Diese Urlaubsorte sind nichts für schwache Nerven

In der Psychiatrie von Volterra in der Toskana waren zeitweise
6.000 Menschen untergebracht. Die grausamen Praktiken dort haben
1978 zur Schließung der Anstalt geführt...
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In der Psychiatrie von Volterra in der Toskana waren zeitweise 6.000 Menschen untergebracht. Die grausamen Praktiken dort haben 1978 zur Schließung der Anstalt geführt...

© Shutterstock.com/ Alessio Catelli
18.08.2017 - 14:33 Uhr

Bilderbuch-Urlaub, nein danke! Statt an weite Sandstrände mit türkisfarbenem Wasser, fahren Schreckens-Reisende zu Spuk-Häusern, Gefängnissen und an Orte, die man mit Unglücken und Katastrophen verbindet. Dark-Tourism wird immer beliebter und deckt eine breite Palette an Abenteuerlust und Grusel ab.

Ground Zero, Auschwitz, die Kapuzinergruft in Palermo, die Insel der toten Puppen... Dies sind nur einige Orte, an die es Freunde des Dark Tourism zieht. Schauplätze, an denen es dem Otto Normalurlauber eiskalt den Rücken herunterläuft, sind "the place to be" für Schreckens-Freunde.

Kick durch Grusel

Seit einigen Jahren entwickelt sich ein Trend, der das etwas andere Urlaubserlebnis bietet. Der Katastrophentourismus verspricht die Art von Urlaub, die alles andere als die herkömmliche Urlaubsidylle meint. Wer Erholung und Gemütlichkeit sucht, wird sie in einem "dunklen" Urlaub sicher nicht finden.

Henkersmahlzeit im Kerker statt Aperol-Spritz auf der sonnigen Piazza. Das Gruselkabinett London Dungeon statt die Vatikanischen Museen. Man kann den Wald der Selbstmörder in Japan besuchen oder Kambodschas "Killing Fields". Die Palette an Reisemöglichkeiten ist so breitgefächert wie der Grusel selbst. Warum aber ist aus dem Phänomen ein Trend geworden? Ein Grund mag die Neugier sein - die Neugier nach Authentizität. Sicherlich kommt aber auch noch eine große Portion an Voyeurismus dazu.

Für 500 Euro ins Sperrgebiet

Alleine das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz registriert jedes Jahr etwa 1,5 Millionen Besucher, die zum einen natürlich die geschichtsträchtige Atmosphäre dieses Ortes spüren wollen. Zum anderen spielt aber auch bei vielen der Grusel-Faktor eine gewisse Rolle. Nicht umsonst existieren gefühlt Millionen Selfies von Touristen in den Gaskammern, auch wenn viele dies als ziemlich pietätlos gegenüber den Millionen Opfern empfinden.

Das Geschäft mit dem Grusel boomt. Jedes Jahr reisen Millionen Touristen um den Globus auf der Suche nach dem ultimativen Kick und das haben die Reiseveranstalter auch schon längst mitbekommen. So kann, wer will, einen zweitägigen Trip nach Tschernobyl machen. Der Basis-Preis bei diversen Anbietern liegt mit Flug und Hotel bei etwa 500 Euro.

Symphonie des Grauens

Das Makabre, das Skurrile, das Unheimliche - wer es sucht, findet es überall, auch in seinem Urlaub. Wer seine Freizeit fernab des Mainstreams verbringen möchte, kann es ja mit einer Schreckens-Reise versuchen. Es muss ja nicht gleich Tschernobyl oder Sarajevo sein. Vielleicht tut es für den Anfang ja auch eine "Dracula-Tour" durch Rumänien.

Quelle: spot on news AG
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