Hambüchen: "Meinung der Athleten wird unter den Tisch gekehrt"

Turnen: Hambüchen bedauert mangelnde TV-Präsenz
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Turnen: Hambüchen bedauert mangelnde TV-Präsenz

 © SID

Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen hat die Spitzen des deutschen Sports kritisiert und seine Sympathie für den Verein Athleten Deutschland bekundet.

Köln (SID) - Reck-Olympiasieger Fabian Hambüchen hat die Spitzen des deutschen Sports kritisiert und seine Sympathie für den neuen Verein Athleten Deutschland bekundet. "In der Nachwuchsarbeit muss mehr gemacht werden. Die Frage ist nur, wer sich zuständig fühlt. Der Verband? Das Bundesinnenministerium? Der DOSB? Es fehlt an vielen Stellen an Struktur", sagte der 29-Jährige dem Portal Sportbuzzer.

Er habe "schon immer kritisiert, dass der Athlet zu wenig wahrgenommen wird. Wir sind die Protagonisten – und wir dürfen eine Meinung haben. Die wird nur gern unter den Tisch gekehrt", führte der Goldmedaillen-Gewinner von Rio 2016 aus, dessen Buch "Den Absprung wagen" am Montag erschien. Um den Interessen der Sportler mehr Geltung zu verschaffen, kann sich Hambüchen eine Mitarbeit im Verein Athleten Deutschland vorstellen, der in der Vorwoche aus der Taufe gehoben wurde: "Ich bin offen für Gespräche."

Nach Ansicht des Wetzlarers leiden vor allem kleinere Standorte an der zunehmenden Zentralisierung im deutschen Sport: "Nicht alle Athleten können zu den großen Stützpunkten wechseln. Einige hören deswegen mit dem Sport auf. Wer in Stuttgart studiert und sein Umfeld hat, soll nach Hamburg wechseln, weil er sonst keine Förderung mehr bekommt? Das kann nicht sein!"

Auch im Deutschen Turner-Bund könnte Hambüchen, der am Mittwoch 30 Jahre alt wird, eine Funktion übernehmen. Er werde bald mit dem Präsidenten Alfons Hölzl ergründen, ob es "Möglichkeiten zur Zusammenarbeit gibt, ob auf Funktionärsebene oder als Trainer".

Seine internationale Karriere hatte Hambüchen, der nur noch in der Bundesliga turnt, nach seinem Olympiasieg eigentlich beendet. Ein Hintertürchen hält er sich mit Blick auf die Heim-WM 2019 in Stuttgart und die Olympischen Spiele 2020 in Tokio aber offen: "Ich habe bei der WM in Montreal gesehen, dass ich mit dem, was ich gerade kann, konkurrenzfähig wäre. Aber nur am Reck. Ich gehe im Moment nicht davon aus, dass ich 2019 turne, kenne mich aber: Wenn ich 2019 turne, lasse ich Olympia 2020 bestimmt nicht aus."

Quelle: 2017 SID (Sport Informationsdienst Neuss)
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