Altstar plus Adjutanten: Kramaric und Co. auf Europa-Kurs
Angeführt vom überragenden Kroaten und seinen Helfern lässt Hoffenheim den Gladbachern keine Chance.
Dreierpack Andrej Kramaric, je zwei Scorerpunkte für Fisnik Asllani und Tim Lemperle: Angeführt vom Altstar und seinen Adjutanten hält die TSG Hoffenheim Kurs Richtung Europacup. Die bärenstarken Kraichgauer ließen Borussia Mönchengladbach zum Hinrundenabschluss der Fußball-Bundesliga keine Chance und feierten beim 5:1 (4:0) den fünften Heimsieg in Folge.
Für den Gladbacher Trainer Eugen Polanski war bei der Rückkehr an die alte Wirkungsstätte nichts zu holen. Der überragende kroatische "TSG-GOAT" Kramaric (22., Foulelfmeter/45.+1/45.+4), Lemperle (24.) und U17-Weltmeister Max Moerstedt 34 Sekunden nach seiner Einwechslung mit seinem ersten Bundesligator (77.) trafen für die Hoffenheimer, die nur eine der zurückliegenden zehn Partien verloren haben. Kramaric, Lemperle und Asllani stehen jeweils bei sechs Saisontoren. Der eingewechselte Shuto Machino (69.) traf für Gladbach.
"Es war ein sehr schlechtes Spiel von uns - wir waren von Beginn an überhaupt nicht da", sagte Gladbachs Nico Elvedi bei Sky: "Es war ein Spiel zum Vergessen. Die zweite Halbzeit war ein bisschen besser als die erste." Moerstedt sah ein "super Spiel" der TSG.
Polanski hat fünfeinhalb Jahre das TSG-Trikot (137 Pflichtspiele) getragen und beendete 2018 seine aktive Karriere im Kraichgau. "Mir sind viele bekannte Gesichter entgegengekommen", sagte der 39-Jährige kurz vor dem Anpfiff bei Sky: "Es ist echt schön, zurückzukommen." Auch für Haris Tabakovic war es eine Rückkehr. Der von der TSG ausgeliehene Stürmer hat neun Saisontore für die Borussia auf dem Konto.
Vor 20.750 Zuschauern machten die Gastgeber von Beginn an mächtig Druck. Innenverteidiger Ozan Kabak traf nach einer Ecke per Kopf die Latte (4.). Drei Minuten später war es Kramaric, der an Gladbachs Torhüter Moritz Nicolas scheiterte. Die Gäste, bei denen unter anderem Nationalspieler Tim Kleindienst fehlte, wurden in die Defensive gedrängt. Ein Treffer für die Kraichgauer schien nur eine Frage der Zeit.
Nach einem Foul von Philipp Sander an Wouter Burger entschied Christian Dingert (Lebecksmühle) auf Strafstoß - der Schiedsrichter benötigte dafür allerdings den Videobeweis. Kramaric ließ sich vom Punkt nicht zweimal bitten. Auch im Anschluss brachte die Borussia kein Bein auf den Boden. Nach Vorarbeit von Asllani erhöhte Lemperle.
Die erschreckend schwachen Gladbacher steuerten auf eine herbe Pleite zu. Kramaric schraubte das Ergebnis nach erneuter Vorarbeit von Asllani in die Höhe. Sein Zaubertor per Lupfer nach Vorlage von Lemperle krönte die großartige erste Hälfte des 34 Jahre alten Routiniers.
Zu Beginn des zweiten Durchgangs änderte sich nichts am Geschehen. In der 56. Minute hatte Kramaric seinen vierten Treffer auf dem Fuß, zehn Minuten später köpfte Lemperle knapp neben das Tor. Stattdessen trafen Machino auf der Gegenseite und Moerstedt per Kopf bei seinem ersten Ballkontakt.
Am Samstag muss die TSG gegen Bayer Leverkusen ran, für Gladbach steht die Begegnung beim Hamburger SV auf dem Programm.