes EQ Silver Arrow (2023)
Mit einer atemberaubenden Studie gibt Mercedes auf dem Concours d'Elegance in Pebble Beach 2018 einen spektakulären Ausblick auf die Zukunft von EQ. Der EQ Silver Arrow soll ein emotionaler Wegweiser in die Zukunft des Designs sein.
Einen ersten Ausblick auf das Pebble Beach-Exponat gab Mercedes bereits mit der Skulptur „Aesthetics Progressive Luxury“. Dabei handelt es sich um einen rund sechs Meter langen Sportwagen der Superlative, der mit einer Karbon-Karosserie einer Person Platz bietet. Das Designteam rund um Mercedes-Chefdesigner Gorden Wagener startete einen internen Wettbewerb mit der Aufgabe, ein radikal reduziertes Fahrzeug im Stile der 30er-Jahre modern interpretiert zu entwerfen. Heraus kam die blaue Skuptur, deren Form sich aus dem Boden erhebt. Wie die jetzt in Pebble Beach enthüllte Studie, ist auch die Skulptur eine Hommage an an den erfolgreichen Rekordwagen W 125 von 1937.
Ultraflache Carbon-Struktur
Der EQ Silver Arrow ist mit 5,30 Meter Länge etwas kürzer als die Skulptur. In der Höhe kommt der Einsitzer mit seiner Karosseriestruktur und seinen Anbauteilen aus Kohlefaser auf knapp einen Meter. Die Frontmaske ist als großes Display ausgeführt und trägt ein durchgehendes Leuchtband. Auch die Seitenschweller sind von einem Leuchtenband durchzogen, und der große, vertiefte EQ-Schriftzug vor den Hinterrädern ist markentypisch blau beleuchtet. Eine Reminiszenz an den Rennsport ist der Heckdiffusor. Zwei ausfahrbare Heckspoiler fungieren überdies als Luftbremse.
Zu den weiteren Highlights des Mercedes EQ Silver Arrow gehören die Fahrerkanzel, die sich nach vorn aufklappen lässt, sowie die teilweise freistehenden Vielspeichen-Räder mit nicht rotierenden Nabenabdeckungen sowie roségoldfarben lackierten Speichen. Darauf aufgezogen wurden Slicks im Format 255/25 R 24 vorne und in der Dimension 305/25 R 26 hinten. Liebe zum Detail beweist das Stern-Muster auf der Lauffläche.
Elektroantrieb mit 550 kW Leistung
Die Lackierung des EQ Silver Arrow in Alubeam-Silber erinnert an die aus Gewichtsgründen vom weißen Lack befreiten historischen Silberpfeile. Im Innenraum des futuristischen Mercedes dominieren traditionelle, hochwertige Materialien wie Echtleder, gebürstetes Aluminium und massives Walnussholz. Das digitale Cockpit umfasst einen gebogenen Panorama-Bildschirm mit Rückprojektion sowie einen ins Lenkrad integrierten Touchscreen. Der Sitz ist mit einem Vierpunkt-Gurt und einer Nackenheizung bestückt. Für ergonomische Anpassungen lässt sich die Pedalerie verstellen, der Sitz ist fix.
Auch wenn sich im Cockpit verschiedene Soundkulissen einstellen lassen – vom F1-Sound bis zum V8 – ist der EQ Silver Arrow als reines Elektroauto konzipiert. Der Elektro-Athlet besitzt je einen Elektromotor an der Vorder- und Hinterachse mit einer Systemleistung von zusammen 550 kW. Über eine front- oder hecklastige Momentenverteilung des permanenten Allradantriebs lässt sich die Fahrcharakteristik verändern. Der im Unterboden verbaute Akku bietet eine Kapazität von 80 kWh, die eine Reichweite von rund 400 Kilometer ermöglichen soll.
EQ Silver Arrow als Project One-Nachfolger?
Ob allerdings das Modell, das in etwa fünf Jahren serienreif sein wird, dann wirklich unter dem Namen EQ angeboten wird, ist aktuell noch offen. Denkbar ist auch, falls bis dahin weite Teile des Mercedes-Programms elektrifiziert sind, dass der Markenname EQ wieder verschwindet und das silberne Geschoss als AMG debütiert.
Damit würde er quasi die Nachfolge des AMG Project One antreten, der als zweisitziger Sportwagen auf der IAA 2017 seine Weltpremiere feierte und dessen Plug-in-Hybrid-Antrieb (1,6-Liter-V6-Benziner mit 1.000 PS) als Heckmittelmotor direkt aus dem Mercedes-AMG Petronas Formel 1-Rennwagen übernommen wurde.
Aesthetics Progressive Luxury: Hommage an Caracciola
Mercedes hatte in der Vergangenheit bereits mit weiteren Skulptur.n Ausblicke auf kommende Deisgns und Serienmodelle gezeigt. So wurden 2010 „Aesthetics No. 1“, 2011 „ Aesthetics No. 2“ (Innenraum-Design) und „Aesthetics 125“, 2012 „ Aesthetics S“ (S-Klasse Ausblick) sowie 2017 „ Aesthetics A“ (Ausblick auf A-Klasse Limousine) präsentiert. „ Aesthetics Progressive Luxury“ zitiert nun den kommenden Supersportler und soll eine Hommage an den Stromlinien-Rennwagen sein, mit dem 1938 Rudolf Caracciola einen Geschwindigkeitsweltrekord auf öffentlichen Straßen aufstellte: 432,7 km/h.