Gewinnen oder verlieren beim Poker - wie unser Gehirn die Wege vorgibt

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11.07.2018 - 09:00 Uhr von freenet

Das Gehirn ist ein extrem komplexes Gebilde und nicht umsonst weitgehend unerforscht, wenn es um die tatsächlichen Möglichkeiten geht. So kann unser Hirn Situationen, Gegebenheiten und Realitäten an unterschiedlichen Tagen durchaus unterschiedlich wahrnehmen. Eine Tatsache, die gerade auch das Pokern und die Möglichkeiten auf das Gewinnen oder Verlieren an den Tischen beim Online- oder Live-Poker nachhaltig beeinflussen kann.

Am Pokertisch geht nichts mehr - Kartenverschwörung oder eine Wahrnehmungstäuschung?

Jeder Pokerspieler kennt das Gefühl, dass es Tage gibt, an denen an den Tischen für einen selbst nichts zusammenläuft. Etwas, das auch der bekannte Fußballspieler Mario Basler bereits erleben musste. Doch findet wirklich eine Verschwörung sämtlicher Mächte gegen einen selbst statt oder gaukelt uns als Pokerspielern unser Hirn das nur vor und täuscht uns in der Wahrnehmung? Entscheidet damit nur unser Kopf darüber, ob wir den virtuellen oder realen Pokertisch als Gewinner oder Verlierer verlassen?

Poker ist zweifelsfrei ein Spiel, bei dem es auf Logik, Rationalität und ein möglichst großes Maß an Objektivität ankommt. Nur so lassen sich satte Pokergewinne einfahren. Das heißt, ein guter Pokerspieler muss in der Lage sein, die kognitiven Verzerrungen, die völlig normal und vom Gehirn selbst gesteuert ablaufen, in Grenzen zu halten. Kognitive Verzerrungen entstehen dann, wenn wir schnell entscheiden müssen und das in der Form, dass nur die Zeitspanne, nicht aber die Präzision oder Richtigkeit der gefällten Entscheidung wichtig ist. Und das ist beim Poker, wie wir alle wissen, unter Umständen tödlich. Nicht für uns selbst, aber für unsere Chips.

Gibt es die Bad Days beim Poker?

Eigentlich gibt es sie tatsächlich eher nicht. Die Handlungen und Ereignisse sind gleich - aber unser Gehirn nimmt sie an diesem besonderen Tag anders wahr. Das verursacht, dass unsere Entscheidungen am Online- oder Live-Pokertisch beim Pokerturnier nachhaltig beeinflusst werden. Und wenn diese Situation eintritt, wird es schwer, das beste Spiel umzusetzen. Wenn wir in diesem Verzerrungsloch sind, wird auch die eigene Strategie in Mitleidenschaft gezogen. 'Alles gewinnen' wird zu 'Bitte nur nicht verlieren' - eine schlimme Spielbremse am Pokertisch, wo es um das Gewinnen geht und nicht darum, möglichst wenig zu verlieren.

Natürlich gibt es Tricks und Kniffe, die solche Verzerrungssituationen im Grenzen halten, die uns beispielsweise davon abhalten, den entscheidenden All-in-Buff  zu fahren. Oder die uns den Bluff des Gegners nicht mit einem As als High Card callen lassen. Doch welcher Trick ist das? Ankersituationen schaffen! Wer am Pokertisch einen Bluff callt und das mit Erfolg, der wird auch den kommenden Bluff an einem anderen Tisch mit neuen Gegnern wieder erfolgreich callen. Und am Ende dadurch gewinnen.

Diese Entscheidungen sind es - auch gegen die Odds oder mögliche Outs - die uns im Spiel begleiten. Dabei sollte ein möglicher Gewinn oder eine Gewinnsumme laut Dominik Nitsche von 888 Online Poker Entscheidungen nicht beeinflussen - Poker-Entscheidungen sind und bleiben Poker-Entscheidungen. Darum haben wir den Eindruck, dass an manchen Tagen alles gelingt und an anderen Tagen alles misslingt. Dabei sind wir es selbst, also unser Gehirn, dass die Parameter festzurrt, wie wir in der Gewinntabelle liegen.

Analyse ist wichtig - auch beim Online Poker

Kein Pokerspiel verläuft wie das andere. Ein Satz fürs Phrasenschwein - aber richtig. Und gerade in den Situationen, in denen man selbst zum Beispiel eine Verlustrunde beim Online Poker trotz bester Strategievorbereitung hinnehmen musste, tut Analyse gut. Das aber zweckmäßig nicht sofort nach der Runde, denn im Anschluss wird es mehr Gründe geben, falsche Entscheidungen doch zu begründen, als dies nach etwas Zeit der Fall ist.

Das Gehirn steckt dann noch zu tief in den einzelnen Spielsituationen, als dass es nüchtern, sachlich und vor allen Dingen logisch-objektiv analysieren könnte. Am Tag darauf ist die Wahrscheinlichkeit höher, doch zu realisieren, wo es die falschen Calls gab oder wo das Raise angebracht gewesen wäre, anstatt nur zu schieben. Die Schussfolgerung der Fehleranalyse wird stimmiger.

Quelle: freenet.de
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