Trotz zuletzt sinkendem Kurs: Auf die Krisenwährung Gold bleibt weiter Verlass

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08.08.2018 - 10:00 Uhr

Gold ist Wertanlage und Mythos zugleich. Für Gold haben sich die Menschen ins Unglück gestürzt, für Gold sind blutige Kriege begonnen worden. Die Suche nach El Dorado hat die amerikanische Eroberung vorangetrieben. Der kalifornische Goldrush hat sich wie eine Massenpsychose auf die Gemüter gelegt. Heute gilt Gold als sicherer Hafen für Geldanleger, die letzte Zuflucht in Zeiten virtueller Finanzmärkte. Die jüngste Talfahrt des Goldpreises hat darum viele Menschen verunsichert. Wie geht es mit dem Edelmetall weiter?

Halten oder verkaufen?

Tendenz: sinkend. Selbst notorische Gold-Fans bekommen Selbstzweifel, wenn sie sich die Kursentwicklung ihrer Lieblings-Anlage ansehen, so zu beobachten unter anderem auf diversen Trading-Plattformen. Seit Jahresbeginn ist der Goldpreis im Sinkflug: 6,4 Prozent weniger auf 1219 Dollar die Feinunze im Sommer 2018. Ist der Zeitpunkt gekommen, sich von dem Edelmetall zu trennen, bevor die Kurse noch weiter einbrechen? Oder sollte im Gegenteil gerade jetzt in Goldanlagen investiert werden - zu niedrigen Ankaufspreisen und bevor die Kurve wieder nach oben geht?

Gold ist Sicherheit, nicht Spekulation

Eins ist sicher: Gold ist schwerpunktmäßig eine Absicherungs-Anlage für Krisen- und Notfälle. Wer dem Banken- und Finanzsystem nicht über den Weg traut und sich Sorgen über die weltwirtschaftliche und politische Entwicklung macht, schafft sich mit Gold eine Ruhekissen-Wertanlage. So erklärt sich das ungebrochene Interesse von Privatanlegern für das Edelmetall. Der Erfolg spekulativer Anlagen in Gold ist von vielen politischen Faktoren abhängig und damit unsicher. Immerhin sagen die Bankanalysten einen leichten Anstieg des Goldpreises auf 1290 Dollar am Jahresende 2018 voraus.

Gold ist eine politisch beeinflusste Wertanlage. Generell gilt für das Edelmetall die Regel: Je krisenhafter und unsicherer die Zeiten sind, desto stärker wird Gold nachgefragt, desto höher steht es im Kurs. In diesem Sinne haben sich viele Anleger gewundert, dass die Preiskurve für die "Krisenwährung" in den letzten Monaten nicht steil nach oben gelaufen ist. Schließlich steckt die Außenpolitik und mit ihr die globalisierte Wirtschaft in einer Phase der Unberechenbarkeit fest.

Trump und der Goldpreis

Aber das Beeinflussungsgefüge für den Goldpreis ist etwas komplizierter. Zum Beispiel: Donald Trump isoliert die USA. In der Folge wird der Dollar steigen und der Goldpreis sinken. Oder: Trump verbündet sich mit Russland und isoliert die EU. Inflation, Leitzinsen und Staatsschulden würden steigen. Und noch gar nicht beachtet wurde hierbei der drohende Handelskrieg zwischen den USA und China. Ebenfalls steigen würde der Goldpreis. Neben diesen politischen Unwägbarkeiten gibt es besser einschätzbare Einflussnahmen auf den Goldpreis. Wenn beispielsweise der Ölpreis steigt, gehen auch die Kurse für das Edelmetall in die Höhe.

Und wie sollen sich Anleger nun verhalten? Grundsätzlich gilt es wie immer, ruhig Blut zu bewahren. In Zeiten fragiler Finanzmärkte und einer weltweiten Gesamtverschuldung in Höhe von 230 Billionen (!) Dollar ist eine kontinuierlich starke Wiederbelebung der Goldnachfrage zu erwarten. Die Krisenwährung Gold wird zunehmend zum Synonym für Verlässlichkeit werden. Das Vertrauen in die Stabilität von Landeswährungen geht verloren - die explosive Preisentwicklung von Kryptowährungen macht diesen Prozess deutlich.

Die Staatsbanken füllen ihre Goldreserven auf

Nicht allein Privatanleger werden sich mit neuem Goldhunger auf das Edelmetall fokussieren. Staatsbanken erkennen deuten bereits jetzt die Zeichen der Zeit und fügen ihren Goldreserven große Portionen hinzu. Am hungrigsten erwies sich dabei 2018 Russland. Laut dem Handelsblatt kaufte die Russische Zentralbank bis zum Juli 2018 über 105 Tonnen Gold auf. Damit verfügt die Staatsbank Russlands mittlerweile über insgesamt fast 2000 Tonnen Gold. Offensichtlich haben die Russen ihre diesjährigen Einkäufe mit amerikanischen Staatsanleihen finanziert. Die Folge: Der russische Staat zählt nicht mehr zu den 30 größten Kreditgebern der USA.

Unter deutschen Anlegern steigt die Nachfrage

Auch China, der größte Besitzer amerikanischer Staatsanleihen, weiß die Sicherheit von Gold zu schätzen. Ins Reich der Mitte sind im ersten Halbjahr 2018 Goldexporte im Umfang von 1000 Tonnen geflossen. Allerdings hat hier nicht die Staatsbank Ihre Sicherheiten aufgefüllt - die Goldinvestitionen gingen von Privatanlegern aus.

Und auch unter deutschen Anlegern erfreut sich das Edelmetall trotz - oder vielleicht wegen - des niedrigen Preises einer immer noch steigenden Beliebtheit. Ausgehend von einem starken Nachfrage-Niveau, sind die Einkäufe für Krügerrand- und Känguru-Goldmünzen um mehr als 50 Prozent gestiegen.

Quelle: freenet.de
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